Notunterkunft für Asylbewerber

BFZ: Umschüler mussten kurzfristig umziehen

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Im BFZ Peters in Waldkraiburg sind inzwischen knapp 200 Asylbewerber untergebracht
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Waldkraiburg - Für die Unterbringung von Asylbewerbern mussten im BFZ einige Umschüler kurzfristig umziehen. Bei manchen sorgte der enge Zeitplan für Unverständnis.

Letzte Woche war im Landkreis Mühldorf der Notfallplan für die Asylunterbringung aktiviert worden. Schon am Samstag sind die ersten Asylbewerber angekommen, sie wurden im BFZ Peters in Waldkraiburg untergebracht. Anfang der Woche wohnten dort 128 Asylbewerber, am Mittwochnachmittag sind, wie bereits zu erwarten war, weitere 60 in Waldkraiburg angekommen.

Um bis zu 200 Asylbewerber (diese Kapazität hatte der Landkreis der Regierung von Oberbayern gemeldet) unterbringen zu können, mussten 37 der rund 400 in Ausbildung befindlichen Umschüler innerhalb des Wohnkomplexes umziehen. Weil dies quasi von einen Tag auf den anderen Geschehen musste, wurde in den Tagen darauf vereinzelt Unmut laut. Die Bildungsgruppe Peters räumt auf Nachfrage von innsalzach24.de den engen Zeitplan ein, verweist aber zugleich auf den Zeitdruck, dem man selbst unterlag.

Spendenaufruf:

Stadt und BRK bitten weiter um Sachspenden für die Asylbewerber. Benötigt werden Herrenbekleidung (Größe S und M), Unterwäsche, Schuhe und Kinderwagen. In der Kleiderkammer im ehemaligen Ausbildungsgebäude des BFZ in der Aussiger Straße 36 werden die Spenden am Freitag von 16 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 17 Uhr entgegengenommen.

Im Zuge der Aktivierung des Notfallplans am Donnerstag, 21. Mai, habe Landrat Georg Huber sofort die Verantwortlichen des Berufsförderungszentrums informiert, so die Auskunft der Bildungsgruppe Peters. Danach machte sich die Verwaltung an die Erstellung von Notfallplänen, die Umschüler wurden am darauffolgenden Freitag um 8.10 Uhr über die Notfallplanung informiert. Dabei habe man den Umschülern bereits neue Zimmer mit Zimmerschlüsseln zuweisen können. Eine Information schon am Donnerstag wäre aus Sicht der Bildungsgruppe Peters nicht sinnvoll gewesen: "Eine Information der Bildungskunden schon am selben Nachmittag kam nicht in Frage, da die organisatorischen Vorbereitungen noch nicht weit genug fortgeschritten waren." Wie in der Stellungnahme betont wird, habe im Mittelpunkt der Planungen die Frage gestanden, wie der Umzug "möglichst belastungsarm" realisiert werden könne.

Für die Organisation und den Umzug selbst seien mehr als 20 Helfer aktiviert worden und "etliche nichtbetroffene Bildungskunden" hätten sich bereit erklärt, den Umziehenden beim Tragen zu helfen. Das Fazit der Bildungsgruppe ist insgesamt positiv: "Trotz der Kurzfristigkeit zeigten die meisten der betroffenen Schüler Verständnis für die Maßnahme."

Die Stellungnahme der Bildungsgruppe Peters im Wortlaut:

Am Freitag dem 22. Mai bezogen 37 Umschüler des BFZ Peters Zimmer in einem anderen Internatsgebäude. Trotz der Kurzfristigkeit zeigten die meisten der betroffenen Schüler Verständnis für die Maßnahme. Der Umzug war notwendig geworden, weil nach der Aktivierung des Notfallplans zur Asylunterbringung durch die Regierung von Oberbayern am 21. Mai innerhalb von 2 Tagen ca. 200 Asylbewerber im BFZ erwartet wurden.

Am Donnerstag dem 21. Mai wurde von der Regierung von Oberbayern der Notfallplan zur Asylunterbringung für den Landkreis Mühldorf a. Inn aktiviert. Im Zuge dieser Aktivierung informierte Herr Landrat Georg Huber sofort die Verantwortlichen des Berufsförderungszentrums und organisierte in enger Abstimmung mit dem Landratsamt, Caritas, Bayerischen Roten Kreuz, dem THW, der Polizei und der Stadt Waldkraiburg, dem Mehrheitsgesellschafter der Peters Bildungsgruppe Herrn Johann Lehner und der Geschäftsleitung des BFZ die weiteren Schritte.

Die Information über die Zwangszuweisung von ca. 200 Asylbewerbern konnte so am gleichen Tag erstmals um die Mittagszeit im BFZ Peters thematisiert werden. Daraufhin wurden sofort alle Aktivitäten des Tagesgeschäftes in der Verwaltung eingestellt und mit der Erstellung von Notfallplänen begonnen. Die große Herausforderung war, wie die Asylbewerber in so kurzer Zeit in den Gebäuden des BFZ untergebracht werden könnten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, „wie kann der Umzug der Bildungskunden möglichst belastungsarm realisiert werden“.

Eine Information der Bildungskunden schon am selben Nachmittag kam nicht in Frage, da die organisatorischen Vorbereitungen noch nicht weit genug fortgeschritten waren. Am Freitag dem 22.5. wurde die Schülerschaft um 8.10 Uhr in einer kurzfristig anberaumten Informationsveranstaltung über die Zwangszuweisung von Asylbewerbern und die damit zusammenhängende Notfallplanung informiert. Im Zuge dessen wechselten 37 Internatsschüler der ca. 400 in Ausbildung befindlichen Umschüler ihre Zimmer und zogen in ein räumlich getrenntes, anderes Internatsgebäude des großen Campus des BFZ Peters um.

Die organisatorischen Vorbereitungen waren inzwischen so weit fortgeschritten, dass bereits neue Zimmer mit Zimmerschlüsseln zugewiesen werden konnten. Fast zeitgleich wurden mehr als 20 Helfern für Organisation und tatkräftige Unterstützung aktiviert, (darunter die komplette Handwerker- und Hausmeisterschaft des BFZ auch mit Gabelstapler, später hinzukommend Sozialpädagogen und Psychologen und am Ende das gesamte Reinigungspersonal), um den Schülern den Umzug zu erleichtern.

Etliche nichtbetroffene Bildungskunden hatten sich bereit erklärt, den Umziehenden beim Tragen zu helfen. Dazu kamen zahlreiche Hilfskräfte, zum Beispiel von der Umzugsfirma Körber, der Spedition Aumüller, ESD oder der Stadt Waldkraiburg. Die Organisatoren des Umzuges bedanken sich bei allen Helfern für die vorbehaltlose Unterstützung in dieser Ausnahmesituation.

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