Wettbewerb soll bestes Konzept bringen

Neuordnung der Waldkraiburger Innenstadt: So geht es weiter

Ein erster Entwurf für die Variante eines Neubaus am bisherigen Standort. (Das Bild zeigt eine von beauftragten Planern vorgeschlagene Variante für die Gestaltung des neuen Rathauses, die aber nur als Anregung für die Möglichkeiten der Gestaltung dienen soll und keinen geplanten Entwurf darstellt.
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Ein erster Entwurf für die Variante eines Neubaus am bisherigen Standort. (Das Bild zeigt eine von beauftragten Planern vorgeschlagene Variante für die Gestaltung des neuen Rathauses, die aber nur als Anregung für die Möglichkeiten der Gestaltung dienen soll und keinen geplanten Entwurf darstellt.

Waldkraiburg - Der Wettbewerb, bei dem das beste Konzept für die Neugestaltung von Rathaus und Innenstadt gefunden werden soll, ist einen bedeutenden Schritt weiter.

Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung einem Entwurf mehrheitlich für die Auslobung eines Realisierungswettbewerb zu. Dabei sollen Planer mit ihren Konzepten für eine Umsetzung des geplanten Rathaus-Neubaus und Ideen für eine Neugestaltung des Sartrouville- und Stadtplatzes miteinander in den Wettbewerb treten. Nun soll der Wettbewerb vorbereitet werden. Bis 2024 soll das Projekt umgesetzt werden.


Waldkraiburg will Rathaus und Innenstadt neu ordnen - Wettbewerb soll Konzepte bringen

„Es geht hierbei darum, die Leitplanken, die wir als Stadt uns bei diesem Wettbewerb geben, zu fixieren“, berichtete Carsten Schwunck, Leiter der Abteilung für Bau und Stadtentwicklung der Waldkraiburger Stadtverwaltung. „Das mit der Durchführung des Wettbewerbs beauftragte Büro ist übrigens das in Bayern, welches bei Behördengebäuden und Rathäusern die meiste Erfahrung hat.“ Der Wettbewerb biete die Chance, ein Konzept sehr viel günstiger zu erhalten, als dies bei der direkten Beauftragung von Fachleuten der Fall wäre. „Zudem bekommen wir außerdem natürlich eine Auswahl verschiedener Varianten.“


Nicht nur das Rathaus, auch Teile der Waldkraiburger Innenstadt soll das Konzept umfassen.

Das Konzept, welches sich im Wettbewerb durchsetzt, müsse dann natürlich noch in eine Bauplanung umgesetzt werden. „Darin werden dann auch alle nötigen Details geregelt.“ Diskussionen über die grundsätzliche Sinnhaftigkeit des Projekts, seine Finanzierung oder ob eine Sanierung eine Alternative wäre, wie sie Richard Fischer (SPD) forderte, ließ Bürgermeister Robert Pötzsch nicht zu. „Wir haben bereits einen mehrheitlichen Beschluss für das Projekt gefasst, wir können nicht bei jeder Gelegenheit wieder Grundsatzdiskussionen führen.“

Bisheriger Rathausstandort soll aufgegeben werden

Die Stadt Waldkraiburg plant den Neubau eines zeitgemäßen Rathauses mit einer Neugestaltung des Rathausumfeldes sowie eine städtebauliche Neuordnung des Areals am Stadtplatz und Sartrouville-Platz. „Ziel ist es, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt deutlich zu verbessern, eine prägnante Adresse zu schaffen und mehr Leben in die Mitte zu bringen“, so die Stadtverwaltung in ihren Vorgaben an die Planer.

Das ehemals sehr großzügig geplante Rathaus ganz im Stil der 1970er Jahre sowie die darunterliegende Tiefgarage sind stark sanierungsbedürftig. Konkret ist das Dach und Fenster undicht, es fehlt eine zeitgemäße Wärmedämmung und die Decken sondern Feinstaub ab. „Damit entspricht nicht mehr den Anforderungen an ein heutiges Rathaus.“ Rathaus und Tiefgarage sollen daher abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Das neue Rathaus soll sich selbstbewusst präsentieren, offen und einladend für die Bürgerschaft sein und Mitarbeitern ein gutes Arbeitsumfeld und eine gute Arbeitsatmosphäre bieten.“ Es wird etwa 4.750 Quadratmeter Geschossfläche für knapp 100 Mitarbeiter haben.

Bilder von der Infoveranstaltung am Mittwochabend

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Der bisherige Standort des Rathauses soll aufgegeben werden. „Das neue Rathaus soll als neue maßgebliche Raumkante an den Stadtplatz heranrücken.“ Während der Bauzeit soll das alte Rathaus weitergenutzt werden und danach abgebrochen werden. Mit dem Neubau des Rathauses soll auch das unmittelbare Umfeld aufgewertet und die Barrierewirkung durch den Höhenunterschied aufgehoben werden. „Die höhengleiche Öffnung und Verbindung der beiden Plätze ist ein wichtiges städtebauliches Ziel des Wettbewerbs. Neubau und Freiflächen sollen eine Attraktion in der Stadtmitte werden und dem Ort ein neues Gesicht geben.“

Projekt aus ISEK-Prozess entstanden

Im Rahmen der von 2016 bis 2018 geführten Diskussionen im Prozess für das Integrierte Stadtentwicklungs-Konzept (ISEK) war die bessere Anbindung des Sartrouville-Platzes an den Stadtplatz als Maßnahme mit höchster Priorität beschlossen worden. „Zur Realisierung dieses Ziels wurden in der Diskussion dabei auch bereits Standortalternativen zum bestehenden Rathaus überlegt und damit bereits ein möglicher Neubau des Rathauses mit großen Teilen der Bevölkerung gemeinsam angedacht“, so die Stadtverwaltung. „Unabdingbar war bei einer möglichen Verlagerung des Rathauses die unbedingte Regelung zur Nachnutzung der Freiwerdenden Flächen am jetzigen Standort.“

Im Ergebnis wurde unter anderem festgehalten, dass es aufgrund der mangelnden Attraktivität des Standorts zu einem „Trading-Down-Effekt“ bis zum Leerstand kommen würde. „Im Umfeld des Rathauses und Sartrouville-Platzes haben auch verschiedene jüngste Ereignisse dazu geführt, dass auch auf privater Eigentümerseite unterschiedliche Maßnahmen anstehen werden.“ Aus Sicht der Verwaltung wäre es sinnvoll und notwendig eventuell aufkommende Bedürfnisse durch eine nachhaltige städteplanerische Betrachtung bereits im Vorfeld vorzubereiten.

Wettbewerb sinnvollste Art, Ideen einzuholen

„Nachdem eine sinnvolle und nachhaltige Planung im engen planerischen Kontext zu einer Rathausentscheidung steht, ist es sinnvoll eine gemeinsame Planüberlegung zu starten und einen gemeinsamen Wettbewerb Rathaus und Sartrouville-Platz zu schaffen“, so die Stadtverwaltung weiter. Dabei wäre ein Realisierungswettbewerb, der das Rathaus mit einem Ideenteil Sartrouville-Platz umfasst, ein mögliches Verfahren. Ein erster Schritt dazu war die Beauftragung eines Büros zu Durchführung des Wettbewerbes.

„Zwischenzeitlich wurden die weiteren Rahmenbedingungen, Planungs- und Auslobungsinhalte in einen Auslobungstextentwurf erarbeitet. Begleitend wurde das Raumprogramm finalisiert.“ Bei der Erarbeitung der Auslobungsinhalte habe sich immer herausgetstellt, dass für die Vorbereitung des angedachten Ideenteils zunächst weitere nähere Untersuchungen und Erhebungen notwendig seien. Dabei geht es um Einzelhandelsmöglichkeiten, ein Verkehrs- und Parkkonzept, Grundrissorientierungen und Veränderungsmöglichkeiten. „Zudem erscheint eine Kopplung der des Ideen- und Realisierungswettbewerbes den Gesamtwettbewerb zu mit seinen bedeutsamen Planungsinhalten zu überfordern. Damit ist absehbar das der wichtige Ideenteil nicht die planerische Aufmerksamkeit innerhalb des Wettbewerbes erhält, die notwendig erscheint.“

hs

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