Minigolf-Inhaber in Waldkraiburg in Sorge

Nachbar klagte: Aus für Trampolin - „Weiß nicht wie es weitergehen soll“

Das Minigolf Waldkraiburg zwischen Kraiburger und Josef-Haydn-Straße. Ein Nachbar hat nun ein vorläufiges Aus für die beliebte Trampolin-Anlage bewirkt.
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Das „Minigolf Waldkraiburg“ zwischen Kraiburger und Josef-Haydn-Straße. Ein Nachbar hat nun ein vorläufiges Aus für die beliebte Trampolin-Anlage bewirkt.

Waldkraiburg - Ein Nachbar sorgte dafür, dass die Minigolfanlage von Gerhard Zeiller vorerst ihr Trampolin nicht mehr betreiben kann. Das sorgt bei ihm für Sorgen um die Fortexistenz des Platzes.

„Dann gibt‘s unser Freizeitangebot halt wohl bald nicht mehr ...“, gibt sich Gerhard Zeiller, Inhaber des „Minigolf Waldkraiburg“ gegenüber innsalzach24.de resigniert. „Es ist halt ein Gesamt-Paket, wegen dem die Leute herkommen: Die Gastronomie, das Minigolf und die Trampolin-Anlage.“ Letzteres sei allerdings für viele Kinder die Hauptmotivation. „Die Leute rufen jetzt an und wollen die Anlage für einen Kinder-Geburtstag buchen. Wenn ich ihnen dann sagen muss, dass das Trampolin weiter gesperrt ist, gehen sie woanders hin.“


Nachbar sorgt für Aus für Trampolin-Anlage von Minigolf Waldkraiburg

15 Jahre lang habe es die Trampolin-Anlage gegeben, berichtet Zeiller. Bei zahllosen Kindergeburtstagen sei sie die Hauptattraktion gewesen. Dann habe ein Nachbar, der sich an dem Lärm der tollenden Kinder störte, sich beim Bau- und dem Ordnungsamt beschwert. Die Anlage liegt zwischen Kraiburger und Josef-Haydn-Straße. Nach drei Seiten hin ist sie von Wohnhäusern umgeben.„Das Trampolin war nicht Teil der Anlage, als diese genehmigt wurde“, erklärt Bauamtsleiter Carsten Schwunck. „Es müsste also nachträglich genehmigt werden."


Die Lage des Minigolf Waldkraiburg zwischen Kraiburger und Josef-Haydn-Straße. Er ist nach zwei Seiten von Wohnhäusern umgeben.

Dies sei aber nicht ohne weiteres möglich. „Dazu bräuchte es wiederum ein Schallschutzgutachten, welches feststellt, dass die Anlage ohne Nachteile für die Anwohner betrieben werden kann“, so Schwunck. „Ich muss jetzt mal schauen, was ein Gutachter zu dem Fall grundsätzlich sagt“, erklärt wiederum Zeiller. „Da muss man jetzt sehen, ob die Kosten dafür verhältnismäßig sind.“

Möglicherweise Aus für Minigolf Waldkraiburg ohne Trampolin

Die Anlage mache kaum Gewinn, sei mehr ein Hobby für ihn. „Solange wir die Kosten decken können, bin ich zufrieden. Aber ob ohne das Trampolin genug Leute kommen, bezweifle ich schon sehr. Ich weiß nicht, wie es dann weitergehen soll.“ Er würde in jedem Fall die Anlage nun noch heuer bis zum Ende der Saison im Oktober betreiben. „Dann schauen wir mal, ob und in welchem Umfang ich sie wieder im April kommenden Jahres eröffnen kann.“

Er fände es schade, wenn es nach 15 Jahren nicht mehr mit dem Trampolin weitergehen könnte. „Es gibt eh schon viel zu wenig Angebote für Kinder und junge Leute hier“, klagt Zeiller. Am Dienstagabend hatte er einen Gesprächstermin bei Bürgermeister Robert Pötzsch. „Viel ist dabei leider nicht herausgekommen, immerhin geben sie mir ein paar Namen von möglichen Gutachtern", so Zeiller.

Auch in Mühldorf Lärm-Problem für Jugend-Angebote

Auch im Nachbarort Mühldorf am Inn stellt der Lärmschutz von Anwohnern ein Hindernis für Jugendangebote dar. Auf Anregung des Jugendreferenten würde die Stadt gerne mehr Bolz- und Skateplätze schaffen - doch das ist oft viel schwieriger, als man denkt. Oft sind den Kommunen die Hände gebunden. 

Denn aus Lärmschutz-Gründen ist es sehr schwierig, so etwas in der Nähe eines Wohngebiets einzurichten. Der Lärm von Jugendlichen über 14 Jahren wird beim Lärmschutz anders gewertet, als der von Kindern.

hs

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