Waldkraiburger nach Auseinandersetzung verurteilt

Elektroschocker entflammt K.o.-Spray: Türsteher schwer am Kopf verletzt 

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Waldkraiburg - Im Frühjahr gab es vor dem Club Onyx eine folgenschwere Auseinandersetzung: In der Nacht vom 2. auf 3. März verletzte Christian C. (28) dabei einen Türsteher des Waldkraiburger Tanzlokals schwer, nachdem er von diesem zuvor aus der Diskothek geworfen worden war. 

Nun wurde der rumänisch-stämmige Täter vom Amtsgericht Mühldorf wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Zudem muss der bisherige Paketfahrer, der zwischenzeitlich arbeitslos geworden ist, einen Schadenersatz bzw. ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro leisten. 

Christian C. war vom späteren Opfer, das wegen der schweren Verletzungen seinen Job im Club Onyx verloren hat, zunächst aus der Lokalität entfernt worden. "Er hat ständig Mädchen angesprochen, aber sie sind immer weg gegangen", begründete Türsteher S. sein Einschreiten gegen Gast des Clubs. Mit seinen Kollegen habe er den späteren Täter mehrfach ermahnt, bevor sie ihn dann unsanft aus dem Tanzlokal entfernten. Ob es an den „mehreren Flaschen Bier und den zwei Flaschen Wodka“ lag, die der Täter nach eigener Aussage mit Freunden dort bereits konsumiert hatte, daran konnte sich Christian C. nicht mehr erinnern. Der bei der Polizei später festgestellte Blutalkoholwert lag jedenfalls bei 1,53 Promille, nachdem ein Atem-Alkoholtest zuvor einen Wert von nur 0,93 geliefert hatte. 

Allerdings erinnerte sich der Täter, dass er nach dem Rauswurf seinen Bruder angerufen hatte, welcher auch gekommen war, um ihn nach Hause zu bringen. Dort angekommen, vermisste der betrunkene Mann seine Brille, weswegen er gut 10 Minuten zu Fuß zurück zum Club lief, um diese dort zu suchen. Als er beim Club wieder auf Türsteher S. traf, attackierte er diesen zunächst mit Pfefferspray, das er angeblich „zur Sicherheit“ immer bei sich führe. "Er kam von hinten und hat mir aus nächster Nähe direkt ins Gesicht gesprüht. Ich konnte nicht mehr atmen!“, klagte der Gepeinigte. 

Drei Elektroschocks in den Brustbereich

Damit aber noch nicht genug, denn dann zog Christian C. auch noch einen Elektroschocker und versetzte S. noch mindestens drei Elektroschocks in den linken Brustbereich, unterhalb der Schulter. Dabei entzündete sich das Pfefferspray, das der Täter immer noch auf den Türsteher richtete. Dabei verbrannten die Haare des Opfers und es erlitt schwere Verbrennungen im Kopfbereich. Unklar ist, ob sich das Opfer die Schulter bereits durch die Elektroschocks, oder erst durch den darauffolgenden Sturz ausgekugelt hat. Fest steht, dass das Gelenk in den folgenden Tagen und Wochen noch zweimal von alleine nachgab, sodass S. schließlich operiert werden musste, um die Schulter wieder dauerhaft zu fixieren. 

Weil der Alkohol wegen des langen Fußmarschs nicht mehr als strafmildernd gelten könne, forderte Staatsanwältin Hiebl ein Jahr und zehn Monate Haft, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Außerdem sollte der Angeklagte 100 Sozialstunden leisten. In seiner Urteilsfindung hielt Richter Christoph Warga dem Angeklagten aber zugute, dass er sich bisher noch nie etwas zu Schulden kommen habe lassen und dass er über seinen Anwalt schon früh einen Täter-Opfer-Ausgleich gesucht habe. Daher lautete das Urteil nur auf ein Jahr und drei Monate Gefängnisstrafe, die mit einer zweijährigen Bewährungszeit verbunden sind. Außerdem bestellte Dr. Warga explizit einen Bewährungshelfer, nicht zuletzt, um die Integration des erst seit 2014 in Deutschland lebenden Rumänen zu fördern.

pbj

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