Aktueller Stand beim Förderzentrum und der Starkheimer Außenstelle

Probleme mit Parkplätzen und Arteserbrunnen müssen weg

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Der Arteserbrunnen vor dem Förderzentrum
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Mühldorf am Inn/Waldkraiburg - Erst im Oktober wird feststehen, wie es mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum und seiner Außenstelle im Mühldorfer Ortsteil Starkheim weitergeht. Dann liegt dazu eine Machbarkeitsstudie vor. 

Die Studie soll dann dem Kreistag und seinen Gremien zur Beratung vorgelegt werden. Dieses Vorgehen beschloss der Bauausschuss des Mühldorfer Kreistags in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Ein Antrag der Grünen-Fraktion auf eine umgehende Sanierung der Starkheimer Außenstelle wurde daher zurückgestellt. Die Planungen für die Standorte in Waldkraiburg und Starkheim sollen bis Oktober weiter konkretisiert werden. Es soll aber auch nach einer Zwischenlösung für den Standort Starkheim gesucht werden. 

Das Förderzentrum Waldkraiburg braucht mehr Platz für die Einführung einer Ganztagesbetreuung, sowie die gegebenenfalls zusätzliche Beschulung von Schülern mit sehr hohem sozial-emotionalem Förderbedarf. Mit seinen vier Außenstellen verfügt es über 3264 Quadratmeter geförderte Fläche. Im Raumprogramm der Regierung von Oberbayern wären insgesamt 5.517 Quadratmeter förderfähig, es gäbe also durchaus noch ein Potenzial von 2253 Quadratmetern, für staatliche geförderte Bauten. In unmittelbarer Nähe zum Förderzentrum befinden sich die Mittelschule, sowie die Grundschule an der Dieselstraße, für welche die Stadt zuständig sind.Der Plan ist, dass ein gemeinsames Schulzentrum entstehen soll.  Daher war die Kreisverwaltung durch den Kreistag beauftragt worden, zusammen mit der Waldkraiburger Stadtverwaltung und Stadtbau, unter Einbeziehung eines Planungsbüros, Machbarkeitsstudien und Konzepte für den Schulstandort Dieselstraße zu erarbeiten. Die Studie soll im Oktober vorliegen, dann wird sich der Kreistag damit befassen.

Keine Angebote nach Ablehnung in Polling

Ein besonderes Problem ist noch die Außenstelle des Förderzentrums in Starkheim. Denn das bisherige Gebäude muss eigentlich dringend saniert werden und sollte dann der Fachakademie für Sozialpädagogik zur Verfügung gestellt werden. Beide Einrichtungen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu einander. Daher gab es einen Antrag des Landkreises bei der Gemeinde Polling, die Außenstelle in die Räumlichkeiten der dortigen Grundschule umzuziehen. Der Pollinger Gemeinderat sprach sich dann allerdings mehrheitlich dagegen aus. Die Mehrheit der Gemeinderäte ließ sich nicht von den Planungen überzeugen. Sie bezweifelten unter anderem, dass es am Ende genug Räume für beide Einrichtungen geben würde und befürchteten, dass auf die Gemeinde bei den notwendigen Sanierungen nicht absehbare Kosten zukommen könnten.

Die Außenstelle des Förderzentrums in Starkheim.

"Weitere Anfragen an die Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises, ob sie uns frei stehende Flächen an Schulhäusern überlassen könnten, haben kein Ergebnis gebracht", musste Thomas Bumberger, Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau im Landratsamt berichten. Somit würde der bisherige Schulstandort in die aktuellen Planungen zur Weiterentwicklung des Waldkraiburger Standorts mit einbezogen. 

Probleme mit Denkmalschutz und Parkplätzen

Darüber hinaus liegt ein Antrag der Kreistagsfraktion der Grünen vor. Diese forderten, dass die Sanierung der Starkheimer Außenstelle umgehend geplant und umgesetzt wird. Für die Fachakademie soll ein notwendiger Anbau umgehend geplant und ausgeführt werden. "Die Sanierung der nicht denkmalgeschützten Förderschule ist jederzeit grundsätzlich möglich", erklärte dazu Bumberger. Allerdings müsste noch in der Planungsphase geklärt werden, ob auch die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes der Fachakademie, wegen des möglichen Anbaus eines zusätzlichen Treppenhauses baugenehmigungspflichtig wäre. Denn das Landesamt für Denkmalpflege habe bereits mitgeteilt, dass dies aus ihrer Sicht nicht vorstellbar sei. Denn das Gebäude sei einzeln stehend gebaut und symmetrisch gestaltet, was durch einen Anbau gestört würde. Dagegen ein von der Fachakademie abgesetzter Erweiterungsbau im Bereich des bestehenden Anbaus würde als möglich erachtet. 

Ein Problem wird wiederum die Parkplatzsituation.Zwar gäbe es bereits mehr Parkplätze, als gesetzlich vorgeschrieben, aber sie würden trotzdem nicht ausreichen. "Nur wenige Schüler nutzen das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs", berichtete Bumberger, "Auch werden wenig Fahrgemeinschaften gebildet." Die Folge sei ein ständiges Parken auf der Gemeindestraße nach Starkheim, wodurch Schäden an den Banketten absehbar und notwendige Rettungswege nur eingeschränkt nutzbar seien. "Betroffene Landwirte nehmen dies nicht mehr länger hin!", erklärte der Bauamtsleiter.

"Arteserbrunnen" müssen weg

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Sitzung bekannt, dass die "Arteserbrunnen" bei der Fachakademie und der Außenstelle abgerissen werden müssen. Ein artesischer Brunnen ist ein Brunnen in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, in dem Wasser unter Überdruck steht. Das Wasser steigt ohne Pumpen bis zur Oberfläche, da das hydraulische Potenzial sehr hoch ist. "Muss das denn sein? Diese Brunnen sind so schön.", klagte Grünen-Kreisrat Oskar Rau. "Leider ist das eine verbindliche Vorgabe des Wasserwirtschaftsamtes", berichtete Landrat Georg Huber (CSU), "Wie bei allen Bauwerken dieser Art besteht da eine Gefahr, dass das Grundwasser verunreinigt wird." Daher müsste die Bauart als artesischer Brunnen beseitigt werden. Der Rückbau der beiden Brunnen wird insgesamt 250.000 Euro kosten und soll im Herbst diesen Jahres erfolgen. Derzeit laufen noch die Planungen und Vorbereitung der Ausschreibung. 

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