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„Irgendwoher müssen auch Ballons und Plüschtiere kommen ...“

Lieferkettenprobleme betreffen auch Schausteller auf dem Waldkraiburger Volksfest

Schausteller Sascha Stey in seiner Pfeilwurfbude auf dem Waldkraiburger Volksfest.
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Schausteller Sascha Stey in seiner Pfeilwurfbude auf dem Waldkraiburger Volksfest.

Sascha Stey ist mit seiner Pfeilwurfbude eine Institution auf dem Waldkraiburger Volksfest und seit über 40 Jahren dabei. Nach Corona wäre nun eigentlich wieder genügen Volksfest-Begeisterung bei den Menschen in der Region, doch als Schausteller sieht man sich seit neuestem vor einem neuen Problem. Denn die derzeitigen Lieferkettenprobleme treffen auch diese Branche.

Waldkraiburg - „Neun Punkte, da können Sie eines hiervon haben“, meint Sascha Stey und zeigt auf eine Reihe von kleineren Plüschfiguren, die am Rand seiner Pfeilwurfbude auf dem Waldkraiburger Volksfest hängen. „Die da“, entscheidet sich schließlich das Mädchen, das sich eben mit seiner Mutter zusammen im Abwerfen der Ballons versucht hat und erhält eine Plüschbanane mit Herzchen-Augen überreicht. Zufrieden nimmt sie ihren Gewinn entgegen und die beiden ziehen weiter über das Festgelände der Industriestadt. „Man erwartet das vielleicht nicht unbedingt, aber auch ich habe es jetzt mit der allgegenwärtigen Problematik der Lieferkettenprobleme zu tun bekommen. Irgendwoher müssen auch Ballons und Plüschtiere kommen“, berichtet der Schausteller, als die beiden ihren Weg zur nächsten Attraktion aufgenommen haben, „Und das könnte echt noch ein Problem werden.“

Lieferkettenprobleme betreffen auch Schausteller auf dem Waldkraiburger Volksfest

Stey ist zweifellos eine Institution des Waldkraiburger Volksfest. Seit 45 Jahren ist er jetzt dabei. „Wenn man die Corona-Jahre zählt.“ 2017 wurde er für 40 Jahre Mitwirken durch Ersten Bürgermeister Robert Pötzsch ausgezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. „In meiner Familie haben wir eine lange Tradition, schon meine Mutter und Großmutter waren in der Branche“, berichtet Stey. Über zu wenig Kundschaft könne er sich nicht beklagen. „Die Leute hatten zwei Jahre kein Volksfest, jetzt ist dafür umso mehr los.“ Nun aber sieht er sich, genauso wie viele seiner Kollegen, nach Corona gleich mit dem nächsten Problem konfrontiert. „Das alles hier“, sagt er und zeigt auf all die großen und kleinen Plüschwesen, die Plastikrosen, Schlüsselanhänger und andere Preise, die man bei ihm mit Wurfgeschick gewinnen kann, „Das alles kommt ja inzwischen quasi nur noch aus China.“

Der Präsident des Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller, Wenzel Bradac.

„Da droht uns ein Engpass“, bemerkt auch der Präsident des Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller, Wenzel Bradac im Gespräch mit unserer Redaktion. Er selbst betreibt das Familien-Spielgeschäft Derby-Star unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest. „70 Prozent der Ware ist inzwischen aus China, aber es kommt derzeit fast nichts mehr zu uns hinüber.“ Der anhaltende Lockdown der Hafenstadt Shanghai, über die erhebliche Warenmengen umgeschlagen werden, macht der Wirtschaft weltweit zu schaffen. „Ich habe erst kürzlich mit einem Großhändler gesprochen. Der hat 12 Riesencontainer dort seit Februar herumstehen und weiß nicht, wann er die endlich herbekommt!“

Bayerische Schausteller hoffen auf Schub an Lieferungen Ende Juli

Die Hoffnung sei, dass Ende Juli endlich ein größerer Schub an Ware kommt. „Denn dann beginnt ja unsere Hauptsaison.“ In einem gewissen Umfang habe jeder sich bevorratet. „Aber das braucht ja auch Lagerraum und ist daher nur in einem bestimmten Umfang möglich.“ Auch alternative Transportrouten zum Schiff sei für seine Branche keine Hilfe. „Das mag bei anderen Waren eine Lösung sein. Aber so etwas per Luftfracht transportieren würde die Kosten explodieren lassen. Auch wir müssen heuer, wie alle, bei unseren Preisen leider etwas nach oben gehen, aber da gibt es natürlich einfach eine Obergrenze“, schließt der Verbandspräsident.

„Ja, ich habe vor kurzem auch noch einen Schwung Luftballons gekauft und bin jetzt heilfroh darüber“, meint auch Sascha Stey in seiner Pfeilwurfbude auf dem Waldkraiburger Volksfest. „Die und auch die Gewinne werden noch eine Weile reichen. Aber ich hoffe schon auch, dass es bald einmal Nachschub gibt.“

hs

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