Jetzt doch Ja zur Ehrenamtskarte

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Waldkraiburg - Die Stadt unterstützt die Bayerische Ehrenamtskarte und erklärt sich jetzt bereit, zu prüfen, wer die Voraussetzungen für die Karte erfüllt.

Die Stadt und ihre Tochtergesellschaften werden aber vorerst keine eigenen Vergünstigungen anbieten. Dafür hat sich der Hauptausschuss ausgesprochen.

Von einer Kompromisslösung war im Ausschuss die Rede. Denn einerseits will die Stadt ehrenamtliches Engagement würdigen und ihren Bürgern die Möglichkeit eröffnen, an bayernweiten Vergünstigungen teilzuhaben (siehe auch Infoblock). Andererseits ist derzeit eine Beteiligung mit eigenen Leistungen und Angeboten aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

Im Vorfeld der Sitzung hatte die Stadtverwaltung 124 Vereine und Institutionen abgefragt. Wie Stefan Süße im Ausschuss berichtete, befürworten 36 die Einführung der Ehrenamtskarte, sechs sind dagegen, fünf haben keine Meinung. Eine verbindliche Zusage, die Daten innerhalb des Vereins zu überprüfen, haben 37 Vereine abgegeben. Die Umfrage hat zudem ergeben, dass vorläufig eine Zahl von fast 600 Personen die Anforderungen für die Karte erfüllen.

Der VfL hat bereits auf den entstehenden Verwaltungsaufwand hingewiesen, der bei 200 potenziellen Empfängern eine große Belastung für den Verein darstellt. Auch für kleinere Vereine ist mit einer zusätzlichen Belastung durch die Überprüfung zu rechnen.

Er hoffe nicht, dass die Ehrenamtskarte zum "bürokratischen Monster" werde, meinte Bürgermeister Siegfried Klika. Der personelle und finanzielle Aufwand, der auf die Stadtverwaltung zukommt, ist schwer einzuschätzen. In keinem Fall werden jedoch Zuschüsse des Ministeriums den Aufwand abdecken können.

Auch potenzielle Akzeptanzstellen (siehe Infoblock) hat die Stadt angefragt: die Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk in Waldkraiburg, die städtischen Gesellschaften, das Haus der Kultur. Letzteres zum Beispiel verweist auf bereits bestehende Rabatte für Bürgerinnen und Bürger. Über weitere Vergünstigungen für Inhaber der Ehrenamtskarte müssten die politischen Gremien entscheiden.

Die Beteiligung ist nicht zuletzt eine Kostenfrage. Schließlich kann bayernweit jeder Karteninhaber die zugesagte Leistung in Anspruch nehmen.

Das ist im Blick auf die Haushaltslage der Stadt ein Grund, warum sich das Gremium derzeit nicht für eigene Vergünstigungen der Stadt ausspricht. Einen anderen nannte Bürgermeister Siegfried Klika. Im Blick auf die Stadtwerke GmbH, die Schwimmbad und Eissporthalle betreibt, stellt sich auch die Frage der verdeckten Gewinnausschüttung.

Grundsätzlich für die Unterstützung der Ehrenamtskarte sprachen sich Richard Fischer für die SPD und Anton Sterr für die CSU aus. Beide wollen sich dem "Rosenheimer Modell" anschließen. Der Nachbarlandkreis macht mit, hat bislang aber nur kostenlose Museumsbesuche als Leistungen eingestellt. Sterr verwies darauf, dass auch bei den Vereinen die Meinungen auseinandergehen. Im VfL sei wohl die Mehrheit dagegen, die Feuerwehr ist für die Ehrenamtskarte.

In der Voraussetzung, fünf Stunden pro Woche ehrenamtliche Arbeit zu leisten, sieht er eine "verdammt hohe Hürde". Auf Anhieb falle ihm nur BRK und Feuerwehr ein, die die Bedingungen erfüllen. Sterr zieht deshalb die Zahl von fast 600 Berechtigten in Waldkraiburg stark in Zweifel.

Bei der Stadt will man sich nun die Entwicklung der Ehrenamtskarte anschauen, ein Ausbau der Leistungen sei möglich, sagte Bürgermeister Klika.

hg/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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