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5 Jahre nach Flutkatastrophe in Simbach: Wasserwacht-Mitglied aus Waldkraiburg berichtet

„Die Bilder von dieser Katastrophe werde ich nie aus dem Kopf bekommen!“

Jürgen Hanetzok (in roter Jacke) bei der Flutkatastrophe in Simbach.
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Jürgen Hanetzok (in roter Jacke) bei der Flutkatastrophe in Simbach.

Am Dienstag, den 1. Juni jährt sich die Flutkatastrophe von Simbach zum fünften mal. Im Gespräch mit innsalzach24.de erinnert sich einer der Helfer von damals an die dramatischen Geschehnisse.

Simbach/Waldkraiburg - „Heute vor fünf Jahren war ich, wie noch nie zuvor in meinen Leben, als Abschnittleiter ‚Innstraße Nord‘ bei der Flutkatastrophe in Simbach, gefordert“, erinnert sich Jürgen Hanetzok, technischer Leiter der Kreiswasserwacht Mühldorf am Inn gegenüber innsalzach24.de. „Als damals der Piepser ging und uns die Leitstelle Traunstein nach Simbach mit dem Stichwort ‚Person im Inn‘ alarmierte, ahnte niemand, was hier auf uns zu kam. Wegen der katastrophalen und noch unklaren Situation und der Funkumstellung von Analog auf Digital konnten wir auch die zuständige Leitstelle Passau nur schwer erreichen.“

Vor fünf Jahren wurde Simbach am Inn von einer Jahrtausendflut heimgesucht. Fünf Menschen kamen in Simbach ums Leben, zwei weitere in Nachbargemeinden. Eine meterhohe Flutwelle war am 1. Juni 2016 durch die niederbayerische Gemeinde gerauscht, zerstörte Häuser, schwemmte Autos davon und riss Menschen in den Tod (Plus-Artikel innsalzach24.de). Rasch machte sich eine große Zahl von Helfern und Rettungskräften aus der gesamten Region auf den Weg. Darunter auch zahlreiche Einsatzkräfte aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn (Plus-Artikel innsalzach24.de).

„In Simbach am Marktplatz angekommen musste ich nach wenigen Sekunden der Lageerkundung die ersten Befehle zur Rettung von Personen in akut lebensbedrohlichen Lagen erteilen“, fährt Hanetzok fort. „Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand woher die reisende Sturzflut kam. Die eigenen Kameraden in Gefahr zu schicken, war eine enorme Verantwortung. Als die Situation noch schwer überschaubar war, kam dann noch ein Löschzug der Feuerwehr und teilte mir mit, dass in dem Einsatzabschnitt eine Gasexplosion mit einer verletzen Person gemeldet worden war.

„Ein Feuerwehrtrupp, Rettungsassistent und Notarzt begaben sich ins Raft und eilten mit den Wasserrettern der Wasserwacht und der DLRG durch die Fluten zum Einsatzort.“ Vor Ort habe sich herausgestellt, dass es sich um einen Patienten mit schweren Verbrennungen handelte, der nicht per Boot transportfähig war. „Da genügend Hubschrauber in Simbach waren, konnte der Patient direkt ausgeflogen werden. Weitere medizinische Notfälle wie Unterzucker und ein Herzinfarkt mussten, neben den Menschenrettungen aus dem Wasser, zeitgleich koordiniert werden.“

„Die Bilder von dieser Katastrophe werde ich nie aus dem Kopf bekommen. Auch das Gefühl der Machtlosigkeit, nicht jedes Menschenleben retten haben zu können, werde ich nie vergessen. Ich werde aber auch nie vergessen, wie die Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen perfekt miteinander funktioniert hat“, schließt Hanetzok. „Wie Einsatzkräfte unermüdlich und über Ihre körperliche Belastungsgrenze hinaus gearbeitet haben. Egal ob Polizei, Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienst, THW, Hubschrauberbesatzungen - jeder Einsatzbefehl von mir wurde unverzüglich ausgeführt. Mein Dank gilt allen Beteiligten für Ihre hervorragende Unterstützung und Zusammenarbeit. Ich bin stolz seit 28 Jahren Mitglied einer Hilfeleistungsorganisation zu sein.“

Eine Woche nach der Flut in Simbach (1)

 © Ludwig Stuffer
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In der von dem Unglück heimgesuchten Gemeinde geht unterdessen das Leben weiter. Nach der Katastrophe waren Teile des Ortes durch die Verwüstungen für eine Weile eine regelrechte Geisterstadt (Plus-Artikel innsalzach24.de). Inzwischen präge die Katastrophe den Alltag in der 10.000-Einwohner-Stadt im Landkreis Rottal-Inn nicht mehr so stark, berichtete Bürgermeister Klaus Schmid (CSU) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Einzelne Gebäude stünden noch leer und einige Baustellen seien noch nicht abgeschlossen, größtenteils sei aber wieder die Normalität eingekehrt. Doch auch wenn der Blick in Simbach in die Zukunft gerichtet sei, solle das Drama vom 1. Juni 2016 nicht in Vergessenheit geraten. Am Jahrestag wollen die Menschen bei einer Gedenkstunde an die verstorbenen Mitbürger erinnern, die in den Fluten ums Leben kamen. 

hs mit Material der dpa

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