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Übler Umweltfrevel - Kubikmeterweise Müll

„Macht einen fassungslos“: Was Helfer beim Ramadama in Waldkraiburg alles in der Natur fanden

Thomas Rettenwander (links) und Markus Schiller von der Freiwilligen Feuerwehr Ebing haben Autoreifen aus dem Wald geholt.
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Thomas Rettenwander (links) und Markus Schiller von der Freiwilligen Feuerwehr Ebing haben Autoreifen aus dem Wald geholt.

Der April macht, was er will. Ein nasskalter Samstag Anfang April, trotzdem lassen sich die fleißigen Helfer beim Ramadama nicht davon abschrecken Wälder, Wiesen, Felder, Straßen, Wege und Plätze zu säubern. Einmal im Jahr ruft die Stadt Waldkraiburg freiwillige Helfer zum Frühjahrsputz auf. Sie bauen dabei voll und ganz auf den Einsatz engagierter Bürger.

Waldkraiburg – Seit es diese Aufräumaktion gibt, sind vor allem die Freiwilligen Feuerwehren Pürten und Ebing, sowie die Katholische Landjugend Pürten-St. Erasmus mit dabei. Thomas Rettenwander (46) und Markus Schiller (41) von der Freiwilligen Feuerwehr Ebing schleppen Autoreifen und große blaue Säcke aus dem dichten Waldgebiet. Alles Müll, der von gewissenlosen Menschen achtlos in der Natur entsorgt wurde. „Wir sind heute mit 15 Leuten im Einsatz. Auch unsere eigenen Kinder wollten mitmachen und sind richtig aktiv“, sagt Rettenwander.

Ein Fernseher am Inn-Ufer

Während die starken Feuerwehrmänner die schweren Autoreifen aus dem Wald räumen, sammeln Tobias Stadler (6), sein Bruder Jakob (3), deren Freunde Julian (6) Schiller und dessen Schwester Stephanie (8) mit ihren Eltern und ihrer Oma fleißig Müll entlang des Innkanals ein. Alexander Schiller, seine Mutter Marlene und Erika Stadler sind Mitglieder beim Obst- und Gartenbauverein Ebing. Auch sie sind schon seit Anfang an beim jährlichen Ramadama mit dabei.

„An der Böschung unten am Inn lag ein alter Fernseher fast im Wasser drin. Den haben wir rausgezogen. Wir haben vor allem Flaschen, Plastik, McDonalds Tüten, Tiertransportboxen und vieles mehr eingesammelt. Zum Glück waren keine Tiere in den Boxen drin. Das alles zu sehen, macht einen wirklich fassungslos“, sagt Alexander Schiller (38). Selbst der dreijährige Jakob sammelt munter mit der Greifzange Papierfetzen, Plastik, Schutzmasken und vieles mehr ein. Seine Greifzange und sein blauer Müllsack sind fast so groß wie er, doch viel größer ist sein vorbildliches Engagement. Genauso wie das der anderen Kinder die mit ihrem tollen Einsatz den Erwachsenen zeigen, wie enorm wichtig Umweltschutz ist.

Die Kleinsten sind die größten Vorbilder: Julian Schiller (von links), Tobias Stadler, Stephanie Schiller und Jakob Stadler beim Mülleinsammeln.

Entlang der St 2091 sind die Feuerwehr Pürten und die katholische Landjugend Pürten-St. Erasmus fleißig im Einsatz für die Umwelt. „Wir haben vor allem eine Menge McDonalds Tüten, Kassenzettel, To-Go Becher und Flaschen eingesammelt. Wir wurden alle in Bereiche eingeteilt“, erzählen Barbara Thurnhuber (15) und Lilli Spitlbauer (14) von der Pürtener Wehr und Landjugend. Ihre Sammelaktion dauert bis zum Mittag.

Barbara Thurnhuber (rechts) und Lilli Spitlbauer haben bereits etlichen Müll in ihren Säcken gesammelt.

„Bei uns kamen eine Menge Bier-, Schnaps-, Weinflaschen zusammen. Flaschen und Glas wird allgemein extrem viel weggeworfen, was gefährlich ist. Reifen mit Felgen und vor allem viele Schutzmasken sind auch dabei. Wir fanden viele Corona-Schnelltests, darunter auch einige positive“, setzt der erste Kommandant der Feuerwehr Pürten, Michael Heindl fort.

Anhänger voll mit Müll

Als Aktive bei der Feuerwehr sehen und erleben sie sehr viel. Was sie jedoch fassungslos macht, ist der respektlose Umgang mit der Natur. Die Autoanhänger sind voll beladen mit Müll. Ihr Weg führt sie später zum Bauhof, wo jeder, der beim Ramadama mitgemacht hat, seinen Müll abgeben kann. Damit er dieses Mal ordnungsgemäß entsorgt wird.

Am Ende kommen einige Kubikmeter Müll zusammen. Auch Einzelpersonen, Mitglieder der Kolpingfamilie und der SPD zeigen Herz für die Umwelt und packen bei der Aufräumaktion fleißig mit an. Außerhalb des Ramadama macht sich vor allem die Gruppe Plogging in Waldkraiburg und Umgebung für eine saubere Umwelt stark. Die Leiterin der Plogging-Gruppe Victoria Jurela plant regelmäßig Aufräumaktionen. „Wir sind für jede helfende Hand dankbar, die unsere Plogging-Aktionen unterstützt“, sagt Jurela. Ihnen ist eines ganz besonders wichtig: eine gesunde Umwelt heißt auch eine gesunde Zukunft für Mensch und Tier.

Ursprünglich war das Ramadama bereits eine Woche früher geplant, dann aber wegen des Schneefalls kurzfristig abgesagt worden. Davon nicht abhalten lassen haben sich sechs Azubis der Firma Netzsch, die rund eine Stunde rund um das Werk 2 sieben Säcke mit Müll eingesammelt haben.

Am Wochenende hatten sich kurzfristig wieder viele Helfer zusammengetan und die Stadt vom Müll befreit. Wer dabei immer einen guten Überblick hat, ist Franz Sax, der Leiter des Bauhofs.

Wer war beim Ramadama aktiv dabei?

Franz Sax: Die Graslitzer Schule und die Beethovenschule haben vor kurzem schon eine Sammelaktion gemacht, das Gymnasium plant auch eine. Beim heutigen Ramadama, das von der Stadt Waldkraiburg organisiert wurde, waren Einzelpersonen, die katholische Landjugend, der Verein Kolping Familie, die Feuerwehren Pürten und Ebing, der Obst- und Gartenbauverein Ebing, die SPD und eine Klasse der Goetheschule dabei. Die UWG und der Reha Sportverein waren heute leider verhindert, aber die wollen das auf alle Fälle nachholen.

Was beeindruckt sie besonders bei solchen Umweltaktionen?

Franz Sax: Jeder, der bei so etwas mitmacht, ist klasse. Schön wäre natürlich, wenn einmal aufgeräumt wird und es dann sauber bleibt. Dem ist leider nicht so. Wen ich besonders bewundere, ist die Plogging-Gruppe in Waldkraiburg. Was die machen, ist wirklich toll. Die Plogger machen so viel für die Umwelt und das in ihrer Freizeit und ehrenamtlich dazu.

Was ist Ihnen besonders wichtig?

Franz Sax: Wir unterstützen die Leute, wenn sie solche Umweltaktionen machen wollen. Man muss nur auf uns zukommen. Was mir am Herzen liegt, ist das Thema gelbe Säcke. Diese sollten so positioniert werden, dass der Wind sie nicht wegweht oder sie in den Verkehr reinfallen. Am besten wäre es, die Müllsäcke an einen Zaun oder sonst wo aufhängen, damit keine Tiere dran kommen, sie aufreißen können und der Müll sich überall verteilt. Ich hoffe natürlich, dass das Thema Umwelt den Menschen bewusster wird und die Leute darauf achten, ihren Müll selbst ordnungsgemäß zu entsorgen. Nichts mehr wegwerfen. Es gibt Glascontainer, auf dem Wertstoffhof kann einiges kostenfrei abgegeben werden.

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