Feuerwehrmuseum "ist große Chance"

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Ein Teil der historischen Feuerwehrfahrzeuge ist bereits nach Waldkraiburg überführt und steht seit einiger Zeit im ehemaligen Krone-Baumarkt.

Waldkraiburg - Das geplante private Feuerwehrmuseum sei eine Werbung für die Stadt und aus städtebaulicher Sicht zu begrüßen. So sieht es die überwiegende Mehrheit des Bauausschusses.

Eine Anschubfinanzierung in Höhe von 30.000 Euro durch die Stadt halten Bürgermeister Siegfried Klika und die Mitglieder des Bauausschusses deshalb für angemessen. Der "Verein zur Erhaltung historischer Magirus Feuerwehrtechnik" will das Museum im kommenden Frühjahr eröffnen (wir berichteten). Rund 100 historische Fahrzeuge sollen dann auf dem Gelände des ehemaligen Krone-Baumarktes und des Aldi-Gebäudes den Besuchern präsentiert werden. Den Baumarkt, in dem sich bereits ein Teil der Fahrzeuge befindet, hat der Verein angemietet. Ein Ankauf des benachbarten Aldi-Gebäudes, das mit mit einem Verbindungsbau angeschlossen werden soll, ist beabsichtigt. Der Verein geht davon aus, dass das Museum rund 50.000 Besucher im Jahr nach Waldkraiburg ziehen kann.

Im Grunde ging es im Stadtentwicklungsausschuss nur um einen "Vorsorgebeschluss" (Bürgermeister Klika), um die nötigen planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Realisierung des Museums in der Duxer Straße zu schaffen. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, dazu die rechtskräftigen Bebauungspläne aufzuheben und einen neuen Bebaungsplan für den Bereich westlich der Beuthener Straße und südlich der Duxer Straße aufzustellen. Auch der Flächennutzungsplan, der das Planungsgebiet noch als Mischgebiet und Sondergebiet "Garten- und Freizeitmarkt" ausweist, ist entsprechend zu ändern.

Dagegen und gegen das Museumsprojekt generell hat auch Gustl Schenk nichts einzuwenden. Der Stadtrat bemängelte allerdings, dass die vorliegenden Informationen über das Projekt nicht ausreichen. Da seien zu viele private Interessen im Spiel, fürchtet Schenk. Und im Blick auf die aus seiner Sicht überzogenen Besucherprognosen meinte er: "Wenn das Museum so ein Renner wird, dann braucht man kein Geld von der Stadt." Er sei gegen eine finanzielle Beteiligung, so Schenk, wenn gleichzeitig den Bürgern Opfer wie zum Beispiel bei der Hundesteuer abverlangt würden.

Als Polemik wiesen CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr und seine Fraktionskollegin Eva Köhr diesen Vergleich zurück. "Das Ding hat Hand und Fuß", so Köhr, die im Museum "eine einmalige Chance für Waldkraiburg" sieht. "Wenn es wird, wie es geplant ist", gebe es in ganz Europa kein Feuerwehrmuseum in dieser Größe. Die Uni Eichstätt sei an der Mitarbeit am museumspädagogischen Konzept interessiert.

Die je 15.000 Euro Anschubfinanzierung in den ersten beiden Jahren hält Sterr für "gut angelegtes Geld" im Blick auf die städtebaulichen Vorteile des Projekts. Er könne nicht beurteilen, ob die Besucherzahlen realistisch sind. "Aber selbst wenn zehn bis 15.000 Besucher im Jahr kommen", sei dies im Sinne der Gastronomie und des Handels nur zu begrüßen.

Bürgermeister Siegfried Klika erinnerte daran, dass sich die Stadt seit 15 Jahren erfolglos darum bemühe, den Krone-Baumarkt zu beleben. Für Vollsortimenter oder Fachmärkte sei der Standort aber nicht attraktiv. Der Bereich komme herunter.

"Vom Städtebaulichen her kann uns nichts Besseres passieren als ein Gesamtkonzept für beide Gebäude", bekräftigte Gerd Ruchlinski. Selbst wenn aus finanziellen Gründen nichts aus dem Museum werde, sei mit der Bauleitplanung nichts verloren. "Das Museum bringt Werbung für die Stadt", meinte Vera Bittner. Zudem, so stellte Bürgermeister Siegfried Klika klar, werde der Zuschuss nur dann fließen, wenn weitere Informationen des Vereins vorliegen. Nicht ausreichend sei bislang das Finanzierungskonzept, so Klika. Allerdings sei ihm der Name eines Sponsors genannt worden, den er in der öffentlichen Ausschuss-Sitzung aber nicht preisgab.

Das Museumsprojekt hält Klika für ein seriöses Unternehmen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich ähnliche Pläne des Vereins in Garching zerschlagen hatten. In Waldkraiburg habe das Projekt eine andere Dimension. Hier gebe es die Möglichkeit, "das große Feuerwehrmuseum" zu realisieren. Als ideale Voraussetzungen sieht Klika die Gebäude und die Tatsache an, dass ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen, ebenso das große Engagement des Vereins, "der bislang alles konsequent umgesetzt hat". Es gebe zudem gute Kontakte zu einem namhaften Feuerwehrausstatter, der die Präsentation neuer Feuerwehrfahrzeuge in Aussicht gestellt habe.

Klika: "Man sollte nicht sagen, das wird nichts." Die Stadt wolle aber auch nicht blauäugig rangehen. Das Kulturamt beteilige sich deshalb an der Konzeption. Kulturamtsleier Peter Hegwein werde es deshalb "kritisch begleiten". Diese Formulierung gefiel Rainer Zwislsperger nicht. Der Stadtrat und Feuerwehrmann, der davon ausgeht, dass es im Kulturamt Vorbehalte gegen das private Museumsprojekt gibt: Er wünsche sich "keine kritische, sondern eine positive Begleitung". Das Kulturamt werde den politischen Willen des Stadtrats umsetzen, so der Bürgermeister.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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