Die erste Unterschrift

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Die erste Unterschrift: Johanna Herzog mit ihrem Mann Georg (von links), Bürgermeister Siegfried Klika und Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl unterzeichnete im Rathaus den Vertrag, der den Anschluss an die geothermale Fernwärmeversorgung regelt. 

Waldkraiburg - Der erste Vertrag über den Anschluss an die geothermale Fernwärmeversorgung ist unterzeichnet.

Johanna und Georg Herzog sind mit der gleichnamigen Buchhandlung die ersten Geothermiekunden und werden in der nächsten Heizperiode mit umweltfreundlicher Energie versorgt.

Seit einigen Wochen läuft bei den Stadtwerken die Akquise von Kunden für das Erschließungsgebiet, das im laufenden Jahr an das geothermale Wärmenetz angebunden werden soll. Neben einem Stück der Franz-Schubert-Straße in Waldkraiburg-Süd gehört in der Stadtmitte die Kirchenstraße dazu, außerdem die Gablonzer und Iglauer Straße, der Stadtplatz, ein Teil der Prager Straße und ein Großteil der Egerländer Straße. Über letztere wird das Gebäude der Familie Herzog angeschlossen.

Für die Herzogs kommt das Waldkraiburger Geothermie-Projekt zum idealen Zeitpunkt. "Wir haben drauf gewartet", sagt Georg Herzog. Die bestehende Heizanlage hätte ohnehin erneuert werden müssen. Wichtig sei bei dieser Entscheidung aber auch der Umweltaspekt, wie Johanna Herzog betont.

Von einer "großen Akzeptanz" der Geothermie bei den potenziellen Kunden spricht Weigl. Vor allem die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und der Marktmacht der Erdöl- und Erdgasexportierenden Unternehmen und Staaten sei ein überzeugendes Argument. Ein Anschlusshemmnis gebe es dort, wo die bestehende Heizung noch gut funktioniert. Verhältnismäßig kostenintensiv wird die Umstellung für Haushalte, die noch mit Gaseinzelöfen beheizt werden, weil als Voraussetzung für die Fernwärmeversorgung auch die Wohnung noch verrohrt werden muss.

Der Umstieg von einer Erdgas- oder Ölzentralheizung zur Geothermie wird von den Stadtwerken mit einem CO²-Einsparzuschuss belohnt. Zusätzlich hat die städtische GmbH finanzielle Anreize für Frühbucher sowie für eine hohe Anschlussquote in den einzelnen Anschlussbereichen geschaffen. Wer alle Rabatte ausschöpfen kann, reduziert die Anschlusskosten für einen Standardanschluss mit 15 Kilowatt Leistung um die Hälfte auf 3100 Euro.

Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl verweist zudem auf die Preisstabilität, der Wärmepreis ist bis Ende 2014 festgeschrieben. Weitere Wartungskosten fallen nicht mehr an. "Wir liefern fertige Wärme." Der Stadtwerke-Geschäftsführer setzt zudem auf den Zeitfaktor. Langfristig ist mit sinkenden Preisen bei den fossilen Brennstoffen nicht zu rechnen, im Gegenteil.

Im Frühjahr oder Sommer werden die Buchhandlung und andere Objekte im Erschließungsgebiet 2012 angeschlossen, ein genauer Zeitplan für die Arbeiten steht noch nicht fest. Mit der neuen Heizperiode werde dann mit geothermaler Energie geheizt, so Weigl.

Durch die kalten Temperaturen im Februar sei man ein wenig zurückgeworfen worden, doch der Bau der Energiezentrale auf dem Gelände der Kläranlage schreite voran. Dort befinden sich die Herzstücke der Geothermieanlage, mehrere Plattenwärmetauscher, in denen das geförderte Thermalwasser seine Wärme an das im Wärmenetz zirkulierende Wasser abgibt.

Das Erschließungsgebiet soll im kommenden Jahr 2013 vom Sartrouville-Platz in Richtung Norden vorangetrieben werden und die beiden kirchlichen Zentren (katholische Christkönigsgemeinde und evangelische Kirchengemeinde), das Schulzentrum in der Dieselstraße und das Haus Sudetenland erreichen, und damit auch die Voraussetzung für den Anschluss der umgebenden Bebauung schaffen.

Waldkraiburger Nachrichten

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