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Menschen, Tiere und Pflanzen im Einklang

Ein Idyll steht auf dem Prüfstand: Naturgarten in St. Erasmus wird zertifiziert

Erfüllt der Garten von Martin Englmeier (rechts) die Kriterien eines Naturgartens? Erwin Obermeier (links) und Stefan Zimmermann haben ein strenges Auge und achten auf jedes Detail.
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Erfüllt der Garten von Martin Englmeier (rechts) die Kriterien eines Naturgartens? Erwin Obermeier (links) und Stefan Zimmermann haben ein strenges Auge und achten auf jedes Detail.

Chemische Dünger setzt Martin Englmaier in seinem Garten nicht ein. Und in manchen Ecken lässt er auch bewusst Unordnung zu, gibt der Natur damit noch mehr Platz. Dass er in seinem Garten-Paradies vieles richtig gemacht hat, hat er nun auch schriftlich bekommen.

Waldkraiburg – Martin Englmaiers Garten in St. Erasmus ist ein Idyll: ein buntes Meer an Stauden und Blumen, prächtige Sträucher und Büsche, riesige alte Laub-, Nadel-, und Obstbäume, Stapel aus verschiedenen Hölzern, Nistkästen an Wänden, ein saftig grüner Rasen, aus dem dichte Gräser ragen. Hier und da „wilde Ecken“, in denen Brennesel, Löwenzahn und Co. wuchern. Ein Paradies, das sich jetzt einer strengen Prüfung stellte: der Zertifizierung zum „Naturgarten“.

Es gibt strenge Anforderungen

Das Projekt „Naturgarten – Bayern blüht“ wurde von der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ins Leben gerufen. Kreisfachberater Stefan Zimmermann vom Mühldorfer Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sowie dessen Vorgänger Erwin Obermeier überprüften, ob das Idyll die strengen Anforderungen für die Auszeichnung „Naturgarten“ erfüllt.

Eine majestätische Hainbuche bestimmt das Erscheindungsbild des Gartens in St. Erasmus.

Bei Englmaier sind zum Beispiel die Zäune vom Boden abgehoben, „um keine Hindernisse für Igel oder sonstige Kleintiere zu schaffen. Die Berankung mit dem wilden Wein ist ein toller Schattenspender und Windschutz.“

Auf chemisch-synthetische Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet er komplett. Gift in der Natur ist für ihn ein absolutes No-Go. Mit seinen Kompostern, die er an verschiedenen Stellen aufgestellt hat, produziert er seinen eigenen Dünger. Dieser verbessert die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Gegossen wird nur mit dem gesammelten Regenwasser.

Für Englmaier ist sein Garten keine Arbeit. Er ist ein Ort, an dem Menschen, Tiere und Pflanzen im Einklang miteinander leben können.

Viel Grün, viel Pflege, aber auch wilde Ecken zeichnen den Naturgarten aus.

Dass Englmaiers Herz auch für Tiere schlägt, sieht man an den Nistkästen, dem großen Vogelhaus, den Igelhäusern, Holzstapeln und den ganzen Tränken und Rückzugsorten, wo die heimischen Gartenbewohner Ruhe, Schutz, Nahrung und Sicherheit finden. Im Teich blühen die Seerosen in voller Pracht. Er ist für viele Tiere ein perfektes Biotop: Fische, Molche, Frösche, Schnecken und verschiedene Insektenlarven.

Englmaier zeigt stolz auf eines seiner neuesten Projekte: ein neuer, noch größerer Teich. „Wenn er fertig ist, passen in ihn etwa 18.000 Liter.“

In seinem etwa 1200 Quadratmeter großen Garten steht ein Baumbestand, der mindestens 70 Jahre alt ist. Ein riesiger alter Apfelbaum lieferte zu seinen Spitzenzeiten locker 400 Liter Apfelsaft. „Alte Obstbäume eignen sich auch perfekt als Lebensraum für Eichhörnchen, Baumschläfer, Vögel, Fledermäuse und viele weitere Tierarten, die sich hier einfach richtig wohlfühlen“, erklärt Kreisfachberater Zimmermann. Auch ein uralter Birnenbaum und eine ebenso alte riesige Tanne bieten das perfekte Zuhause für heimische Tierarten.

Bei Martin Englmaier gedeihen Flora und Fauna und leben in trauter Eintracht.

Die beiden Prüfer vom Kreisverband gehen Englmaiers Garten akribisch durch. Ihren geschulten Augen bleibt nichts verborgen. „Grünstreifen sind natürlich enorm wichtig. Auch ‚wilde Ecken‘, wo das Gras einfach wachsen darf und nicht abgemäht wird“, erklärt Zimmermann.

Mutter legt den Grundstein

Eines ist Englmaier jedoch besonders wichtig: „Meine Mutter Katharina hat mit viel Liebe und Ausdauer den Grundstein gelegt. Dafür sind wir ihr sehr dankbar. Von ihr habe ich den Grünen Daumen und noch viel mehr.“ Sie starb 2018.

Am Ende der Prüfung sind sich die Experten einig: Der Garten erfüllt einwandfrei die vielfältigen und strengen Kriterien, die einen Naturgarten ausmachen. In wenigen Wochen gibt es dann eine Urkunde und die entsprechende Plakette.

Der Landkreis Mühldorf ist somit um einen zertifizierten Naturgarten reicher. Aktuell stehen zwei weitere zur Prüfung an: einer in Mühldorf und einer in Aschau. Zimmermann und Obermeier hoffen, dass sie in Zukunft noch viele weitere Naturgärten zertifizieren können.

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