Wegen Corona

Ein Fest für die Stadt: Waldkraiburger Kulturamt legt Alternativkonzept für „Kunst&Kommerz“ vor

Die Kultur tritt auf der Stelle: Das Haus der Kultur hat zwar längst ein Programm in der Hinterhand, doch die erneut steigenden Infektionszahlen lassen eine Öffnung nicht zu. Also braucht es Alternativen und die hat Bürgermeister Robert Pötzsch in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt.

Waldkraiburg – „Ich vermisse unser Publikum“, sagt Alexandra Lausmann, Leiterin der allgemeinen Kulturabteilung. Schon viel zu lange hat sie es nicht mehr gesehen: Etwa 100 Veranstaltungen und Raumbelegungen im Haus der Kultur mussten nach Beginn der Corona-Pandemie abgesagt, rund 1500 Eintrittskarten rückerstattet werden. Nur einzelne Veranstaltungen konnten im Herbst noch stattfinden, bevor der nächste Lockdown ein zweites Mal alle Planungen über Bord warf.

Poesie im freien Raum

Also braucht es Alternativen: Bereits vergangenes Jahr ging die „Kultur to go-App – Poesie im Freien erleben“ an den Start, welche die Stadt eingereicht hat beim Stiftungspreis 2021 „Kunst kann überall: Wie schaffen Städte unter Corona kulturellen Raum?“. Die Vorbereitungen für die Stadtparkkonzerte laufen, außerdem will man die früheren „Moonlight-Shows“ wieder aufleben lassen.

Aber ein Projekt, das das Kulturamt federführend vorbereitet, wird es so nicht geben können. „Große Feste sind heuer wegen Corona nicht wie gewohnt möglich“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Dazu gehören auch „Kunst&Kommerz“ und das Stadtfest.

Der Vorschlag aus dem Haus der Kultur: „Kunst&Kommerz“ und das Stadtfest in diesem Jahr miteinander verschmelzen lasen. Die Besucherströme würden sich besser entzerren lassen, wenn man das Fest auf das gesamte Innenstadtgebiet ausdehnt. „Grundgedanke ist, dass wir alles auseinanderziehen. Wir haben schließlich das gesamte Stadtgebiet zur Verfügung“, sagt Lausmann auf Nachfrage.

Vereine, Bands, Garden, Händler und Gastronomiebetriebe will man motivieren, sich am Fest zu beteiligen. Es sei eine Möglichkeit nach den Beschränkungen der vergangenen Monate, dass man ihnen eine Plattform biete. „Das Fest soll so vielfältig und lebendig wie möglich werden“, erhofft sich Lausmann. Je mehr sich beteiligen würden, desto attraktiver würde das Fest für Besucher. Von Vereinen habe sie schon positives Feedback bekommen.

Voraussetzung für das Ersatzfest ist aber laut Pötzsch die Bereitschaft der Einzelhändler, den verkaufsoffenen Sonntag, der eigentlich Anfang Mai festgelegt war, zu verschieben und sich aktiv daran zu beteiligten. Vorstellbar wäre nämlich ein „Nightshopping“ am Samstag und ein verkaufsoffener Sonntag. Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, hatte bereits im Vorfeld der Stadtratssitzung Zustimmung signalisiert. „Die Idee ist bei den Mitgliedern gut angekommen.“ Was ihm aber wichtig ist: Das soll nur eine einmalige Lösung sein.

Gemeinsam daran arbeiten

Das sieht auch Alexandra Lausmann so: „Es soll nicht dauerhaft das Stadtfest ersetzen. Wenn wir gemeinsam daran arbeiten, dann entsteht ein tolles Konzept.“

Nur Lob für das Kulturamt hatte Stadtrat Frieder Vielsack (UWG). „Die Kultur steckt den Kopf nicht in den Sand.“ Er lobte das Konzept, das an die Corona-Lage angepasst sei. Für Kulturschaffende wie auch die Zuschauer sei es nötig, wieder Kultur erleben zu dürfen.

Das sahen auch alle anderen Stadträte so und bekräftigten das Kultur-Konzept.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam

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