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Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab

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An Waldkraiburgs Schulen

Corona stoppt immer mehr Schüler: Macht Präsenzunterricht noch Sinn?

Oft bleiben Stühle in den Klassenzimmern leer, weil Schüler wegen Quarantäne oder einer Coronainfektion daheim bleiben müssen.
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Oft bleiben Stühle in den Klassenzimmern leer, weil Schüler wegen Quarantäne oder einer Coronainfektion daheim bleiben müssen.

Immer mehr Schüler verpassen den Unterricht: Sei es, weil sie als Kontaktperson in Quarantäne oder weil sie selbst positiv auf Corona getestet worden sind. Aber auch Lehrer fallen in der Grippezeit häufiger aus. Was sind die Folgen?

Waldkraiburg – Januar und Februar sind erfahrungsgemäß die Monate, in denen die Erkältungswelle um sich greift. Verschärft wird die Situation weiterhin durch die Corona-Pandemie. Und das zeichnet sich auch in Waldkraiburgs Klassenzimmern ab: Immer wieder, dass bei den regelmäßigen Tests in der Schule positive Fälle entdecket werden. Regelmäßig befinden sich einzelne Schüler in Quarantäne und verpassen über Tage hinweg den Unterricht. Trotz dieser Umstände ist man sich an Waldkraiburgs Schulen einig: Der Präsenzunterricht macht weiterhin Sinn.

Seit Wochen nicht vollzählig

„Wir sind froh, dass wir keinen Distanzunterricht in diesem Schuljahr hatten“, sagt Lydia Partsch, Schulleiterin an der Graslitzer Grundschule. Dennoch ist die Situation nicht ganz ohne: Immer wieder würden Kinder krankheitsbedingt oder wegen Quarantäne ausfallen, bei Lehrern hingegen gebe es zum Glück kaum Ausfälle. „In den vergangenen Wochen waren wir nie vollzählig.“

Was ausfällt: Eltern seien zum Teil sehr vorsichtig und würden ihre Kinder auch mit leichten Erkältungssymptomen einige Tage von der Schule daheim lassen. Das schlage sich auf das Leistungsverhalten nieder, das durch die pandemiebedingten Fehlzeiten ohnehin schon gelitten hat.

„Es fehlt den Kindern an Übung und Fertigkeiten“, sagt Partsch. Dies habe sich bei manchen Kindern auch im Zwischenzeugnis bemerkbar gemacht. „Drittklässler müsste man eigentlich wie Zweitklässler bewerten“, sagt Partsch. Aber auch an der Realschule zeigt sich deutlich: „Es sind noch immer fachliche Defizite da. Die Leistungsfähigkeit und der Arbeitseinsatz lassen sich bei manchen nur schwer wieder starten“, sagt Werner Groß, Schulleiter an der Realschule. An der Schule gebe es zwar Förderangebote, aber die werden nicht in dem Maße angenommen, wie es sich Groß vorstellt. Dennoch bleibt er zuversichtlich. „Der Aufholbedarf pendelt sich wieder ein.“

Doch ganz einfach ist es auch hier nicht angesichts krankheitsbedingter Ausfälle. Kürzlich hatten sich an nur einem Tag 180 Schüler krankgemeldet. „Das sind zwischen 15 und 20 Prozent“, sagt Groß. In einer neunten Klasse fehlten zeitgleich zehn von 30 Schülern. Dazu noch zehn Lehrkräfte. „Das muss man auffangen. Aber wir haben es geschafft, dass bislang kein Unterricht ausfallen musste. Hoffentlich ist nach den Faschingsferien der Höhepunkt erreicht.“

Auch am Waldkraiburger Gymnasium spielt die Personalsituation eine Rolle. „Seit Weihnachten ist mindestens immer ein Lehrer an Corona erkrankt. Durchgängig“, sagt Schulleiter Helmut Wittmann. Dennoch ist man auch hier froh, dass es Präsenzunterricht gibt. Trotz der Einschränkungen, die er mit sich bringt.

Maskenpflicht und regelmäßige Tests seien zwar längst Bestandteil des Schulalltags, können aber auch belastend sein. Einen normalen Schulalltag würden Lehrer wie Schüler wieder brauchen. Ein kleiner Schritt ist, dass die getrennten Pausenbereiche nach den Faschingsferien aufgehoben werden und es künftig wieder eine gemeinsame Pause für alle Jahrgangsstufen gibt.

Mit der Zeugnisausgabe vergangenen Freitag hat sich gezeigt: „Das Aufholen ist im vollen Gang. Aber es ist auch belastend für die Kinder, die mit dem Distanzunterricht weniger gut zurecht gekommen sind.“ Bei denen verstärke sich nun das Gefühl, abgehängt zu sein. „Die Schere zwischen starken und schwachen Schülern nimmt zu“, sagt Wittmann.

Die Ernsthaftigkeit fehlt manchmal

Ob alles der Pandemie zuzuschreiben ist oder manches unabhängig davon passiert sei, dazu gebe es keine eindeutige Antwort. Jedenfalls seien die Zeugnisse im Schnitt nicht schlechter ausgefallen als in den Jahren vor der Pandemie. Dennoch stehe bei einigen Schülern ein Schulwechsel oder ein freiwilliges Wiederholungsjahr im Raum.

Im Unterricht sei man dabei, fehlendes Wissen wieder aufzuholen. „Ohne Wiederholungen würde es nicht gehen“, sagt Wittmann. Förderunterricht werde aber nicht mehr von den Schülern angenommen als vor der Pandemie. Und die Schüler müssten auch wieder lernen, wie man Prüfungen schreibt. „Vieles wurde im Distanzunterricht nicht geprüft, jetzt fehlt es manchmal an der Ernsthaftigkeit.“

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