NACHVERDICHTUNG

Bauvorhaben in der Komotauer Straße in Waldkraiburg auch im zweiten Anlauf ohne Mehrheit

Bagger wie auf diesem Bild werden in der Waldkraiburger Komotauer Straße vorerst nicht anrücken. Ein Bauorojekt dort hat keine Mehrheit im Ausschuss bekommen.
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Bagger wie auf diesem Bild werden in der Waldkraiburger Komotauer Straße vorerst nicht anrücken. Ein Bauprojekt dort hat keine Mehrheit im Ausschuss bekommen.

Schon im September hatte der Stadtentwicklungsausschuss einen Antrag auf Vorbescheid zu einem Bauprojekt in der Komotauer Straße geschlossen zurückgewiesen. Jetzt hat der Bauherr einen geänderten Planentwurf eingereicht. Doch auch dafür gab es keine Mehrheit. Denkbar knapp hat der Ausschuss den Antrag erneut abgelehnt.

Waldkraiburg – Vier Wohnungen mit Büroeinheiten und einem Garagengebäude will der Bauwerber auf einem Hinterliegergrundstück in der Komotauer Straße errichten. Das Gewerbe, ein Beratungsbüro ohne Kundenverkehr, ist im Allgemeinen Wohngebiet ausnahmsweise zulässig. Nach Auskunft des Landratsamtes ist dadurch keine Beeinträchtigung zu erwarten.


Stadträte stören sich an Massivität des Baus und starker Versiegelung

Nicht daran, sondern an der Massivität des dreigeschossigen, zum Teil zweigeschossigen Baukörpers mit Flachdach störten sich die Stadträte und folgten damit den heftigen Beschwerden aus der Nachbarschaft. Auch gegen die Zufahrt direkt an der Grundstücksgrenze wandten sich einige Anlieger. Und gegen die starke Versiegelung der Fläche.


Bauamt: Baurechtlich einwandfrei

Der neue Vorschlag, den der Bauherr jetzt unterbreitete, ist für Bauamtsleiter Carsten Schwunck „durchaus genehmigungsfähig“, nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches füge sich das Vorhaben ein, sei „baurechtlich einwandfrei“. Die überbaubare Grundstücksfläche werde eingehalten, die Abstandsflächen zu den Grundstücksgrenzen ebenfalls. Dies gelte auch für die geplante Grenzgarage. Schwunck: „Das Grundstück ist unternutzt, nicht übernutzt.“

Er verwies zudem darauf, dass in der neuen Anfrage das Dachgeschoss des dreigeschossigen Bauteils nicht mehr voll ausgeschöpft werde. Stattdessen solle im Bereich zur südlichen Nachbargrenze hin eine Dachterrasse entstehen und die Flächdächer begrünt werden.

Vielsack: Schritt in richtige Richtung

Dr. Frieder Vielsack (UWG) wertete dies als „Schritt in die richtige Richtung“. Sein Fraktionskollege, Umweltreferent Wolfgang Hintereder, lobte ebenfalls die deutliche Verbesserung durch die Begrünung aller Dächer, monierte aber gleichzeitig die massive Höhe des bis zu 9,20 Meter hohen Kubus, der zur Verschattung des Grundstücks im Osten führe. „Der Baukörper ist gleich geblieben, nur der Balkon zurückgesetzt.“

Von einer „geringfügigen Änderung“ sprach auch CSU-Fraktionschef Anton Sterr. Die Dachterrasse lockere das Ganze „ein bisschen“ auf. Schweren Herzens werde er deshalb zustimmen. Lieber wäre ihm die Aufstellung eines Bebauungsplanes gewesen, zu der sich der Ausschuss aber nicht entschlossen hatte.

Fischer: „Parkerei nicht gelöst“

SPD-Sprecher Richard Fischer lehnt das Vorhaben unverändert ab. Bei der Höhe sei nichts passiert. „Die Parkerei ist auch nicht gelöst.“

Und Monika Ott (Grüne) kritisierte erneut die massive Versiegelung und die Tatsache, dass der Antragsteller bereits Bäume auf seinem Grundstück gefällt hatte. Das sei jedoch rechtlich nicht zu beanstanden, sondern das gute Recht des Grundstücksbesitzers, wie der Bauamtsleiter schon in der vorangegangenen Sitzung erklärt hatte.

Jetzt muss Regierung Stellung nehmen

Die Abstimmung endete mit 7:7 Stimmen – der Antrag auf Vorbescheid fand also keine Mehrheit. Ob diese Position am Ende haltbar ist, wird sich zeigen. Wie Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) erklärte, wird der Vorbescheidsantrag nun der Rechtsaufsicht vorgelegt. Laut Bauamtsleiter Schwunck habe die Regierung bei einer ersten Abfrage bereits signalisiert, dass sich nach ihrer Einschätzung das Vorhaben in dieser Form in die Umgehungsbebauung einfügt.

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