"Billiges Fleisch gibt schlechte Suppe"

Waldkraiburg - Rund 60 Menschen haben am Donnerstag gegen schlechte Arbeitssituationen beim Schlachthof demonstriert.  Wir haben ein Stimmungsbild eingeholt: *NEU: VIDEO!*

Vertreter der SPD, BDG, NGG (v.l.) bei der Demo

"Europa muss sich solidarisieren für die Arbeitnehmer. Wir brauchen kein Europa für die Arbeitgeber, sondern für die Arbeitnehmer," so der Vorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Georg Schneider. Zusammen mit der SPD hatte die Gewerkschaft die Demonstration am Donnerstag organisiert. Einige SPD-ler, unter anderem Stadtrat Richard Fischer, waren mit von der Partie, aber vor allem zahlreiche ehemalige Mitarbeiter vom Schlachthof. "Denen ist nach der Insolvenz von "Global" ein neuer Vertrag angeboten worden, ein Vertrag mit der GmbH CCF, die über Nacht aus dem Boden gewachsen ist," berichtet Schneider. "Diese Verträge mussten sie am 29.6. unterschreiben. Als sich einige weigerten, bekamen sie am Montag darauf, den 2.7., Hausverbot am Schlachthof."

Fotos: So war die Demonstration

Waldkraiburg: Demo zum Schlachthof

Applaus der Demonstranten für die Worte der NGG

Für den Ausfall der Arbeiter sollen Menschen aus Rumänien geholt worden sein, die jetzt Akkordarbeit für einen Lohn von umgerechnet etwa 173 Euro brutto im Monat leisteten, sagt Schneider. Von der rumänischen Firma Salamandra würde zwar noch ein Entsendelohn draufgelegt, aber wie viel das letztendlich sei, habe nicht einmal der Anwalt der Firma CCF sagen können. "Angeblich im vierstelligen Bereich," so Schneider. "Aber das glauben wir noch nicht so ganz."

Also zog der Trupp von rund 60 Menschen am Donnerstag vom Rathaus in Richtung Schlachthof, um auf die Situation hinzuweisen. Die Polizei sorgte dafür, dass der Zug unbehelligt und sicher seinen Weg gehen konnte. Alles verlief friedlich, zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Die jetzt arbeitslosen Arbeiter trugen Fahnen, auf denen etwa zu lesen war "Billiges Fleisch gibt schlechte Suppe," oder "Schluss mit Ausbeutung! Waldsklavenburg nein danke"!

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Die NGG plant für kommenden Mittwoch, den 25. Juli, die nächste Aktion. Um 8 Uhr fährt ein Bus - von der NGG gestellt - vor dem Schlachthof ab, direkt zum Bayerischen Landtag. Dort sollen dann die Forderungen der Arbeiter direkt an die Politiker getragen werden.

VION regiert mit Pressemitteilung: "Waldkraiburg ist stolz auf Südfleisch"

Am Donnerstagmorgen erreichte unsere Redaktion eine Pressemitteilung der Firma Vion. Sie geht nicht auf die aktuellen Geschehnisse ein, sondern berichtet von einer Unternehmensspende seitens Vion an die Stadt Waldkraiburg und an den Landkreis Mühldorf. "Wir wollen dazu beitragen, dass es Menschen in sozialen Schwierigkeiten besser geht“, sagte Klaus Erber, Geschäftsstellenleiter der Südfleisch Waldkraiburg, am vergangenen Wochenende bei der Übergabe zweier Schecks von je 1.000 Euro an Landrat Georg Huber und Bürgermeister Siegfried Klika. Die Übernahme sozialer Verantwortung sei ein wichtiges Anliegen der VION FOOD GROUP, zu der die Südfleisch gehört."

ds/Pressemitteilung VION

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