Jugend-EM 2014 in Waldkraiburg?

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Kämpfen 2014 die besten Nachwuchs-Kunst- und Turmspringer Europas im Waldkraiburger Waldbad um Edelmetall? Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich dafür ausgesprochen, eine Bewerbung einzureichen. Die endgültige Entscheidung über die Ausrichtung trifft der Stadtrat.

Waldkraiburg - Die Stadt bewirbt sich beim Deutschen Schwimmverband um die Austragung der Jugend-Europameisterschaft im Kunst- und Turmspringen im Jahr 2014.

So hat es der Haupt- und Finanzausschuss gegen zwei Gegenstimmen beschlossen. Eine endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat, sobald weitere Informationen über die Kosten und Finanzierung dieser Meisterschaften vorliegen.

Die ESB-Springertage, die über 20 Jahre lang die besten Nachwuchs-Wasserspringer der Welt nach Waldkraiburg führten, haben keine Zukunft mehr. Als Alternative könnte die Stadt die Jugend-Europameisterschaft 2014 ausrichten. In einem Gespräch mit Bürgermeister Siegfried Klika und Sportreferent Dietmar Heller hatten Vertreter des Deutschen Schwimmverbandes signalisiert, dass die Stadt gute Aussichten habe, bei der Vergabe dieser Titelkämpfe zum Zuge zu kommen. Das berichteten Klika und Heller im Ausschuss.

Etwa 110 Sportlerinnen und Sportler aus 15 bis 20 Nationen nehmen an einer Jugend-EM teil. Dazu kommen Trainer, Ärzte, Funktionäre. Insgesamt etwa 200 bis 250 Personen sind also unterzubringen, die Sportler im Haus Sudetenland, die Funktionäre in Hotels in Waldkraiburg und Umgebung. Während bei den Springertagen rund 75.000 Euro Ausgaben für 100 Personen anfielen, ist bei 250 Personen mit rund 200.000 Euro zu rechnen. Auch Personalkosten fallen an, weil eine zusätzliche Verwaltungskraft auf 400-Euro-Basis, beziehungsweise etwa ein halbes Jahr als Halbtagskraft benötigt wird. Nicht in der Summe enthalten ist die Vermarktung (Veranstaltungshomepage/Marketing), die an eine Fremdfirma vergeben werden könnte.

Zuschüsse von nationalen und internationalen Schwimmverbänden sind nicht zu erwarten. Als Einnahmequellen kommen Werbeeinnahmen, Tagespauschalen von Sportlern und Betreuern sowie eventuell Startgeld für die Wettkämpfe und Sponsoreneinnahmen in Frage.

Sportreferent Heller ist zuversichtlich, dass der Stadt kein Defizit entsteht. Die jüngsten Europameisterschaften, die in Großstädten wie Helsinki, Budapest, Belgrad stattfanden, haben nach seinen Informationen "ein Plus gemacht". Heller setzt nicht zuletzt darauf, dass durch Fernsehpräsenz auch größere Firmen beim Sponsoring einsteigen. "Das können wir ohne Gefahr für den Haushalt riskieren."

Siegfried Klika verwies darauf, dass sich Waldkraiburg mit den Springertagen beim Schwimmverband einen guten Namen gemacht habe. "Das sollten wir für weitere Events nutzen." Die Stadt verfüge im Wesentlichen über die notwendige Infrastruktur und das Personal.

Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer dagegen sieht noch zu viele Fragezeichen hinsichtlich der Finanzierung. Er erinnerte an die großen Aufgaben, die die Stadt zu meistern habe. Dazu zählen auch Verbesserungen im Schwimmbad, die der Bevölkerung zugutekommen sollten. Kritisch sieht eine Bewerbung auch Andreas Pawel. "Es gibt keine Garantie, dass wir mit einem Plus rauskommen." Pawel glaubt zudem, dass nur sehr wenige Waldkraiburger etwas mit dem Kunst- und Turmspringen anfangen können.

SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann und ihr Fraktionskollege Horst Krumpholz wollen "keine Spielverderber" sein, auch die Eisstock-Weltmeisterschaft sei eine gute Veranstaltung gewesen. Vor einer endgültigen Entscheidung im Stadtrat forderten sie aber genaue Informationen über Kosten und Abrechnung in den Austragungsorten der vergangenen Jahre. Diese Informationen werden eingeholt. Der Bürgermeister: "Wenn wir 200.000 Euro Miese machen, machen wir's nicht."

Gegen die Stimmen von Harald Jungbauer und Andreas Pawel sprach sich die Mehrheit dafür aus, eine Bewerbung beim Deutschen Schwimmverband einzureichen. Sollte sich der Stadtrat für die Ausrichtung aussprechen, wird über die offizielle Bewerbung beim europäischen Dachverband entschieden.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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