"Ich war der Hahn im Korb"

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Wenzel Rachac bei der Arbeit. Der Kosmetiker verlängert gerade Wimpern.

Waldkraiburg - Sein Metier ist die Schönheit. Wenzel Rachac ist einer der wenigen Kosmetiker, die es in Bayern gibt. Ein Mann in einem typischen Frauenberuf:

Normalerweise wird darüber berichtet, wenn sich Frauen in sogenannten Männerberufen durchsetzen können. Bei Wenzel Rachac ist es genau anders herum: Der 37-Jährige ist in einem typischen Frauenberuf tätig; er ist Kosmetiker. Er ist es aus Überzeugung und er liebt seine Arbeit.

Wenn man bei Google "Kosmetiker in Bayern" eingibt, dann scheint die Internet-Suchmaschine verwundert nachzufragen: "Meinten sie Kosmetikerin in Bayern?". Ein Suchergebnis für Kosmetiker kann sie aber nicht vorweisen. Dabei ist Wenzel Rachac bereits seit drei Jahren Kosmetiker. Er ist sich bewusst, dass er "ein Exot in dieser Branche ist", doch das stört in nicht weiter.

An der Kosmetikschule in München, bei der er die Ausbildung gemacht hat, war er der Einzige in seinem Kurs. "Ich war der Hahn im Korb", erzählt er lachend. Vor ihm hat es dort überhaupt erst einen Mann gegeben, der die Ausbildung gemacht hat.

Eigentlich hat Wenzel Rachac technischer Zeichner bei der Firma SGF gelernt und war dort auch angestellt. Doch als seine Frau Karin ihre Ausbildung zur Kosmetikerin machte, hat er sich ebenfalls intensiv damit auseinander gesetzt und immer mehr Lust darauf bekommen, ebenfalls eine Kosmetikerausbildung zu machen. Dort hat er dann die ganze Palette der Kosmetik kennengelernt: Schminken, Fußpflege, Maniküre, verschiedene Massagetechniken, Gesichtsbehandlungen oder Wimpern verlängern. Doch nach der einjährigen Ausbildung war noch nicht Schluss: Soweit es seine Zeit erlaubt, besucht er Fortbildungen, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Ein Jahr haben Wenzel und Karin Rachac zu Hause ihr eigenes "Kosmetikstudio" betrieben. Vor zwei Jahren haben sie dann den Sprung in die Unabhängigkeit gewagt und am Stadtplatz ihren Kosmetiksalon eröffnet.

Ein Schritt, den Wenzel Rachac nie bereut hat. "Es ist ein gutes Gefühl, seine eigener Chef zu sein".

Bisher ist es ihm auch noch nie passiert, dass Kunden es abgelehnt hätten, von ihm behandelt zu werden. "Wir fragen Kunden vorher, so gibt es dann keine Irritationen", so Wenzel Rachac. Mittlerweile ist es sogar so, dass er sich einen Namen in Sachen Wimpernverlängerungen gemacht hat und Frauen gezielt einen Termin bei ihm haben wollen.

Zum Kundenkreis gehören nach wie vor vorwiegend Frauen. Doch auch das ändert sich, hat Wenzel Rachac festgestellt. "Die Männer werden mehr". Dabei seien es aber nicht nur ältere Herren, die beispielsweise eine medizinische Fußpflege brauchen. "Es kommen auch immer mehr Jüngere, die einfach nur eine Behandlung genießen wollen".

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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