Das Duell der Schaumbürsten

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Der kleine Twingo von Marion Grasberger bekommt eine Schaumwäsche.

Waldkraiburg - Die Autowaschanlage feierte kürzlich 50-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum präsentieren die Waldkraiburger Nachrichten eine "Do-it-yourself-Reportage".

Einen Wagen einfach in die Waschstraße zu fahren, wäre uns zu langweilig. Wir machen den Test an der SB-Waschanlage und lassen Praktikant Tobias gegen Kundenberaterin Marion antreten.

Zwei findige Ausburger konstruierten im August 1962 die erste selbsttätige Waschanlage. Aus diesem Anlass veranstalteten die Waldkraiburger ein kleines Duell: Mann gegen Frau an der Selbstbedienungs-Waschstation. Praktikant Tobias Fischer tritt gegen Kundenberaterin Marion Grasberger an. David gegen Goliath. Der Student (19) gegen die Heimwerkerkönigin (40 plus). Er bringt den Scenic seiner Eltern mit, der als Minivan um einiges größer ist, als der Twingo seiner Konkurrentin - allerdings analog zur Körpergröße der Kontrahenten.

Vorab werden die Bewertungskategorien festgelegt: Sauberkeit, Schnelligkeit und Entertainment - denn Spaß muss sein. Die Jury besteht aus Mediaberaterin Maria Eggert und Redakteurin Andrea Klemm, die gleichzeitig auch die Münzen für die jeweiligen Programme - Hochdruckreinigen, Schaumwäsche, Klarspülen und Glanzspülen - in die Automaten werfen.

Tobias Fischer hat nach eigenen Angaben noch nie einen Wagen an einer SB-Station gereinigt. Schnell riskiert er einen Blick ins Internet auf seiner Google-App. Maria Eggert rät ihm, einfach logisch vorzugehen.

Den "Gegner" verunsichern

Sie versucht ihn "einzuschüchtern" und ihn aufzuziehen, denn ihre Kollegin Marion Grasberger gilt als handwerklich sehr geschickt: eine Macherin eben.

Los geht es zum Autowaschen ins Industriegebiet. Auf die Plätze, fertig los! Die Wettstreiter legen sich ins Zeug - allerdings wird eher mehr gelacht, als gewaschen. Und zwischendrin "attackieren" sich die beiden mit dem Hochdruckreiniger, der weichen Sprühregen erzeugt. Irgendwie muss man den Gegner schließlich verwirren.

Kommentatorin Eggert gibt beiden Gas. Zu Tobias: "Du, wir haben fei nicht den ganzen Tag Zeit" und zu Marion "Was soll das Durcheinander - einmal oben, einmal unten wischen? Und diese ganzen Streifen. Hast Du kein Leder?" Man dürfe den Dreck nicht von unten nach oben verteilen, da entstünden Kratzer.

Tobias wäscht Mamas Auto - ein Pluspunkt

Marion Grasberger hat zwei Eimer und genügend Polierlappen mitgebracht - auch für ihren Gegenspieler. Ein Pluspunkt für sie. Sie beeilt sich und bringt als Erste ihr Werk nach 15:25 Minuten zu Ende. Der Wagen ist zwar total verrostet - aber wirklich tip-top sauber. Zwei weitere Pluspunkte.

Tobias lässt sich Zeit, poliert gründlicher an den Kühlergrill und die Außenspiegel hin. Diese Genauigkeit bringt ihm einen Punkt ein. Allerdings ist er langsamer und im Endeffekt ist der Bereich unter den Zierleisten an beiden Seiten ziemlich schlierig. Auch die Felgen sind noch ein wenig schmutzig. Hier hat er sich bei der Grundreinigung weniger Mühe gegegeben. Das nächste Mal weiß er's. Sein Pluspunkt: Er wusch das Auto für seine Mutter. Und brauchte insgesamt 21:14 Minuten.

Da beide klatschnass sind, sich gegenseitig mit Wasser bespritzten und sichtlich viel Spaß hatten, bekommen beide einen Entertainment-Punkt - und Marion sogar noch zusätzlich einen, denn sie polierte Tobias' Brille und sein Gesicht geich mit. Zahlen- und gefühlsmäßig hat sie gewonnen. Ein Spielverderber verscheuchte unser Testteam aus der SB-Station, weil wir angeblich einen Stau verursachten.

Ein Gentleman lässt die Dame gewinnen

Marion's Fazit: "Man hat viel Arbeit, ist durchgeschwitzt und bezahlt möglicherweise mehr, als in der Waschstraße - wo der Wagen einfach gleichmäßiger sauber wird." Nebenbei hat sie auch die Strapazierfähigkeit ihrer Wimperntusche mit getestet und rät dringend zu wasserfester Mascara.

Tobias Fazit: "Das Ergebnis ist den Aufwand nicht wert. Aber der Duell-Charakter hat viel Spaß gemacht." Man sollte an der SB-Station am besten immer mit einem zweiten Wagen einen kleinen Wettbewerb veranstalten. "Es ging ja um die Gaudi. Daher hab ich Marion auch gewinnen lassen."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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