Stadt: Ja zu Doppelname

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Waldkraiburg - Im Streit um die Benennung der A94-Ausfahrten signalisiert die Stadt Waldkraiburg Kompromissbereitschaft. Sie ist jetzt auch mit einem Doppelnamen "Waldkraiburg/Ampfing" einverstanden.

Der Doppelname „Waldkraiburg/Ampfing“ soll jetzt die Ausfahrt 18 bei Ampfing zieren. Zuden ist Waldkraiburg mit der Benennung „Heldenstein“ für die Ausfahrt 17 einverstanden. Waldkraiburg-West soll dort als Ausfahrtsziel aufgenommen werden.

Im Verfahren zur Benennung der Ausfahrten hatte sich die Stadt ursprünglich für die Bezeichnung "Waldkraiburg-West" (bei Heldenstein) und "Waldkraiburg" (bei Ampfing) ausgesprochen und dies mit der Verkehrsbedeutung, der Einwohnerzahl und dem höheren Verkehrsaufkommen begründet. Mit Nachdruck hatten die örtlichen Wirtschaftsverbände diese Position unterstützt und 5000 Unterschriften dafür gesammelt. Die Gemeinden Ampfing und Heldenstein sprachen sich dagegen aus und forderten die Benennung nach den nächstgelegenen Anliegergemeinden.

In einem Behördengespräch im Landratsamt wurde im Juli ein Konzept der Autobahndirektion Südbayern mit den Bürgermeistern aller betroffenen Gemeinden, darunter auch Mühldorf und Aschau, und der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein abgestimmt.

Die Position des Waldkraiburger Bürgermeisters, die vom Stadtrat mitgetragen wird: Waldkraiburg stimmt im Hinblick auf den Anschluss 18 als Kompromiss einer Kombination der beiden Ortsnamen zu. Voraussetzung dafür sei, dass der Ortsname von Waldkraiburg als wichtigstes Ausfahrtsziel vorangestellt wird, die Anschlussstelle also "Waldkraiburg/Ampfing" heißt. Die Stadt hat sich zugleich damit einverstanden erklärt, dass an der Anschlussstelle 17 "Waldkraiburg-West" als Ausfahrtsziel aufgenommen wird, die Anschlussstelle aber nach der Gemeinde Heldenstein benannt wird. Auch damit werde die gewünschte Verkehrsführung erreicht, so das Argument.

"Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden", setze Waldkraiburg auf diesen Kompromiss, so Klika, der von einer "intensiven und ziemlich emotionalen Diskussion" sprach. "Die Waldkraiburger haben damit signalisiert, dass sie keine Streithansl sind." Die Stadt könne damit leben, das Ziel, dass an der Autobahn auf die Stadt hingewiesen wird, sei erreicht. Die Autobahndirektion, die in ihrem Konzept die Argumentation Waldkraiburgs "sehr gut aufgenommen" habe, ist laut Klika jetzt auch damit einverstanden, touristische Hinweisschilder aufzustellen, die Interesse an Waldkraiburg wecken sollen.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Anton Sterr wertete den Kompromiss positiv und bezeichnete die Aktion der Wirtschaftsverbände im Hinblick auf die Solidarisierung mit Waldkraiburg als "optimal". SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann lobte insbesondere die Gestaltung der touristischen Hinweisschilder. "Das Schild ist perfekt."

Entschieden ist über die Benennung der Ausfahrten allerdings noch nicht. Das Verfahren läuft und liege, so ein Sprecher der Autobahndirektion, bei der Obersten Baubehörde zur Weiterleitung an das Bundesverkehrsministerium, wo die endgültigen Bezeichnungen festgelegt werden.

Offen ist laut Klika, ob ein Doppelname möglich ist. Die Verfechter des Kompromisses verweisen auf zahlreiche andere Anschlussstellen, die bereits Doppelnamen tragen, wie zum Beispiel Aschheim/Ismaning (A99) oder Landshut/Essenbach. Der Gemeinderat Ampfing hatte sich in seiner Juli-Sitzung zudem für "Ampfing/Waldkraiburg" als möglichen Kompromiss ausgesprochen.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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