"Straßenlärm ist viel lauter"

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Fühlt sich von der Geothermie-Baustelle nicht beeinträchtigt: Yvonne Neumann (links). Barbara Ottner und Norbert Weigl von den Stadtwerken besuchen die Anwohner, um sich anzuhören, ob es Beschwerden gibt.

Waldkraiburg - Sich den Sorgen der Anwohner der Geothermie-Baustelle anzunehmen, ist das Ziel von Stadtwerkechef Norbert Weigl, wenn er von Haus zu Haus geht und "Störungsmanagement" betreibt.

"Wir können definitiv nichts Negatives sagen", berichtet Christian Neumann aus der Johann-Sebastian-Bach-Straße, als er und seine Familie Besuch von den Stadtwerken bekommen. Stadtwerkechef Norbert Weigl und seine Mitarbeiterin Barbara Ottner gehen im Zwei-Wochen-Takt von Haus zu Haus, um sich die Bedenken und Sorgen der Anwohner anzuhören.

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Geothermie

Doch dieses Mal gibt es keine Beschwerden. An zwei Abenden besuchten die beiden die Bewohner der "Bachstraße" und kündigten dies vorher schriftlich an. Barbara Ottner klingelt bei den Neumanns, die sie an den Esszimmertisch bitten. Ottner möchte wissen, ob Baustellenlärm bei der Bohrung zu hören sei. "Wir achten bewusst drauf, ob etwas zu hören ist, aber der Straßenlärm hat einen viel größeren Geräuschpegel." Yvonne Neumann zeltete kürzlich mit ihren Kindern im Garten, aber auch da konnte sie weder Bohrgeräusche noch Baustellenarbeiten ausmachen.

Norbert Weigl berichtet von seinen täglichen Baustellenbesprechungen, das Bohrteam werde angehalten, laute Arbeiten, etwa Flexen, nicht in der Nacht zu erledigen. Barbara Ottner fügt hinzu, die Bohrfirma Daldrup habe eigens einen "Nacht-Pusher" eingestellt, der aufpasse, dass in der Nacht kein unnötiger Lärm entstehe.

"Sagen Sie uns doch bitte, wenn etwas ist, damit wir das dann abstellen können", so Weigl zur Familie Neumann, die aber betont, dass sie bisher nicht beeinträchtigt sei vom Geothermie-Projekt. Yvonne Neumann marschiert immer mal wieder mit ihren Kindern zur Bohrstelle, um sich über die Arbeiten zu informieren.

Auch im nächsten Haus gibt es keine Beschwerden. Die Eheleute Kufner bitten die Stadtwerkevertreter an ihrem Jockeltisch in der Stube Platz zu nehmen und zeigen eine Mappe mit allen Zeitungsartikeln, die bisher zur Geothermie erschienen sind.

"Sie können nachts noch gut schlafen?", fragt Barbara Ottner Adolf Kufner. "Ja, ihör nix. Da sind ja manche Leute lauter", lacht der Rentner. Er und seine Frau fragen mit großem Interesse nach den Fortschritten an der Baustelle. Den letzten Termin am Infocontainer hab er übersehen. "Da hab ich geschlafen", schmunzelt er. Für Ottner gibt es deshalb keinen besseren Beweis dafür, dass keine große Lärmbelästigung stattfindet.

Kufner erkundigt sich nach der Elektro-Hydraulik und der Pressluft, die den Bohrer antreibt. Weigl erklärt ihm ganz fasziniert, dass der Bohrer um die Kurve bohre und sich trotzdem mit seinem Eisengestänge drehen könne. "Ich hab immer schon gerätselt, wie das geht", so Adolf Kufner und sagt lachend "hoffentlich kommt kein Öl daher". "Dann wird man doppelt reich", hofft seine Frau augenzwinkernd.

Barbara Ottner berichtet, am Samstag, 14. August, habe es eine Anzeige gegeben, weil es an der Bohrstelle sehr laut zugegangen sei. Allerdings habe sich dann herausgestellt, dass es nur die laute Grillparty im benachbarten Schrebergarten war. "Wir hoffen, dass wir dann auch mal was hören - wenn es zischt, weil das heiße Wasser kommt", lacht Irene Kufner. "Viel Glück und wenn alles fertig ist, warme Füße", wünschen die Rentner zum Abschied. Nicht alle Anwohner sind so interessiert und verständnisvoll. Damit kein Unmut unter denen aufkommt, die sich gestört fühlen, sucht Weigl immer wieder das Gespräch und bietet die Begegnung im Infocontainer an. Samstags von 9 bis 12 Uhr können sich alle Bürger dort informieren und auch alle Anwohner haben die Telefonnummer der Störungshotline.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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