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Die Straßen erzählen Geschichten

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Kostete viel Zeit und Nerven: das Waldkraiburger Straßennamenbuch. Autor Konrad Kern (links) und Alt-Bürgermeister Jochen Fischer vom Förderverein Stadtmuseum stellten das Nachschlagewerk nun vor. Das Buch ist im Stadtarchiv oder etwa bei Bücher Herzog zu haben.

Waldkraiburg - Wenn es nach Alt-Bürgermeister Jochen Fischer geht, darf das neue Straßennamenbuch in keinem Waldkraiburger Haushalt fehlen.

Stadtarchivar Konrad Kern stellte sein jüngstes Werk nun vor. Viel Nerven hat es ihn gekostet, aber so bringt er Heimatgeschichte unters Volk, sagte Fischer.

"Die Straßen in Waldkraiburg zeigen schon allein durch die Namensgebung Geschichte auf und lassen diese leben", sagte Alt-Bürgermeister Jochen Fischer bei der Buchpräsentation von Konrad Kerns "Waldkraiburger Straßennamenbuch" im Bistro Cult. Der Erste Vorsitzende des Fördervereins Stadtmuseum sagte, Kern habe sich auf einen langen Weg gemacht und die Menschen auf viele tausende Kilometer mitgenommen.

Über Jahre hinweg sammelte Kern, Zweiter Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum und Stadtarchivar, Material zu den Straßennamen. Die Initialzündung, daraus ein Buch zu machen, gab ihm eine Frau, die in der Nikolsburger Straße wohnt; sie glaubte fälschlicherweise, die Straße sei nach einem Ort in Oberfranken benannt. Dabei handelt es sich um eine südmährische Stadt nahe der niederösterreichischen Grenze. Was es sonst noch Wissenswertes dazu gibt, kann die Frau nun in dem Straßennamenbuch nachlesen.

Kern hat sich viel Mühe gemacht und das Straßennetz alphabetisch in fünf Kapitel aufgeteilt: die Namen im ehemaligen Werksgebiet, in Waldkraiburg Süd, im Industriegebiet, im Föhrenwinkel und in den eingemeindeten Gebieten.

229 Straßen-, Weg- und Platznamen gibt es in der Stadt und zu jeder kann Kern eine Geschichte erzählen. Die einen stammen aus der Geografie der Stadt, andere wiederum aus ihrer Geschichte. Hinzu kommen Namen aus der Fauna, Vogelwelt und etwa Wissenschaft. Ein Großteil der Straßennamen verweist auf die Heimat der Vertriebenen oder bekannten Persönlichkeiten aus diesen Gebieten, was ein untrüglicher Hinweis auf die Entstehungsgeschichte Waldkraiburgs sei, schreibt Kern in seinem Buch. Interessant wird es, wenn die Biografie eines Namenspatrons auf dunklere Kapitel der Geschichte verweist, etwa auf die NS-Zeit. Schlägt man zum Beispiel bei "Stroblstraße" nach, erfährt man, dass der aus Iglau in Mähren stammende Schriftsteller Karl Hans Strobl betont deutschnationales Gedankengut in seine Werke einarbeitete, was 1934 den Tschechoslowakischen Staat bewog, ihn auszuweisen. 1938 wurde er Landesleiter der NS-Reichsschrifttumkammer im Sudetengau. Nach dem Krieg musste er zur Strafarbeit in den Straßenbau.

Schwierig sei es laut Kern gewesen, aus der Fülle des Materials - denn allein über Prag könnte man ganze Bücher füllen - knappe und prägnante Zusammenfassungen zu erstellen. "Als ich bei der Zeppelinstraße angelangt war, war ich auch am Ende meiner Nerven", schmunzelt er jetzt nach getaner Arbeit. Oft habe ihn der Mut verlassen, denn er sei auf viele Hindernisse gestoßen, etwa bei der Bebilderung und den entsprechenden Rechten. Sein guter Draht zum Sudetendeutschen Archiv habe sehr geholfen und auch der Museumsförderverein habe ihn sehr unterstützt.

Bürgermeister Siegfried Klika bezeichnete Kern als Gedächtnis der Stadt: "Wir sind unwahrscheinlich stolz auf ihn."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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