Brigitte Ruchlinski nervt Böllerschießen

Brauchtum oder Ruhestörung?

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Für Brigitte Ruchlinski ist Weihnachten eine stille Zeit, die nicht mit Böllerschüssen eingeläutet werden muss.

Waldkraiburg - Für die Einen Tradition, für die Anderen nur nervender Lärm: Das Christkind anschießen. Brigitte Ruchlinski ärgert sich über den Brauch, das Christkind anzuschießen.

Lesen Sie hier den Originalbericht aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Brauchtum oder Ruhestörung?

Die Waldkraiburgerin kann das nicht nachvollziehen. "Einige wenige haben hier ihren Spaß, alle anderen müssen darunter leiden." Anlass für ihre Kritik: ein Bericht in unserer Zeitung über das Christkindlanschießen in Annabrunn. Dabei, das stellt sie klar, ha-be sie nichts gegen die Böllerschützen, nur gegen jede Form von unnützem und gesundheitsschädlichem Lärm. Brauchtum ist für Ruchlinski "schön und gut, aber leider halten sich oft ziemlich unsinnige Bräuche".

Das Böllerschießen war nach ihren Informationen ursprünglich dazu da, böse Geister zu vertreiben. "Das ist aber schon ziemlich vorsintflutlich", so Ruchlinski. Als Tierfreundin ergänzt sie, dass Tiere wegen dieses unnötigen Lärms "fürchterlich erschrecken und lange Zeit ziemlich verstört sind". Sie erinnert auch an die Emmissionen, die beim Abschießen der Böller entstehen. "Das ist Luftverschmutzung, die nicht sein muss".

Überhaupt gehe ihr die Idee, Weihnachten mit Böllern einzuschießen, völlig an der Weihnachtszeit vorbei. "Das hat eher etwas mit Krieg und Tod zu tun."

Die Böllerschützen der Annabrunner Tannengrün-Schützen sehen ihr Hobby naturgemäß ganz anders. Gauschützenmeister Anton Müller erinnert daran, dass Böllerschießen "ein uralter Brauch aus den Bergen ist". Senner und Bergbauern hätten auf dem Gang zur Mette geböllert, um sich gegenseitig nicht zu verlieren. Erich Jungwirth, Böllerreferent des Schützengaues, ist fast sprachlos wegen der Kritik: Zum einen kämen viele Zuschauer nach Annabrunn, die von der Traditionspflege begeistert seien. Zum anderen sei das Schießen nachmittags und dauere nur zehn Minuten. Darüber hinaus müssten die Zuschauer einen Sicherheitsabstand von 50 Metern einhalten. "Da gibt es keine große Lärmbelästigung", so Jungwirt. Er verweist darauf, dass in Annabrunn auf freier Wiese geschossen wird und auch nur zu besonderen Anlässen.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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