Bildung - der Schlüssel zur Integration

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vor fünf Jahren gründete er mit Gleichgesinnten das "KuBiWa"-Bildungszentrum: Hasan Cabuk.

Waldkraiburg - "KuBiWa" - die Abkürzung steht für Kultur, Bildung und Waldkraiburg. Seit fünf Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein. Was er macht:

"KuBiWa" - die Abkürzung steht für Kultur, Bildung und Waldkraiburg. Seit fünf Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein, der sich vor allem durch Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung für türkische Kinder einen Namen gemacht hat. "Bildung ist der Schlüssel zur Integration", sagt Hasan Cabuk, Vorsitzender des Vereins, der sich kürzlich beim "Tag der offenen Tür" präsentierte.

Die Gäste, die zum "KuBiWa"-Sommerfest und dem damit verbundenen "Tag der offenen Tür" kamen, hatten Gelegenheit, die neuen Räume in der Prager Straße kennenzulernen. Auch Bürgermeister Siegfried Klika und Vertreter des Stadtrates machten sich ein Bild von dem Bildungszentrum. Drei Unterrichts-, ein Kulturraum, eine kleine Küche und ein Büro hat KuBiWa, das seinen Sitz zuvor in der Berliner Straße, neu angemietet.

36 Kinder besuchen hier laut Cabuk derzeit die Nachhilfekurse. Vorwiegend sind es türkische Kinder, aber auch albanische und italienische Kinder waren schon angemeldet. "Wir sind für alle Nationalitäten offen", sagt der 33-Jährige. "Wir sind kein religiöser, sondern ein Bildungsverein." Hasan Cabuk ist bei der Firma Lidl als regionaler Verkaufsleiter tätig. Wie er so haben es auch die anderen Gründungs- und Vorstandsmitglieder beruflich geschafft. "Alle im Vorstand sind Akademiker", sagt Cabuk. "Wir wollen als Beispiel vorangehen." "KuBiWa" wolle einen Beitrag für ein friedliches Miteinander und die erfolgreiche Integration leisten. Sein Credo: "Bildung ist die Voraussetzung für die Integration."

Der Vorsitzende freut sich über jeden Schüler und jede Schülerin, die mit der Unterstützung des Vereins den Übertritt auf das Gymnasium oder die Realschule schafft oder in den M-Zug wechseln kann.

Lehrstellen: Junge Migranten haben schlechtere Chancen

In der Gründungsphase hielten der Diplom-Betriebswirt und seine Vorstandskollegen den Unterricht in deutscher Sprache noch selbst. Heute sind dafür drei deutsche Lehrkräfte auf Honorarbasis angestellt. Dazu kommen zwei Aushilfen, Oberstufenschüler des Gymnasiums, die bei der Hausaufgabenbetreuung mithelfen.

Cabuk selbst nimmt sich vor allem der Jugendlichen an, gibt Tipps für die Ausbildung, unterstützt sie bei Bewerbungen. Und macht dabei die Erfahrung, die auch zahlreiche Untersuchungen belegen: Türkische Jugendliche haben so wie alle jungen Leuten mit Migrationshintergrund in Deutschland "bei gleicher Qualifikation, gleichem Abschluss und gleicher Durchschnittsnote noch immer deutlich weniger Chancen", einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Insgesamt etwa 100 Kinder und Jugendliche erreiche das Bildungszentrum, sagt Cabuk. "KuBiWa" engegiert sich auch in der Freizeitgestaltung, organisiert Ausflüge, Museumsbesuche, Ferienlager, Fußballspiele.

Und macht darüber hinaus auch Angebote für Eltern, pädagogische Seminare, die die Bedeutung der Bildung, des Lernens und Lesens vermitteln, oder zum Beispiel das Thema Mediennutzung behandeln.

Cabuk freut sich besonderes darüber, dass zuletzt in Zusammenarbeit mit der Zeidler-Stiftung auch erstmals ein "Mama lernt Deutsch"-Kurs für junge türkische Mütter angeboten werden konnte. Parallel dazu gibt es für die Kinder eine betreute Kinderspielgruppe. Der Vorsitzende arbeitet als Integrationslotse auch beim Projekt "Lernen vor Ort" des Landkreises mit.

54 Mitglieder gehören dem Verein an, der das Bildungszentrum trägt. Auf ihre Mitgliedsbeiträge, jährlich 50 Euro, sowie Spenden, die von türkischen wie deutschen Firmen kommen, ist der Verein angewiesen. Mit den Gebühren für den Nachhilfeunterricht, die erschwinglich bleiben sollen, könnte das Kursangebot nicht finanziert werden. Ein wichtiger Kooperationspartner sei auch der Verein "Sterntaler", der einzelne Kinder und das Bildungszentrum unterstützt. Staatliche oder kommunale Zuschüsse gibt es laut Cabuk nicht.

"Wir sind gut ausgelastet." Für das nächste Schuljahr ist der Vorsitzende optimistisch, dass die Zahl der Kinder, die das Nachhilfe-Angebot von "KuBiWa" annehmen, weiter steigt. 45 Kinder habe man sich zum Ziel gesteckt, mehr als die Hälfte sind schon angemeldet.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser