Bedarf noch immer nicht gedeckt

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Der Krippenanbau an die Kindertagesstätte St. Franziskus wird bald bezogen werden können. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist aber damit noch immer nicht gedeckt. Zusätzlich zu den dann bestehenden 72 Plätzen müssen nach Einschätzung der Verwaltung 2013 mindestens 48 weitere Krippenplätze geschaffen werden.

Waldkraiburg - Vier Krippengruppen mit 48 Plätzen bestehen bereits. 24 weitere Plätze kommen ab September an der Kindertagesstätte St. Franziskus hinzu - aber das reicht immer noch nicht!

Der Bedarf an Krippenplätzen in Waldkraiburg ist damit nicht gedeckt. Das wurde im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss deutlich. Wohl noch einmal 48 Plätze müssen 2013 geschaffen werden.

"Wir brauchen mindestens 120 Krippenplätze in Waldkraiburg", sagt Sabine Kirr von der Stadtverwaltung im Ausschuss. Sie verwies auf die Tatsache, dass die Plätze in der neuen Krippe längst ausgebucht sind, und auf die Ergebnisse einer Elternbefragung in diesem Jahr. Demnach sei von einem weiteren Bedarf von mindestens 50 Plätzen in den nächsten zwei Jahren auszugehen.

Mit 120 Krippenplätzen unterschreite die Stadt aber noch immer die im Freistaat geplante Versorgungsrate in Höhe von 30 Prozent, beziehungsweise die Empfehlung des Landkreises, pro 2000 Einwohnern zwölf Plätze anzubieten. Mehr als 140 Plätze wären dazu notwendig.

Ob es wirklich so viele Plätze braucht? Bürgermeister Siegfried Klika meldet ein großes Fragezeichen an. Er glaubt an einen vorübergehenden Effekt, verweist darauf, dass sich die durchschnittliche Geburtenzahl bei jährlich 180 stabilisiert habe. "Nie und nimmer" glaubt er daran, dass der von Eltern einklagbare Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab vollendetem erstem Lebensjahr im geplanten Zeitrahmen bis 2013 verwirklicht werden kann. Dazu fehle es wahrscheinlich schon an den nötigen Fachkräften. In den Fachakademien sei viel verschlafen worden. Und was die Waldkraiburger Situation angeht, ist seine Prognose: Spätestens 2014 seien in der Stadt wegen der sinkenden Kinderzahl zwei Kindergartengruppen frei, die sich kostengünstig in Krippenplätze umwandeln lassen.

All diese Einwände ändern freilich nichts daran, dass Waldkraiburg in Sachen Krippenplätze noch einmal nachlegen muss und um Baumaßnahmen nicht herum kommt.

Die Verwaltung schlägt vor, zwei Möglichkeiten voranzutreiben: Die eine ist ein Umbau im Gebäude Graslitzer Straße 17, wo sich schon das "Kitz" befindet. 24 Plätze könnten in dem Gebäude, das vor kurzem die Stadtbau GmbH erworben hat, durch Umbau geschaffen werden. "Das geht schnell und ist wesentlich günstiger als ein Neubau", sagt Reinhard Schmid, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes.

Deutlich mehr kostet ein Anbau von zwei Krippengruppen an den evangelischen Kindergarten "Unterm Regenbogen" in der Siemensstraße. Das Grundstück ist städtisch. Die evangelische Kirchengemeinde habe ihre Bereitschaft erklärt, die Trägerschaft bei einem Krippenanbau zu übernehmen, so Schmid. Auf 950.000 Euro kommt der Anbau an die Kita St. Franziskus, der kurz vor dem Abschluss steht. In dieser Größenordnung liegt wohl auch ein Anbau "Unterm Regenbogen". Allerdings gibt es ein gewichtiges Argument, dieses Vorhaben zeitnah anzugehen. Nur bis Ende 2013 ist eine hohe Sonderförderung für den Krippenbau garantiert. Danach ist sie nicht mehr gesichert. Nur wenn eine Krippe fertig und bis 31. Dezember 2013 bereits in Betrieb ist, gibt es das Geld. Darauf zu verzichten, könnte die Stadt am Ende alles in allem sogar teuerer kommen.

Der Zeitplan sei "sehr eng gesteckt", so Schmid. Noch heuer müssten die Fördermittel beantragt werden. Dafür brauche es eine Planung samt Kostenschätzung.

SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann fragte an, ob ein Teil des Bedarfs nicht mit Tagesmüttern abgedeckt werden könnte. Sabine Kirr verneinte dies. Derzeit stehe in Waldkraiburg nur eine Tagesmutter zur Verfügung. Die Stadt und das Landratsamt seien an diesem Thema dran. "Aber es finden sich nur wenige."

Der Haupt- und Finanzausschuss hat den Bedarf von zusätzlich 48 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ab dem Kindergartenjahr 2013/14 anerkannt. In welcher zeitlichen Reihenfolge die beiden Varianten verfolgt werden, wurde nicht festgelegt. Der Stadtrat behandelt den Ausbau der Krippenplätze in der Sitzung am kommenden Dienstag.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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