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Die Arbeiten am ersten der beiden Ärztehäuser der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft in der Kirchenstraße stehen kurz vor dem Abschluss. Die ersten Praxen sind bereits Ende des Jahres bezugsfertig. Ärzte und Genossenschaft erwarten durch das Ärztezentrum eine spürbare Verbesserung der medizinischen Versorgung Waldkraiburgs, sobald alle Praxen in den beiden Häusern vergeben sind.

Waldkraiburg - Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Ende des Jahres ist das erste der beiden Ärztehäuser, in der Kirchenstraße 1, bezugsfertig.

Das Millionen-Projekt der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft wird dazu beitragen, die bestehende medizinische Versorgung in Waldkraiburg nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern. Davon sind Ärzte wie WSGW überzeugt.

"Das wird ein Arbeitsplatz nach den Bedürfnissen des Arztes, eine Praxis, so wie ich sie immer haben wollte, damit ich meine Patienten optimal versorgen kann." Dr. Andreas Redlich schwärmt von den Möglichkeiten, die die Praxisräume in den neuen Ärztehäusern bieten: kurze Wege, alles selbstverständlich barrierefrei. Der Zugang für Rollstuhlfahrer ist kein Problem, Liegendtransporte sind ebenso möglich wie eine Notfallversorgung auf den Gängen. Der Allgemeinmediziner wird im Sommer 2013 die Gemeinschaftspraxis, die er mit seiner Frau betreibt, in die Kirchenstraße 3 verlagern, ebenso wie Dr. Helmut Rochlitz, der gleich nebenan mit seiner diabetologischen Schwerpunktpraxis einzieht.

Die beiden Mediziner waren wie andere Ärzte, die in den Arzthäusern Praxen eröffnen, von Anfang an in die Planungen einbezogen, betont Klaus Leukert, Architekt und ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Auf diese Weise habe er in enger Abstimmung mit den Mietern deren Wünsche und Erwartungen berücksichtigen können. Die Planung sei so flexibel wie möglich gehalten, um auch bei den Flächen, die noch nicht belegt sind, auf die Belange weiterer Interessenten eingehen zu können.

Das Projekt geht auf Ärzte- initiative zurück. Andreas Redlich spricht von einem Trend, der auch politisch gewollt sei. Die Konzentration mehrerer Arzt- und Facharztpraxen in einem Zentrum eröffnet im Hinblick auf die medizinische Versorgung der Patienten zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten. So lassen sich etwa Sprechstunden aufeinander abstimmen und damit Versorgungszeiten erweitern, zum Beispiel am Freitagnachmittag oder an den Tagesrandzeiten, damit auch Berufstätige aus München noch in Waldkraiburg zum Arzt gehen können. Und Redlich und Rochlitz weisen darauf hin, dass bei mehreren Fachgebieten an einem Ort kürzere Wege und schnellere Entscheidungszeiten möglich werden, wenn etwa der Allgemeinmediziner einen Patienten bei Bedarf schnell mal "zum Facharzt rüberschickt". Im Einzelfall sei dadurch sogar eine Krankenhauseinweisung vermeidbar.

Und ein Ärztezentrum ziehe neue Ärzte an, sagt Helmut Rochlitz. Als Beispiel für diesen positiven Effekt nennt er die onkologische Filialpraxis, die in der Kirchenstraße 1 eröffnet wird. Auch eine große gastroenterologische Praxis, die auf Magen- und Darmerkrankungen spezialisiert ist, beabsichtigt, in das Ärztezentrum einzuziehen. Den Bedarf sehen die Mediziner als gegeben an. Bislang gibt es im Landkreis nur in Mühldorf einen Internisten, der Magen- und Darmspiegelungen macht. Mehrere Waldkraiburger Ärzte haben sich für die Niederlassung der Praxis in der Stadt ausgesprochen. Die Entscheidung trifft der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern.

Aus einem weiteren Grund sehen die Mediziner das WSGW-Projekt als überfällig an. Aufgrund der baulichen Situation und Standards, die nicht mehr den modernen Bedürfnissen entsprechen, "war die Übergabe von einzelnen Praxen an einen Nachfolger nicht mehr möglich", so Rochlitz. Bereits zwei große Hausarztpraxen seien weggebrochen. Bei weiteren Kollegen stehe eine Praxisübergabe aus Altersgründen an. Ohne Ärztehaus und moderne, gut erreichbare, barrierefreie Praxen könnte eine medizinische Unterversorgung in der größten Stadt im Landkreis drohen.

Von allen Standorten, die im Gespräch waren, sei dies wegen der Zentrumsnähe, guten Erreichbarkeit und der Parkplatzsituation der beste, ist sich Werner Meisenecker, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft, mit den Ärzten einig. 8,25 Millionen Euro (ohne Tiefgarage) kostet das gesamte Projekt (siehe Info-Block) nach seinen Angaben. Die Ärztehäuser seien keine Renditeobjekte, betont der geschäftsführende Vorstand der Genossenschaft. Auch der WSGW und ihren Mietern komme aber zugute, dass mit den Ärztehäusern die Attraktivität des Standortes Waldkraiburg steigt.

Scharfe Kritik üben Meisenecker und Architekt Lekert an der städtischen Bauabteilung, die sie für Planungsunsicherheit verantwortlich machen und dafür, dass das Projekt zwischenzeitlich sogar gefährdet war. Die Stadt weist die Kritik als unbegründet zurück.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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