"Wahre Verlierer der Griechenland-Krise"

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Guttenburg – Die Griechenland-Krise hat ungeahnte Folgen: „Ganz besonders die Tiere leiden“, sagt Verena von Hellingrath. Sie leitet seit vielen Jahren den Kaniori-Tierhilfe-Hof.

Frustrierter Hass vieler Griechen treffe derzeit die, die „sich nicht wehren können, Tiere eben“, sagt die 71-Jährige entrüstet. Besonders die armen, geschundenen Hunde liegen ihr am Hezen. „Viele werden vergiftet, ausgesetzt, absichtlich überfahren, getreten, gequält – es ist ungeheuerlich, was sich derzeit in Griechenland abspielt.“ Sie weiß von Freunden in dem krisengeschüttelten Land davon, hat sich auch schon selbst von den Zuständen überzeugt und versucht nun, den „armen Kreaturen zu helfen“ und so viele Hunde wie möglich per Flugzeug nach Deutschland zu bringen. „Die Tiere kommen hier an, abgemagert, verletzt, geschunden, mit Brandwunden und Knochenbrüchen – alles habe ich schon erlebt. In den Augen kann man das Leid der armen Tiere erkennen," so die Tierschützerin.

Die griechischen Hunde bei Kaniori

Die Hunde werden in Guttenburg erstmal ärztlich versorgt, geimpft, entwurmt, auf Mittelmeerkrankheiten untersucht und kastriert, bekommen dann einen Chip unter das Halsfell. „Sozusagen der persönliche Pass jedes einzelnen Tieres.“ Dann werden sie aufgepeppelt. „Ein großer brauner Rüde kam hier an, auf neun Kilo abgemagert. Nach wenigen Wochen hat er nun 20 Kilo“, freut sich die Tierschützerin, die übrigens auch eine Sachkundeprüfung im Veterinäramt Mühldorf abgelegt hat, um ihre Hunde auch vor dem Gesetzt optimal versorgen zu dürfen.

Die Kosten sind horrend: Transport, Tierarzt, auch die Berge von Futter bezahlt Verena von Hellingrath aus der eigenen Schatulle, „die aber auch immer kleiner wird“. Auch ihr Ferienhaus sei schon „in Knochen und Dosenfutter“ draufgegangen. Zum Glück hat sie einige Sponsoren. „Aber es könnten mehr sein, wir sind über jede Hilfe sehr froh!“, betont die resolute Dame. Warum macht sie das alles? „Vor über 40 Jahren habe ich mit dem Tierschutz angefangen, habe viel erlebt, auch massiven Undank. Aber es lässt mich nicht los. Solange ich kann, muss ich einfach weitermachen!“

Derzeit sind es über 30 Hunde, die sie auf ihrem großen Grundstück und im Haus laufen lässt, sie füttert und pflegt, zum Tierarzt fährt, wenn es sein muss – „und es muss besonders anfangs oft sein“, ihnen ein vorläufiges Zuhause gibt und vor allem eins: Liebe. „Diese ehrlichen Augen, die anfangs das ganze Leid der Kreatur widerspiegeln, nach Wochen dann allmählich aufblühen zu sehen, wieder Vertrauen und die bedingungslose Zuneigung aller Hunde darin zu erkennen – das ist mein größter Lohn!“ Natürlich kann Verena von Hellingrath nicht alle Hunde selbst behalten, sucht daher ständig nach guten Plätzen und ist dabei sehr streng. „Die Tiere haben genug mitgemacht, sie sollen es jetzt wirklich gut haben.“

Sie bittet alle, die sich einen Hund zulegen möchten, doch so ein dankbares Tier zu nehmen. „Sie sind vielleicht nicht so schön wie ein Rassehund, aber das wiegen sie mit Charakter und Verträglichkeit wieder auf“, betont Frau von Hellingrath. Und: „Für jeden gut vermittelten Hund, der bei mir einen Platz frei macht, kann ich wieder einen aus Griechenland retten!“ Ihre Hunde seien sozial sehr verträglich und pflegeleicht, verstünden sich mit anderen Hunden, mit Katzen und Kindern wunderbar. „Es kamen noch nie Klagen, alle neuen Besitzer eines griechischen Hundes sind überrascht, wie gut sie sich einfügen.“

Infos im Internet unter: www.kaniori.net.

eig

Rubriklistenbild: © ds

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