Vorrang für die Erholung

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Waldkraiburg - Das neue Forstbetriebsgutachten bescheinigt der Stadt Waldkraiburg eine "vorbildliche Waldbewirtschaftung".

Vor 25 Jahren galten 25 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 22 Hektar als Wald im Sinne des Waldgesetzes. Sie wurden in drei Distrikte eingeteilt. Heute umfasst die Waldfläche der Stadt Waldkraiburg 52 Grundstücke und beträgt rund 58 Hektar. Bei der Flächenerhebung wurden deshalb 17 zusammenhängende Waldflächen (Distrikte) gebildet. Damit hat sich die Waldfläche Waldkraiburgs mehr als verdoppelt. Das ergibt sich aus dem neuen Forstbetriebsgutachten, das der Stadtrat gebilligt hat und das bis zum Jahr 2028 Gültigkeit hat. "Die Diskussionen, wir werden bald keinen Wald mehr haben, sind also Unsinn", meinte daher auch Bürgermeister Siegfried Klika in der Sitzung. Den Löwenanteil an der Flächenzunahme - das zeigt sich in dem Gutachten - bilden allerdings Ausgleichsflächen bei Oberornau mit rund 10,4 Hektar sowie der Grüne Ring mit 10,6 Hektar. Der Grüne Ring war in dem bisherigen Forstbetriebsgutachten nicht eingerechnet worden. Die Flächen bei Oberornau hat die Stadt als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen erworben und aufgeforstet, erläutert Angela Hartinger-Hirn, die Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung.

Dennoch bescheinigt das neue Gutachten der Stadt Waldkraiburg eine vorbildliche Waldbewirtschaftung. "Der Umbau des Waldes ist geglückt, wir haben einen sehr naturnahen Mischwald", so Hartinger-Hirn in der Stadtratssitzung. Das erste Forstbetriebsgutachten wurde im Jahr 1986 erstellt. Es bildete die Grundlage für die Bewirtschaftung des Waldes, die vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Töging im Auftrag der Stadt Waldkraiburg, durchgeführt wurde. Dieses Gutachten war bis zum Jahr 2005 gültig. Für die weitere Bewirtschaftung des Waldes muss eine neue Forstbetriebsplanung erstellt werden. Eine Aufgabe, die der Forstsachverständige Armin Gallerach im Juni 2008 übernahm. Im Juli 2008 fand ein gemeinsamer Waldbegang statt, bei dem laut Hartinger-Hirn auch Umweltreferent Gerd Ruchlinski teilnahm. Bei der anschließenden Besprechung wurde festgelgt, dass beispielsweise der Grüne Ring in die Waldflächen miteingerechnet wird. Zudem wurde als Planungsziel festgehalten, dass der Anteil der Mischbaumarten langfristig weiter erhöht und der Erholungsfunktion des Stadtwaldes Vorrang eingeräumt werden soll. Besonders beachtet sollten hierbei die Waldrandgestaltung mit Waldrandabstufungen und die so genannte Verkehrssicherungspflicht werden. Ein Kompromiss wurde gefunden: der Anteil des Totholzes soll angemessen erhöht werden, soweit dies unter Einschränkungen durch die Verkehrssicherungspflicht möglich ist.

Bei der anschließenden Begehung im Eichelgarten und Grünen Ring wurde der Stadt eine "vorbildliche Waldbewirtschaftung" bescheinigt. Deshalb hatte der Stadtrat auch keine Probleme, das neue Forstbetriebsgutachten, das jetzt bis 2028 Gültigkeit hat, einstimmig zu billigen. Hildegard Schlesier (Grüne) regte in diesem Zusammenhang an, auch einmal öffentlich zu machen, was überhaupt Waldkraiburger Wald ist. In eine ähnliche Richtung zielte die Anmerkunng von Margit Roller (CSU). Sie sagte, dass die Waldkraiburger Parks zwar im Stadtplan mit Namen aufgeführt sind, eine entsprechende Beschilderung in den Parks allerdings fehle. Auswärtige wüssten daher gar nicht, wo sie gerade spazieren gehen. Bei Notfällen könne das fatale Folgen haben, da kein vernünftiger Notruf abgesetzt werden könne. Dazu sagte Bürgermeister Klika, dass die Verwaltung bereits die ersten Schritte in Sachen Beschilderung unternommen habe.

hsc/Mühldorfer Anzeiger 

Rubriklistenbild: © dpa

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