Igerl: "Keine Rebellion"

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Waldkraiburg - "Das war nicht als Rebellion gedacht", sagt die neue VHS-Vorsitzende Angelika Igerl zur überraschenden Wendung bei den Vorstandswahlen der Volkshochschule.

Sie will "diese Kuh vom Eis bringen" und suchte das Gespräch mit dem ehemaligen Zweiten Vorsitzenden Norbert Weigl und CSU-Fraktionschef Anton Sterr, das "sehr positiv verlaufen ist".

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Bei den Vorstandswahlen der VHS Ende Juli kam es zu einem Paukenschlag. Angelika Igerl setzte sich überraschend mit 24:20 Stimmen gegen den stellvertretenden Vorsitzenden Norbert Weigl durch. Der Stadtwerkechef hatte den Vorstand zuletzt kommissarisch geleitet. Mehrere Stadträte, die ihre Kandidatur für den Vorstand zugesagt hatten, zogen sich daraufhin wieder zurück.

"Eigentlich wollten wir nur zwei Beisitzer reinbringen und nicht den Vorstand abwählen", sagt Angelika Igerl. Mittlerweile verstehe sie, dass dies als Rebellion angesehen wurde, "so war das aber gar nicht gedacht. Unser Weg war der verkehrte", wie sie jetzt wisse.

Die Kraiburgerin erklärte, eine Gruppe von elf Personen - Kursleiter und Kursteilnehmer - wollte sich noch einmal Gehör verschaffen, sie fühlten sich mit ihrer Kritik nicht wahrgenommen.

Grund waren die geänderten Büroöffnungszeiten der Geschäftstelle, die seit einem halben Jahr schlecht zu erreichen war. Zertifikate für Kursteilnehmer seien nicht ausgestellt worden, weil das Büro unbesetzt war oder Anrufer hingen etwa lange in der Warteschleife. Oder aber in der Geschäftsstelle hätten sich Schlangen gebildet.

"Wir sprachen immer wieder an, dass das unbesetzte Büro ungut war", so Igerl, die nicht weiß, wo genau es an der Kommunikation mit dem alten Vorstand hakte.

Und so wähnte man bei der Jahreshauptversammlung den richtigen Rahmen, es noch einmal anzusprechen.

Aus Kostengründen wurde Personal bei den Stadtwerken ausgelagert. Die Bürokräfte wurden bei Bedarf an die VHS "ausgeliehen". An dieser Stelle betont Igerl, dass sie nicht die ausgelagerten Dienstleistungsverträge kritisiert. "Das war eine gute Sache und ein faires Angebot für die Büromitarbeiter und sehr großzügig."

VHS-Vorsitzende Angelika Igerl

Aber im Tagesgeschäft hätten sich dennoch Probleme ergeben. Diese zu lösen ist nun die Aufgabe des neuen Vorstandes. Momentan steht man ohne Personal da, denn eine Mitarbeiterin hat sich so gut bei den Stadtwerken integriert, dass sie ganz dort bleiben will und die zweite hat einen neuen Job angenommen. Man sei dabei zum 1. September Ersatzkräfte für die Geschäftsstelle zu finden und stehe schon in Verhandlungen. Igerl ist zuversichtlich.

Stadtwerkechef Norbert Weigl hat sich bereiterklärt, eine Bürokraft im September für die arbeitsintensive Zeit noch einmal drei Wochen "herzuleihen". Dann sind etwa die vielen Anmeldungen zu bearbeiten. Er stellt klar, dass es keine verhärteten Fronten zwischen ihm und dem neuen Vorstand gibt.

Aktuelle Zahlen aus der Buchhaltung hat Igerl noch nicht vorliegen. Die Stelle war nur mit wenigen Stunden besetzt. Diese Mitarbeiterin ist momentan stundenweise eingesetzt, um die Zahlen aufzustellen, damit Igerl mit dem Budget weitere Personalplanungen anpacken kann. "Jede Position wird von uns sachlich geprüft", sagt Igerl. Der neue Vorstand müsse nun beweisen, dass er seine Hausaufgaben mache. Das Ziel sei kostengünstig zu erreichen, einen funktionierenden Bürobetrieb zu gestalten.

Alfons Wastlhuber von "Hauptsache Ehrensache" hat dem neuen Führungsteam seine Unterstützung zugesagt, aus dem Ehrenamtspool jemanden vorübergehend heranzuziehen.

Angelika Igerl habe auch positive Rückmeldungen von Kursteilnehmerinnen bekommen, die sich "neuen Schwung erhoffen". Die Stadt und die Stadtwerke werden die VHS natürlich weiterhin unterstützen, dies sagten sie bereits nach den Neuwahlen zu. Anton Sterr hat sich mittlerweile "erholt" von den Ereignissen und kann dem Ganzen etwas Positives abgewinnen. "Die Verantwortung liegt nun in anderen Händen." Er wünsche der neuen Vorstandschaft nur das Beste und dass sie erfolgreich sein werde. Die Zuschüsse der Stadt - 60.000 Euro plus 78.500 Euro Mietkostenzuschuss - werden weiter fließen. Mehr könne es laut Sterr nicht geben. Dafür hat Angelika Igerl Verständnis.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © hg

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