Vier Millionen für neues Umspannwerk

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Starteten per Knopfdruck den Vollbetrieb der Anlage: Hermann Wagenhäuser, Technischer Vorstand der Eon Bayern AG (rechts) und Taufkirchens Bürgermeister Jakob Bichlmaier. Mit dem Umspannwerk schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für die zunehmende Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom. Fotos hg

Taufkirchen - Das neue Umspannwerk Zeiling der Eon Bayern in der Gemeinde Taufkirchen ist offiziell in Betrieb. Hier wurden vier Millionen Euro investiert.

Mit dem Projekt schafft der Energieversorger die Voraussetzungen für die zunehmende Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom.

Es ist das 287. Umspannwerk des Unternehmens. Und dennoch nannte Hermann Wagenhäuser, Technischer Vorstand der Eon Bayern AG, die Inbetriebnahme ein "außergewöhnliches Ereignis", hob ebenso wie Regionalleiter Christian Nagel deren große Bedeutung für die Versorgung hervor. Die Anlage, die in elf Monaten Bauzeit etwa einen halben Kilometer südöstlich von Taufkirchen entstand, ist laut Angaben des Unternehmens das erste Umspannwerk im Netzgebiet der Eon, das ausschließlich aufgrund der zunehmenden Einspeisung regenerativ erzeugten Stroms in der Umgebung errichtet wurde. Damit leiste das Unternehmen einen Beitrag zu einer auch in Zukunft sicheren Stromversorgung der Region.

Der Ausbau der regenerativen Energien und der Trend zur dezentralen Stromerzeugung, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz auslöste, schlägt sich bei der Eon Bayern in einer Vervielfachung der Erzeugungsleistung seit dem Anfang des Jahrzehnts nieder. 500 Megawatt, die im Jahr 2000 fast ausschließlich aus der Wasserkraft kamen, stehen heute laut Wagenhäuser 4800 Megawatt aus Wasser, Sonne und anderen Energieträgern gegenüber. Das entspricht der Leistung dreier Kernkraftwerke.

Die von der Politik ausgerufene Energiewende, die bis 2050 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen abdecken will, stelle die Netze allerdings vor große Herausforderungen. In Zeiten hoher Einspeisung führe die Entwicklung zur dezentralen Stromerzeugung zu einer Umkehrung der Lastflüsse im Netz. Das bestehende Stromnetz der Eon sei dafür nicht ausgelegt, so Wagenhäuser. Ein "massiver Ausbau" sei deshalb in den nächsten Jahren erforderlich. Nur so funktioniere die Energiewende.

Zu diesen Aus- und Umbaumaßnahmen zählt das neue Umspannwerk Zeiling. Dieses entlaste die benachbarten Umspannwerke Altmühldorf und Mittergars, die am Rand ihrer Kapazitäten angelangt sind.

In der Versorgungsregion, zu der der Landkreis Mühldorf und angrenzende Gebiete gehören, liegt die Einspeiseleistung aus Fotovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen laut Angaben des Unternehmens bei rund 14 Megawatt, weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von drei Megawatt sind geplant oder bereits in Bau. Dazu kommt noch die Aufnahme von regenerativ erzeugtem Strom aus dem Netzgebiet der Elektrizitätsgenossenschaft Engelsberg von bis zu 3,7 MW.

In Taufkirchen und Umgebung hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge in Sachen regenerativer Energiegewinnung getan. Mittlerweile speise die Gemeinde Taufkirchen 2,2-mal so viel Strom ein wie sie verbraucht, bemerkte Bürgermeister Jakob Bichlmaier, der die Anlage als "Meilenstein" bezeichnete.

Bichlmaier, der mit Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden und Gemeinderäten sowie Mitarbeitern des Energieversorgers, Vertretern der an Bau und Planung beteiligten Firmen und Anwohnern zu der Feier auf das Gelände des Umspannwerks gekommen war, begrüßt den Trend zu den regenerativen Energieformen. Sinn mache das nur, wenn der Strom auch großflächig verwertet werden kann. Dazu brauche es derartige Anlagen. "Wer den technischen Fortschritt will, wird gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen müssen", meinte der Bürgermeister an die Adresse der Kritiker.

Insgesamt vier Millionen Euro hat der Neubau (siehe Infoblock) einschließlich Anschluss an die vorbeiführende 110000-Volt-Freileitung gekostet. Beide Seiten, Unternehmen und Gemeinde, sprachen sich sehr positiv über die Zusammenarbeit aus. Die kirchliche Segnung der Anlage nahm Pfarrer Werner Giglberger vor.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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