VHS senkt Personalkosten

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Die Öffnungszeiten der VHS-Geschäftsstelle wurden reduziert, Mitarbeiterinnen sind zu den Stadtwerken gewechselt und helfen nur bei Bedarf noch aus. Auch die Buchhaltung wird ausgelagert. Geschäftsführerin Sabine Meyle will auf diese Weise Kosten senken, um den Haushalt wieder auszugleichen.

Waldkraiburg - Die VHS zehrt von ihren Rücklagen. Um Kosten zu sparen, haben sich Geschäftsführung und Vorstand zu einem weiteren Einschnitt entschlossen:

Die Mitarbeiterinnen der Verwaltung sind zu den Stadtwerken gewechselt und nur noch, wie etwa in der heißen Anmeldephase zu Semesterbeginn, in der VHS-Geschäftsstelle. Auch die Buchhaltung wurde ausgelagert.

"Die Volkshochschule Waldkraiburg hat keine Schulden, wir haben noch immer Rücklagen", betont Geschäftsführerin Sabine Meyle. Die VHS sei voll handlungsfähig. Damit das aber auch langfristig so bleibt, sieht sich die Erwachsenenbildungseinrichtung gezwungen, weitere Einsparungen vorzunehmen. Schon seit 2007 werden Personalkosten in der Verwaltung reduziert. Die VHS habe Dozenten-Honorare gesenkt und Gebühren erhöht. Seit vielen Jahren bemühe sie sich darum, öffentliche Fördermittel für VHS-Programme zu bekommen, wie etwa für die aktuellen Medienqualifizierungskurse, in denen insgesamt 40 Erzieherinnen geschult wurden und werden.

Die Einnahmeneinbußen lassen sich dadurch aber nicht kompensieren. Die sinkenden Arbeitslosenzahlen, eigentlich natürlich eine erfreuliche Entwicklung, führte dazu, dass die Arbeitsagentur-Maßnahmen als wichtiges Standbein der VHS fast ausfallen. "Massiv" habe die Volkshochschule auch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen. Erst langsam geht es im Bereich der Firmenschulungen wieder besser.

Die Stadt, die selbst in einer äußerst angespannten Finanzlage ist, kann das durch ihre Zuschüsse nicht auffangen. 78500 Euro Mietkostenzuschuss und 60000 Euro Barzuschuss flossen an die Erwachsenenbildungseinrichtung. Sabine Meyle geht auch für 2012 von Zuschüssen in dieser Höhe aus. Doch allein der Barzuschuss lag schon einmal über 100000 Euro.

2009 musste die VHS ein Defizit von 77000 Euro aus den Rücklagen decken. 2010 fehlten 31000 Euro. Für 2011 liegen die endgültigen Zahlen noch nicht vor. Doch eines ist klar: Auch 2011 wird es ein Minus geben.

Das ist der Horizont, vor dem die weiteren Einsparungen im Personalbereich beschlossen wurden, die mit Beginn des neuen Jahres greifen sollen. In der Regel sind in der Geschäftsstelle am Kalander nur noch die Geschäftsführerin und Fachbereichsleiter Alexander Rahm anzutreffen. Die Mitarbeiterinnen der Verwaltung sind zu den Stadtwerken gewechselt. In die städtische GmbH wurde auch die Buchhaltung ausgelagert. Gemeinsam mit den Stadtwerken wolle man auf diese Weise Kostenvorteile nutzen.

Die Öffnungszeiten der Volkshochschule wurden laut Meyle um 45 Prozent auf folgende Tage und Stunden reduziert: montags, dienstags und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

Den Kunden sollten dadurch keine großen Nachteile entstehen, glaubt die Geschäftsführerin. Zum einen geht der Trend ohnehin zur Anmeldung per Mail. Mit der neuen Homepage habe die VHS das Verfahren noch einfacher gemacht. "Natürlich gehen wir in der Anmeldezeit auch außerhalb dieser Geschäftszeiten ans Telefon." In der derzeit laufenden heißen Anmeldephase, unmittelbar nach dem Erscheinen des neuen VHS-Kursprogramms, werden Meyle und Rahm weiter von den Mitarbeiterinnen der Verwaltung unterstützt, die die Volkshochschule für diese Zeit von den Stadtwerken "ausleiht". Und natürlich können Kunden auch sonst Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbaren.

Eine Zahl, wie viel die Volkshochschule mit diesem Modell einspart, nennt Meyle nicht. Noch sei das Ganze in der Erprobungsphase.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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