Keine Gnade für Falschparker

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Maribel Potoschnik kontrolliert seit 1. April den ruhenden Verkehr.

Waldkraiburg - Bei Falschparkern, die Rettungswege oder Behindertenparkplätze zustellen, versteht sie keinen Spaß: Maribel Potoschnik ist seit 1. April in Waldkraiburg unterwegs, um den ruhenden Verkehr zu kontrollieren.

Bis 2010 arbeitete Maribel Potoschnik im Bauamt der Marktgemeinde Haag. Dann habe ihr Hermann Dumbs, Bürgermeister und zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern, eine neue Aufgabe schmackhaft gemacht. Sie sei "gut im Einstecken", arbeite schnell und könne mit Menschen umgehen. Da sei die Arbeit beim Zweckverband doch der perfekte Beruf für sie?

"Es ist der perfekte Beruf für mich", sagt die 30-Jährige, die ihren Entschluss bis heute nicht bereut. "Es macht Spaß." Seit einem Jahr kontrolliert sie in Vaterstetten und Haag den ruhenden Verkehr, seit wenigen Wochen nun auch in Waldkraiburg. Und ihr erster Eindruck von den Autofahrern in der Stadt ist überraschend positiv: "Die Freundlichkeit überwiegt." Viele Leute begrüßen es nach ihren Worten, dass überwacht wird. Sonst seien diejenigen, die sich an die Regeln halten, die Dummen, so der Tenor.

Vier Tage in der Woche, je drei Stunden, sieht Maribel Potoschnik im Auftrag der Stadt nach dem Rechten. Die Tage wechseln dabei ebenso wie die Tageszeiten. Mal macht sie sich abends auf Kontrolltour, mal nachmittags, mal in der Früh, klappert Halteverbote ab, schreibt Linksparker auf oder überwacht Behindertenparkplätze. "Die Berliner Straße, die Prager Straße, die Rosen- und Birkenstraße mache ich immer." Ein Schwerpunkt sei auch das Schulzentrum im Süden. Im Vergleich zu anderen Schulzentren sei der Verkehr dort gut geordnet, "alles klar geregelt", die Bushaltestellen eindeutig ausgewiesen, die Schilder groß genug. Am morgen gebe es da praktisch keine Probleme. Anders am Mittag. Da könne es chaotisch werden, wenn Eltern mit dem Pkw auf ihre Kinder warten und "bis in die Kurven hinein parken".

In Nebenstraßen kontrolliere sie, wenn es die Zeit zulässt, oder um konkreten Beschwerden nachzugehen, die an die Stadtverwaltung herangetragen werden. Eine hohe Flexibilität und die Möglichkeit, Einsatzbereiche kurzfristig festzulegen, hatten sich Verwaltung und Stadtrat versprochen, als im vergangenen Jahr entschieden wurde, die Parkkontrollen neu zu organisieren und dem Zweckverband zu übergeben. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Polizei erlebt Potoschnik in Waldkraiburg als "sehr gut".

Auch mit Falschparkern kommt die Mitarbeiterin des Zweckverbandes gut zurecht. Nur in Einzelfällen habe es bislang Ärger gegeben, erzählt die 30-Jährige, die an anderen Einsatzorten nach eigenem Bekunden schlechtere Erfahrungen macht und auch schon mal beschimpft wurde. In ihrem Beruf muss Frau nicht nur wetterfest sein, sondern auch ein dickes Fell haben.

Und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen braucht es ebenso. "Von Haus aus warte ich zwei, drei Minuten mit dem Strafzettel. Aus Kulanzgründen. Verpflichtend ist das nicht." Wenn ein Autofahrer falsch parkt, um nachweislich schnell Medikamente für ein krankes Kind aus der Apotheke zu holen, dann lässt Potoschnik mit sich reden und räumt eine längere Frist ein, das Auto zu entfernen.

Die häufige Ausrede, die Parkscheibe vergessen zu haben, zieht nicht bei ihr. "Das kann passieren. Aber dafür muss man grade stehen." Und kein Pardon kennt die zierliche Frau bei Falschparkern, die Rettungszufahrten und Behindertenparkplätze blockieren.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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