Hype auf Wiesn-Champignons

Was hat es mit dem Hexenring auf sich?

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Hexenkreis, Feenring: Momentan wachsen viele Wiesenchampignons kreisförmig auf der Wiese.
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Unterreit - Sie sitzen im Gras und suchen die Wiesn ab. Viele Schwammerlfreunde sind seit gut zwei Wochen auf der Suche nach leckerer Beute. Wiesnchampignons erleben eine Hochzeit.

Deprimiert kehrt so mancher Pilzsammler aus dem Wald zurück, das Körberl meist leer. Die Waldpilze benötigen feuchte Böden, um gut zu wachsen.

Wiesenchampignons hingegen schießen derzeit förmlich aus dem Boden. Manchmal sogar in einem sogenannten Hexenring.

"Wiesenchampignons, auch Wiesen- oder Feldegerlinge genannt, fühlen sich bei heißem, trockenem Wetter richtig wohl", heißt es von Pilzfan Matthias Loidl.

Satte Ausbeute: Innerhalb kürzester Zeit hat Matthias Loidl eine Schüssel Wiesenchampignons gesammelt.

"Am liebsten sind ihnen geodelte Wiesen und Felder sowie Viehweiden. Grausen muss es einem dabei nicht, denn auch Zuchtchampignons werden häufig auf einem Substrat mit Pferdeäpfeln gezüchtet".

Besonders glücklich könne sich schätzen, wer einen oder gar mehrere Hexenringe entdeckt, erklärt Loidl. "Sie entstehen dann, wenn das Myzel, also das unterirdische Geflecht von Hyphen, in alle Richtungen gleichzeitig wächst und somit eine nahezu kreisrunde Fläche bildet".

Sobald die Nährstoffe im Boden aufgebraucht sind, bleibe ein ringförmiges Myzel bestehen, aus dem dann die Fruchtkörper wachsen würden. "Ein solcher Hexenring kann praktisch über Nacht entstehen, er umfasst mindestens 20 Zentimeter", weiß der Pilzfan. 

Eine große Schüssel köstlicher Champignons ernten klappt quasi ohne weites Rumlaufen, man kann sich in die Mitte des Hexenrings hocken und Champignons einsammeln.

Verwechslungsgefahr?

Ist es gefährlich, auf Wiesenchampignon-Jagd zu gehen? "Verwechslungsgefahr mit giftigen Pilzen besteht grundsätzlich nicht, wer sich aber nicht mit Pilzsorten auskennt wäre gut beraten, Fachleuchte zu fragen", raten Pilzkundige.

Für die Landwirte ist es ärgerlich, wenn Wiesen zertrampelt werden, daher ist es von Vorteil, wenn sich Wiesenchampignon-Jäger nur auf frisch gemähte Wiesen oder Viehweiden begeben, um nicht mit Ärger statt mit Schwammerl heim zu kommen.

Tipps zur Verarbeitung

Pilze sollten nicht nass werden, sonst saugen sie sich voll. "Am besten reinigt man Hut und Stiel mit einem feuchten, fest ausgedrückten Mikrofaserschwamm. Vor der weiteren Verarbeitung sollten Pilze dann zum Beispiel auf einem Küchentuch vollständig trocknen können", so Matthias Loidl.

Wer Pilze einfrieren möchte, sollte dies in rohem Zustand machen und nicht vorher blanchieren. Der Pilzefan Matthias Loidl tüftelt gerne in seiner Küche und probiert unterschiedlichste Rezepte aus, kreiert auch selbst. "Mein Tipp wäre, die Pilze zunächst nebeneinander geschichtet auf einem Bachblech einzufrieren und erst dann in Gefrierbeutel umzufüllen. So können sie im Bedarfsfall portionsweise entnommen werden", so Loidl abschließend. Außerdem rät er, Pilze nicht aufzutauen, sondern in gefrorenem Zustand in das heiße Fett zu geben. "Auf diese Weise sind gefrorene Schwammerl fast nicht von frisch zubereiteten zu unterscheiden". Rezepte und Eindrücke, sowie einen Blog vom Backhausladen-Besitzer aus Unterreit gibt es im Internet unter backhausladen.de

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