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Geistliches Wort von Sr. Ruth Maria Stamborski aus Unterreit

„Weiter als der Traum einer heilen Welt, trägt uns der Trost der Heiligen Nacht“

Sr. Ruth Maria Stamborski
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Sr. Ruth Maria Stamborski

Dieses Wort des evangelischen Pfarrers und Journalisten Hinrich Westphal begleitet und berührt mich seit Jahren.

Vielleicht denken Sie jetzt spontan beim Lesen „Von welcher heilen Welt träumen Sie denn – angesichts all der Krisen und Katastrophen nah und fern?“ Von einer heilen Welt sind wir doch weiter entfernt als vom Mars, Mond und anderen Galaxien des Weltalls. Da kann man mit SpaceX hinkommen, wenn man das Ticket zahlen kann. 

Frieden, Versöhnung, Heil und Geborgenheit können wir uns nicht selber schenken

Und dennoch kenne ich von mir und vielen Menschen die Sehnsucht nach einer heilen, heileren Welt. Nach gelingenden Beziehungen, innerer Übereinstimmung und Ausgeglichenheit, entspannter Atmosphäre bei Veranstaltungen und unter Kollegen, frohe Familienfeiern, das rechte Maß zwischen tätig sein und Freizeit, und so weiter und sofort. Diese Sehnsucht ist weder Augenwischerei, noch naive Weltflucht. Wie Nelly Sachs formuliert „alles beginnt mit der Sehnsucht“. Sie ist Antrieb, nicht zu resignieren, mehr zu erwarten von mir und anderen, mich offen zu halten für eine Veränderung. Sie ist Antrieb, mich nicht zufrieden zu geben mit dem Zustand der Welt und der Menschen. Insofern bringt uns diese Sehnsucht weiter.

Die Liturgie, die Gottesdienste im Advent ermutigen uns zu unserer Sehnsucht zu stehen. Vier Wochen thematisiert der Advent diese Sehnsucht und das Eingeständnis: wir sind angewiesen aufeinander und auf Gott. Frieden, Versöhnung, Heil und Geborgenheit können wir uns nicht selber schenken. Welche Wohltat, in einer Welt – wo es oft um Perfektion, Selbstoptimierung und Selbstinszenierung geht, die eigene Bedürftigkeit nicht verschämt verstecken zu müssen. Sehnsuchtsvoll einstimmen dürfen in die Gesänge und Gebete. 

Gott wird aus Liebe zu uns Menschen verwundbar und ohnmächtig

Einer traut sich, diese Bedürftigkeit in aller Deutlichkeit auf sich zu nehmen und zu zeigen. Jesus von Nazareth. Die Szene, so wie sie uns an Weihnachten vertraut ist, zeigt das ganze Ausmaß an Ohnmacht schlechthin. Neugeboren – total auf Zuneigung und Hilfe verwiesen, quasi auf der Flucht, ohne Obdach. Eigentlich ein notvoller Anblick, den wir mit Lametta und Tannengrün und Kerzenschein abmildern.

Gott wird aus Liebe zu uns Menschen verwundbar und ohnmächtig. Aus Liebe, um uns nahe zu sein. Nicht in erster Linie in den tollen erfolgreichen Momenten, da fühlen wir uns sicher und sind umhüllt von Anerkennung und Wohlwollen. An Weihnachten, im Stall von Bethlehem und Karfreitag am Kreuz zeigt Gott sich verletzlich, ohnmächtig und bedürftig. Den schwersten Momenten menschlichen Lebens weicht er nicht aus. Genau da will er nahe sein. Sein Name ist Programm: Immanuel: Gott mit uns! Dieser Trost der Heiligen Nacht kann ein tragender Grund für das ganze Leben sein. Er bietet sich mir als Geschenk an. Vielleicht kann ich dem Immanuel Herberge in meinem Herzen anbieten und seinen Trost spüren.

+++ Weitere Infos zur Arbeit von Sr. Ruth Maria Stamborski gibt es unter www.missionsschwestern.de. +++

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