Lieber Autodiebe als Unfallfahrer

Aschau am Inn - Der BMW, den ein Aschauer nach seinem Auslandsurlaub als gestohlen gemeldet hatte, ist wieder da. Bei ihren Ermittlungen stieß die Waldkraiburger Polizei auf zwei Burschen.

Diese müssen sich - um eine Straftat zu vertuschen - jetzt wegen Autodiebstahls und weiterer Delikte verantworten. Bald nach der Anzeige bestätigten sich Hinweise, wonach das Auto in Waldkraiburg am Stadtpark sowie bei einem Autohändler im Industriegebiet gesehen worden war. Anwohner der Abstellorte halfen der Polizei weiter, die jetzt den Hergang des Diebstahls rekonstruieren konnte.

Nach derzeitigem Stand hatte sich ein 16-jähriger Freund des Sohnes des Autobesitzers schon vor einiger Zeit den Zweitschlüssel angeeignet. Vermutlich wollte er diesen später verwenden, da er von der Ferienreise der Familie wusste. Den Schlüssel reichte er an einen gleichaltrigen Lehrling weiter. Er rechnete wohl nicht damit, dass dieser - zusammen mit einem 15-jährigen Schausteller-Helfer - die Gelegenheit für eine Spritztour nutzen würde. Es kam, wie es kommen musste: Der 15-Jährige baute einen Unfall und beschädigte den vier Jahre alten BMW erheblich. Um die Geschichte zu vertuschen, wollte das Duo den Wagen über einen Gebrauchtwagenhändler "verschwinden" lassen.

Der Lehrling besorgte sich in seiner Werkstatt einen Anhänger. Der Unfallwagen wurde zuerst zu seiner Arbeitsstelle gebracht, wo ihn der Händler inspizierte und kaufte. Autoschlüssel und Fahrzeugschein waren vorhanden. Für den fehlenden Brief wurde eine nette Geschichte erfunden. Der Preis war ausgemacht, ein Teil bezahlt worden. Der Rest sollte fließen, wenn der Fahrzeugbrief beigebracht wurde.

Von dem ursprünglich nicht erwarteten Geldsegen haben sich die beiden Burschen neu eingekleidet. Auch für Essen und Trinken reichte es. Einer 20 Jahre alten Bekannten zahlten sie Sprit für deren Fahrzeug sowie ein Handy. Sie wusste, woher das Geld stammte, so die Polizei. Dies gilt auch für einen gleichaltrigen Burschen, der einen Geldbetrag aus dem Autoverkauf erhalten hatte.

Die Liste der ermittelten Straftaten ist lang: Diebstahl eines Autoschlüssels, Auto-Diebstahl, mehrfach Fahren ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht, Hehlerei.

Der gestohlene BMW ist wieder im Lande, nachdem der Autohändler ihn an einen Kollegen nach Polen verkauft hatte. Als die Händler von dem Diebstahl erfuhren, sorgten sie umgehend für eine Rückführung des Pkw. Nutzen kann der Besitzer ihn allerdings vorerst nicht, da er aufgrund der Schäden nicht fahrbereit ist.

re/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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