Türkisches Kino kommt an

Waldkraiburg - Neue Wege geht das Waldkraiburger Kino "Cinewood" seit Anfang des Jahres mit einer türkischen Filmreihe - mit sehr guter Resonanz!

Die Resonanz sei "sehr, sehr gut", sagt Kinobetreiber Thomas Rahnsch, der eine Initiative des Kulturbildungszentrums KuBiWa aufgegriffen hatte.

Rund 250 Besucher in drei Vorstellungen kamen schon zum ersten Film der neuen Reihe. Mit so vielen hatte Rahnert nicht gerechnet. Nicht nur aus Waldkraiburg, wo fast tausend Bürger einen türkischen Pass haben und viele weitere Türkischstämmige längst die deutsche Staatsbürgerschaft, sondern aus dem ganzen Landkreis kamen die Besucher, um den türkischen Film mit deutschen Untertiteln zu sehen. Zuschauer aller Altersgruppen sogar aus Altötting, Trostberg und Burgkirchen waren darunter. Gezeigt wurde der Film mit dem Originaltitel "Allah'in Sadik Kulu: Barla" (Gottes treuer Diener), ein Zeichentrickdrama in 3-D über die Lebensgeschichte des türkischen Gelehrten und religiösen Führers Said Nursi. Zuletzt lief "Ay Büyürken Uyuyamam" (Schlaflos bei zunehmenden Mond), ein Drama über das Zusammenspiel von Frauen und Männern, Sexualität, Religion und Gleichgültigkeit, wie es in der Ankündigung heißt.

Wer türkische Filme sehen wollte, musste bislang bis Landshut und München fahren. "Das gab es nur in den größeren Städten", sagt Hasan Cabuk. Der Vorsitzende von KuBiWa freut sich, dieses Angebot jetzt auch im Kino am Ort zu haben. Dem Kultur- und Bildungsverein, der im Bereich der Nachhilfe vor allem für türkische Kinder aktiv ist, geht es darum, auch die Filmkultur für Türken zu erschließen. "Für die ältere Generation spielt die türkische Sprache sicherlich eine wichtige Rolle", sagt Cabuk. Die Jüngeren gehen in deutsche wie türkische Filme.

KuBiWa lege Wert auf Filme mit Anspruch, die möglichst für die ganze Familie geeignet sind. Filme mit sehr viel Action und Gewalt zum Beispiel werde man eher nicht vorschlagen.

Neben dem "Kulturkino" Marke KuBiWa wird das Cinewood in der Reihe aber auch Streifen zeigen, die dem Geschmack der breiten Masse entgegen kommen. Thomas Rahnert ist bemüht, jede Woche einen türkischen Film zu zeigen. Mindestens ein halbes Jahr soll die Reihe laufen. Dan wird man Bilanz ziehen, ob sich das Angebot auch wirtschaftlich rechnet.

Die Resonanz von den Besuchern sei jedenfalls außerordentlich positiv. Im Internet gab es vereinzelt kritische Kommentare, die sich an den türkischen Filmen mit Untertiteln stoßen. Dazu Rahnert: "Kino war und ist immer schon international." Deutschland sei eines der wenigen Länder, in denen synchronisiert werde. Die Produktionen der türkischen Filmwirtschaft sieht er absolut auf deutschem Standard. Eine türkische Komödie sei aktuell sogar unter den 20 Filmen mit den meisten Zuschauern in Deutschland.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © pa

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