Tiefenwärme für die ganze Stadt

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Waldkraiburg - "Wir werden in der Lage sein, ganz Waldkraiburg zu beheizen." Einen optimistischen Ausblick in die Zukunft der Geothermie gab Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl.

Wenn alles gut läuft, kann schon im nächsten Winter geothermale Energie in das bestehende Wärmenetz eingespeist werden. "Beide Bohrungen sind erfolgreich", so Weigl nach Abschluss des Pumpversuchs nach der zweiten Bohrung. Bei etwa 100 Grad liege die Temperatur. Genauere Angaben zu Temperatur und Ergiebigkeit des Wassers machte er noch nicht.

Ehe die Langzeittests beginnen, die endgültigen Aufschluss darüber geben, durch welche der beiden Bohrungsverläufe das heiße Wasser entnommen, beziehungsweise wieder in die Erde verpresst werden kann, wird die Baustelle abgeräumt. Der Bohrturm und alle Container werden dann von dem Gelände an der Kläranlage wieder abgezogen. Noch bis zum Sommer könnten sich laut Weigl die Untersuchungen und Tests hinziehen.

Die Wärmeübergabestation mit einem Wärmetauscher wird in dem ehemaligen Zentrifugenhäuschen für Klärschlamm Platz finden. Von dort wird die Energie zur bereits bestehenden Wärmezentrale und weiter in das Netz geleitet.

Schon jetzt werden ja im Süden Waldkraiburgs einige Wohnblöcke der Stadtbau und der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft sowie öffentliche Gebäude durch Blockheizkraftwerke versorgt. Dazu gehört etwa die Liszt-Mittelschule, die Beethoven-Grundschule, der Kindergarten Maria Schutz und das Waldbad. Sie werden die ersten sein, die mit Wärme aus der Tiefe beheizt werden. Weigl hofft, dass "wir schon im Winter den Hahn umlegen können". Bis die Wärmeversorgung durch Geothermie aufgenommen werden kann, werden nach seinen Angaben etwa 15 Millionen Euro in das Projekt geflossen sein.

Schritt für Schritt, in mehreren Abschnitten, soll dann das Versorgungsnetz ausgebaut werden. So sieht es ein Netzentwicklungsplan vor, der vor einigen Monaten festgelegt wurde. Die Leitung soll demnach zuerst an der Kirchenstraße entlang, von wo aus unter anderem weitere Objekte der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft versorgt werden können, bis zum Rathaus verlängert werden. Die Bebauung am Sartrouville-Platz, die Kirchen, das Haus des Buches, die Diesel-Mittelschule und das Haus Sudetenland sowie das Haus der Kultur sollen Zug um Zug angeschlossen werden, auch private Hauseigentümer in diesen Bereichen können die Option wahrnehmen.

Die gewonnene Wärme wird wohl für alle Haushalte und den gewerblichen Bedarf in ganz Waldkraiburg ausreichen, ist Weigl überzeugt. Bis zum Endausbau des Versorgungsnetzes könnte es allerdings noch zwei, vielleicht sogar drei Jahrzehnte dauern.

Aus diesem Grund betreiben die Stadtwerke gleichzeitig auch den Aufbau von so genannten "Wärmeinseln", um auf der Basis von Blockheizkraftwerken größere Einheiten in weiter entfernten Stadtteilen zu versorgen. Derzeit wird in Waldkraiburg-West in der Warnsdorfer Straße daran gearbeitet. Die Inseln können später leicht in das Versogungsnetz integriert werden.

hg/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © Grundner Johann

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