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Theater: "Schusswechsel" beim Gala-Dinner

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Eine Entführung, die aus dem Ruder läuft: Beim Krimi-Dinner kommen Gourmets genauso auf ihre Kosten wie Fans von Detektivgeschichten.

Waldkraiburg - Es herrscht eine besondere Stimmung im Theatersaal: Bei dem Gala-Dinner ist nicht nur ein feiner Gaumen, sondern auch kriminalistisches Fingerspitzengefühl gefragt.

Auf acht quadratischen Tischen sorgen große Kerzenständer für düsteres Licht. Als die Gäste zwei männliche Gestalten auf dem Boden liegen sehen, ist klar: Bei diesem Dinner ist nicht nur ein feiner Gaumen, sondern auch kriminalistisches Fingerspitzengefühl gefragt.

Zum vierten Mal gastierte die Burghausener Theatergruppe "Mördernacht" bereits beim Bistro Cult im Haus der Kultur. Und auch diesmal sollte der kleine Saal Schauplatz für ein ganz besonderes Spektakel werden.

Die Mischung aus Vier- Gänge-Menü und einer Theaterdarbietung, bei der auch die Detektivarbeit der Zuschauer gefordert war, machte für viele der 80 Gäste den Reiz dieses Abends aus.

Das Konzept kommt aus England - dort Dine and Crime genannt. Daniela Haindl, gelernte TV-Produzentin, hatte die Idee, dieses Konzept auch auf bayerische Bühnen zu holen und schreibt die Stücke. Seit 2008 fährt die Burghausener Gruppe, die aus sieben Leuten im Alter von 22 bis 36 Jahren besteht, durch ganz Bayern und begeistert mit kniffligen aber auch sehr lustigen Krimis, gepaart mit einem feinen Dinner.

Dabei ist es den Schauspielern besonders wichtig, die Zuschauer miteinzubeziehen. "Es gibt auch andere Theatergruppen, die sowas machen, zum Beispiel in Norddeutschland. Die sind aber meistens größer. Wir wollen das klein halten, da ist man näher an den Leuten," erklärt Oliver Vilzmann, Mitbegründer der "Mördernacht".

Um die Zuschauer nicht nur Zuschauer sein zu lassen, bekommen alle Gäste eine Rolle zugeschrieben. So sind nicht nur die Krimi-Fans unter den Gourmets aufgefordert mitzuraten. "Jeder bekommt einen eigenen Zettel, auf dem ein Name und Informationen zum Tathergang stehen. Jeder hat einen anderen Kenntnisstand, manche haben auch Aufträge. Sie müssen zum Beispiel jemand anderen unter den Gästen suchen und nach neuen Hinweisen fragen," beschreibt Nicole Angele "alias Jodie Foster" den Ablauf des Krimi-Dinners. Sie ist, wie die meisten, zum ersten Mal hier und will sich einfach überraschen lassen.

Bereits nach dem ersten Gang (Ein Sülzchen vom bayerischen Jungbullen mit Merrettichschaum) ist das dominierende Gesprächsthema an den Tischen die Entführung aus dem Theaterstück.

Drei Päckchenboten wollen die Frau des Regisseurs Mr. Stone entführen, um so ein lukratives Lösegeld zu erpressen. Dabei geht allerdings einiges schief und am Ende ist Mr. Stone selbst die Geisel. Jeweils eine viertel Stunde zeigen die Schauspieler der "Mördernacht" einen rückblickenden Ausschnitt aus der "verrückten Entführung des dicken Mr.Stone", die schließlich mit einem Schusswechsel und einem toten Entführer endet. Dazwischen serviert das Bistro Cult eine ausgewählte Gangfolge - von Vitello Tonnato über Schweinefilet im Strudelteig bis hin zu einer Dessert-Variation aus warmen Erdbeeren mit grünem Pfeffer, einer Creme Brulée und einer Schokomousse mit Chilifäden.

Während der Theateraufführung gilt es, besonders gut aufzupassen, um keinen Hinweis oder gar Auftritt zu verpassen. Manche überraschten "Stargäste" müssen nämlich auch auf die Bühne, um sich beispielsweise als John Travolta ein Tanzduell mit dem extrovertierten Regisseur Mr. Stone (Andreas Marwitz) zu liefern.

In den Pausen tauscht man sich unter den Tischnachbarn über alle denkbaren Handlungsfortsetzungen aus und geht auch schon mal an einen anderen Tisch oder sogar hinter die Bühne, um an neue Informationen zu gelangen. Menschen aus dem Publikum werden an diesem Abend zu Gourmets, Detektiven und Schauspielern.

Aber auch die Profi-Schauspieler sind gefordert, denn es kann auch passieren, dass Alfred Hitchcock plötzlich als Frau auf die Bühne kommt. "Wir dachten alle, Alfred Hitchcock sei seit 30 Jahren tot, heute stellen wir fest, er war bei der Geschlechtsumwandlung," improvisiert Andreas Marwitz. "Jedes Publikum ist anders, man weiß nicht, wie sich die Stimmung entwickelt," begründet Katharina Hanke ihre Begeisterung für das interaktive Theater.

Der Erfolg gibt ihr und ihren Kollegen Recht. Die Veranstaltung sei bereits ausverkauft gewesen, als die Werbeplakate ankamen, erinnert sich Gastronom Marco Smogavc. Bevor das Dessert das kulinarische Erlebnis abrundet, wird auch die Entführung zu Ende gebracht. Bei der Lösegeldübergabe kommt es zu einem Schusswechsel, ein Täter stirbt. Der Täter und sein Motiv? Alle dürfen ihre Variante auf einen Zettel schreiben. Die Auflösung geben wir hier aber nicht bekannt.

sas/Waldkraiburger Nachrichten

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