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Kaufmann und Bürgermeister ziehen an einem Strang

Weil in Taufkirchen Geschäfte fehlen: Startschuss für kostenlosen Einkaufsbus

Sie waren die allerersten Fahrgäste: (von links) Brigitte Reichl, Rosmarie Ertl und Bürgermeister Alfons Mittermaier nutzten als erste den neuen wöchentlichen Einkaufbus zwischen Taufkirchen und Kraiburg.
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Sie waren die allerersten Fahrgäste: (von links) Brigitte Reichl, Rosmarie Ertl und Bürgermeister Alfons Mittermaier nutzten als erste den neuen wöchentlichen Einkaufbus zwischen Taufkirchen und Kraiburg.

In Taufkirchen gibt es kein Geschäft für den täglichen Bedarf. Wer nicht selber fahren kann, wer bei niemandem mitfahren kann, ist aufgeschmissen – bisher. Denn jetzt gibt es einen kostenlosen Einkaufsbus - und die OVB-Heimatzeitungen waren bei der Jungfernfahrt dabei.

Taufkirchen – Freilich bleibt noch ein bisschen Luft nach oben, aber trotzdem kann er sich sehen lassen: der kostenlose Einkaufsbus, der vergangenen Freitag erstmals von Taufkirchen aus zum Edeka Markt nach Kraiburg gefahren ist.

Aber warum wurde diese Buslinie überhaupt ins Leben gerufen? Die Antwort darauf ist traurig, aber wahr: Seit rund vier Jahren gibt es in Taufkirchen keinerlei Einkaufsmöglichkeiten mehr. Die 1400 Einwohner stehen blank da, wenn sie Reis, Gemüse, Mehl oder andere Nahrungsmittel benötigen.

Händler mit sozialer Ader

Bei der ersten Einkaufstour saßen zwei Frauen im Hinmüller-Bus. Ziel war der Edeka Markt im gut sechs Kilometer entfernten Kraiburg.

Geschäftsinhaber Erwin Rinner ist bekannt für seine soziale Ader. So finanziert der Geschäftsmann bereits seit Jahren Busverbindungen für Menschen aus der Region, die aus verschiedensten Gründen nicht mehr oder nicht immer selbstständig zum Einkaufen fahren können. Der Fahrgast bezahlt also keinen Cent.

Am 1. Juli ist nun eine neue Linie dazu gekommen, die ab jetzt jeden Freitag um 9.40 Uhr in Weiß startet. Um 9.45 Uhr werden Fahrgäste an der Raiffeisenbank Taufkirchen abgeholt. Und um 9.47 Uhr besteht an der Schule eine weitere Möglichkeit mitzufahren.

Der Einkaufsbus ist eine Bereicherung

Brigitte Reichl aus Weiß testete gleich mal den Einkaufsbus. „Wir wohnen recht abgelegen, da ist so ein Bus natürlich eine praktische Sache“, freut sich die 69-Jährige, die aus gesundheitlichen Gründen nicht immer ein Auto lenken kann. Rosmarie Ertl, ebenfalls aus Weiß, fährt normalerweise selber in den Supermarkt. Aber heute hätte es einfach gepasst, diesen Transfer auszuprobieren. Die 45-Jährige sieht den Fahrdienst als eine Bereicherung an.

Der Bus kommt etwa um 10 Uhr beim Supermarkt an. Um 11 Uhr geht es dann wieder zurück.

Wie die Idee entstand, von Taufkirchen aus zum Edeka Markt Kraiburg eine Busverbindung einzurichten, fasst Bürgermeister Alfons Mittermaier zusammen: „Ich wurde bei Geburtstagen oder Goldenen Hochzeiten immer wieder auf unsere nicht vorhandene Einkaufssituation angesprochen. Es kam der Gedanke auf, mit einem Einkaufsbus Abhilfe zu schaffen.“ Freilich müsse das Angebot auch genutzt werden, damit es tatsächlich Bestand habe. Im Bus sei immerhin Platz für acht Personen.

Bürgermeister setzt auf WhatsApp

Der Rathauschef nutzt seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren moderne Kommunikationswege. Er richtete eine WhatsApp-Gruppe ein, der mittlerweile auf zwei Gruppen verteilt über 450 Personen angehören. Nachrichten dürfen nur Gemeinderäte und einige Mitarbeiter aus der Verwaltung einstellen. „Wir informieren an dieser Stelle viele unserer Bürger über Aktualitäten aus der Gemeinde. Auch der Einkaufsbus wird künftig so beworben“, erklärt Mittermaier.

Bei der ersten Einkaufstour ist der Bürgermeister höchstpersönlich mitgefahren. „Den beiden Pionier-Damen spendiere ich jetzt noch einen Kaffee“, verkündet der Rathauschef, der jetzt auf regen Zuspruch in Sachen Einkaufsbus hofft.

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