Täter war der „nette Nachbar“

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Waldkraiburg (wn) - Die beiden Kinderschänder aus Waldkraiburg kannten sich nicht und doch missbrauchten sie ein und dasselbe Mädchen. Der eine war der "nette Nachbar" von nebenan.

Der andere traf auf das Kind über eine Bekannte - eine geistig behinderte junge Frau.

Der 54-jährige Waldkraiburger, den die Kripo Mühldorf Anfang der Woche verhaftete, weil er ein achtjähriges Mädchen "massiv sexuell missbraucht" haben soll (wir berichteten), so das Polizeipräsidium Oberbayern, war der Nachbar des Kindes.

"So konnte er ungezwungen in Kontakt mit dem Mädchen und der Familie kommen", berichtet Oberstaatsanwalt Karl Schneider aus Traunstein. Die Familie sei noch vor der Verhaftung des Sex-Täters weggezogen.

Das selbe Mädchen wurde auch Opfer eines 65-jährigen Pädophilen aus Waldkraiburg, der ebenfalls vor Kurzem verhaftet wurde. Er hatte Kinderpornos auf dem Computer und auf seinem Handy war ein Video, das ihn bei sexuellen Handlungen mit dem kleinen Mädchen zeigt.

Familie des Opfers mittlerweile weggezogen

Gefilmt hat die Tat eine geistig behinderte 18-Jährige, die den Rentner vor einem Lokal in Waldkraiburg kennenlernte. Laut Staatsanwaltschaft führte sie die Achtjährige spazieren. So kam der Rentner mit Vorliebe für kleine Mädchen auf sein junges Opfer.

Der Oberstaatsanwalt spricht von einem ungewöhnlichen Fall, denn bisher sei noch nicht klar, auf welchem geistigen Stand die 18-Jährige sei und ob sie als Opfer oder Täterin anzusehen sei. "Ihr seelischer Zustand wird in einem psychiatrischen Gutachten überprüft." Erst dann könne man sagen, ob eine eingeschränkte Schuldfähigkeit vorliegt. Behinderte: Täter oder Opfer? Die Polizei sprach davon, dass die junge Frau selbst Opfer des Rentners war. Sie hatte sexuellen Kontakt zu ihm. "Wenn sie aber nicht erkannte, was da abläuft, ist das vergleichbar mit einem Missbrauch gegen Widerstandsunfähige", so Schneider.

Die zwei Täter kannten sich nicht, hatten laut Schneider nichts miteinander zu tun. Beide waren ohne Beschäftigung, hockten in ihre Wohnungen und waren ohne größere soziale Anbindung, wie Schneider es formuliert. "Unglücklicherweise war es dasselbe Kind."

Keine Rede von einem Kinderpornoring

 Der Oberstaatsanwalt sagt, beide seien in U-Haft und kämen so schnell nicht raus. Die Ermittlungen laufen - auch gegen die junge Frau. Von einem Kinderpornoring in Waldkraiburg könne in diesem Fall keine Rede sein, auch wenn es derartige Gerüchte in der Stadt gebe, es handle sich primär um Missbrauchsfälle.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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Rubriklistenbild: © dpa

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