Südliche Trasse ist gestorben

Aschau am Inn - Süd oder Nord? "Egal welche Trasse realisiert wird, fast alle betroffenen Grundstückseigentümer sind dagegen!", so der Stand der Dinge. Doch was nun!?

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Südliche Trasse ist gestorben

Die geplante Trasse der Erdgastransportleitung der Bayerngas GmbH, die von Burghausen nach Finsing verlaufen wird, soll im Bereich Aschau nördlich des Industriegebietes entlang der Wernher-von-Braun-Straße verlaufen. Die Gemeinde schlug eine südliche Alternativtrasse vor, doch nach einer Ortsbesichtigung ist die aus dem Rennen.

Egal welche Trasse realisiert wird, fast alle betroffenen Grundstückseigentümer sind dagegen, fasste Bürgermeister Alois Salzeder in der jüngsten Gemeinderatssitzung zusammen. Franz Thielmann, der landwirtschaftliche Sachverständige der Bayerngas, war noch einmal gekommen, um das Ergebnis der Analyse der von der Gemeinde vorgeschlagenen Trasse südlich des Industriegebietes zu erläutern.

Die von der Gemeinde vorgeschlagene Trasse wäre entlang einer Kiesvorrangfläche und einer Kiesvorbehaltsfläche südlich von Aschau-Werk verlaufen. Bei einer Kiesvorrangfläche, so erklärte Thielmann, muss der Kiesabbau genehmigt werden, was aus Sicht der Bayerngas das größte Problem darstellt.

Unterm Strich sei die von der Gemeinde vorgeschlagene Trasse nicht zu realisieren und so für die Bayerngas vom Tisch.

Auch eine Kostengegenüberstellung ergab, dass sie rund 430.000 Euro teurer käme. Sie wäre 363 Meter länger und der Weg durch das Kiesvorranggebiet wäre nicht genehmigungsfähig und würde hohe Entschädigungskosten zu Lasten der Bayerngas verursachen, ebenso bei den Vorbehaltsflächen, die tangiert werden würden.

"Diese Mehrkosten können durch keine nachvollziehbaren Begründungen gerechtfertigt werden. Wir fallen auf die Schnauze, wenn sich ein Eigentümer quer stellt. Wir haben keine rechtliche Handhabe, wenn wir die teurere Trasse wählen", so Thielmann. Derzeit befinde man sich noch im Raumordnungsverfahren, die gemeindlichen Belange werden nur gehört. Er erwarte, dass man sich im Laufe des Jahres zusammenraufe.

Erst beim Planfeststellungsverfahren haben betroffene Grundstückseigentümer Einspruchs- und Klagerecht. In der anschließenden Diskussion im Gremium kristallisierte sich heraus, dass außer Bürgermeister Salzeder und seinem Stellvertreter Manfred Römer niemand mehr an der südlichen Trasse festhält.

Der Rest des Gremiums teilte sich in zwei Gruppen auf. Die einen können mit der Antragstrasse entlang der Wernher-von-Braun-Straße leben (6:7), die anderen wünschen sich einen Schwenker bei der Antragstrasse entlang der Hochspannungsleitung im Norden und dann parallel zur bestehenden Gasleitung (7:6).

Denn so sei man bei der Erweiterung des Industriegebietes nicht eingeschränkt. Es sei laut Bayerngas auch unproblematisch, wenn die Sprengstoffchemie in Aschau-Werk in der Nähe der Gastleitung expandieren wolle.

Sollte die Regierung den nördlichen Schwenker ablehnen, müsse man mit der ursprünglichen Antragstrasse leben, resümierte Salzeder nach der Abstimmung.

kla/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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