Seit gestern um 5 Uhr wird gebohrt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der symbolische Anschlag mit dem Hammer auf den Bohrer: (von links) Bergdirektor Ingo Tönnesmann, Stadtwerkechef Norbert Weigl und Bürgermeister Siegfried Klika.

Waldkraiburg - Der Montagabend an der Bohrstelle verlief spannend. Erst um 21.20 Uhr konnte die Funktionsprüfung durch das Bergamt abgeschlossen und das Bohrloch gerammt werden.

Vorher schlugen Bürgermeister Siegfried Klika, Stadtwerkechef Norbert Meindl, Bergdirektor Ingo Tönnesmann und Geologe Professor Johann Goldbrunner mit einem großen Hammer symbolisch auf den Bohrer - der Startschuss war gefallen.

Waldkraiburg sucht in 2600 Meter Tiefe nach 100 Grad heißem Wasser

das Team der Bohrfirma Daldrup bereitet alles für die erste Rammung des Bohrloches vor. Zuerst musste eine Halterung angepasst werden. Seit Dienstag um 5 Uhr wird offiziell gebohrt.

Um 5 Uhr am gestrigen Dienstagmorgen wurde der Betrieb an der Bohranlage aufgenommen und die Bohrung wurde offiziell gestartet. Voraus ging eine finale Funktionsprüfung am Montagabend, die das Bergamt Südbayern durchführte. Diese Angelegenheit zog sich noch ein Weilchen, weil unter anderem Bergdirektor Ingo Tönnesmann im Stau steckte und seinen Termin am Nachmittag nicht einhalten konnte. Ein Filmteam des öffentlich rechtlichen Fernsehens begleitete ihn auf der Bohranlage, was die Sache auch noch einmal etwas verzögerte und der Meißelkopf passte nicht durch eine Halterung und musste mit dem Schneidbrenner erst noch angepasst werden.

Voller Spannung warteten die städtischen Geschäftsführer und ihre Mitarbeiter mit Bürgermeister Siegfried Klika, einigen Stadträten und Anwohnern auf den Abschluss der Funktionsprüfung. So mancher stand über fünf Stunden hinter der Absperrung am Bohrplatz.

Um das Warten zu verkürzen, ließ Klika Kaffee und Getränke sowie Pizza für alle Zaungäste liefern. Und kurz nach 21 Uhr war es so weit: Die städtischen Geschäftsführer und Klika sowie Geologe Professor Goldbrunner wurden auf den Bohrturm gebeten, um die Abnahme offiziell abzuschließen.

22 Meter tief wurde das Loch mit dem Bohrmeißel gerammt, erklärte Anlagenleiter Rolf-Dieter Götz auf Anfrage. Anschließend wurde gespült und noch in der Nacht die Richtbohrgarnitur in etwa 450 Meter Tiefe mit einem Durchmesser von 17,5 Zoll eingerichtet. "Wir wollen ganz gerade runter bohren, denn das zweite Bohrloch soll ja in nur sieben Meter Entfernung vom ersten Bohrloch entstehen", erklärte der sogenannte "Pusher". Eine Kollision der zwei Bohrlöcher soll so vermieden werden.

Die erste Anzeige erfolgte bereits Dienstag in den frühen Morgenstunden. Ein Anwohner wurde durch das Installieren der Richtbohrgarnitur gegen 1.30 Uhr geweckt, "durch impulsartige Hammerschläge" wie er berichtet. Er sei etwas ungehalten, weil die Anwohner nicht explizit über diese laute Einzelmaßnahme informiert wurden.

Stadtwerkechef Norbert Weigl ist bemüht, den Anwohnern und auch allen Bürgern alle Informationen zukommen zu lassen und hat ein vierstufiges Infokonzept erstellt.

Alle zwei Wochen bestehe für die Anwohner die Gelegenheit, sich im Infocontainer über die Fortschritte zu informieren. (Ein Bericht über die erste Infoveranstaltung ist auf der folgenden Seite zu lesen). Alle zwei Wochen dazwischen kündigen die Stadtwerke bei den Anwohnern schriftlich Hausbesuche an, um sie vor Ort in ihren Wohnzimmern zu informieren.

Außerdem verschickten die Stadtwerke gestern Briefe an die von der Bohrung betroffenen Bürger, mit einer Hotline, die 24 Stunden für Probleme und Anliegen zu erreichen sei. Und ab Ende August soll jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr im Infocontainer eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger stattfinden.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser