Ein Stück Geschichte kaufen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vor 1967 entstand dieses Foto am alten Bahnhof, damals noch mit dem Kraiburger Schild. Nach 1967 hieß er dann Waldkraiburger Bahnhof. Er gehört zur Geschichte der Stadt und kann jetzt von der Stadtbau erworben werden.

Waldkraiburg (WN) - Ist das Klinkenputzen jetzt vorbei? Wie es aussieht, wird die Aurelis, eine Bahn-Immobilientochter, der Stadt den alten Bahnhof und ein Teilstück links davon verkaufen.

Für rund 171.000 Euro soll der Deal über die Bühne gehen. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag vom Haupt- und Finanzausschuss gibt es schon.

"Wir können ein Stück Waldkraiburger Geschichte erwerben", sagte Bürgermeister Siegfried Klika im Haupt- und Finanzausschuss. Und das nach langen Diskussionen und Klinkenputzen bei der Aurelis. Der Bahn-Immobilientochter gehört das Areal.

Der alte Investor sprang ab, nun ist die Stadt am Zug. Sie kann das alte Bahnhofsgebäude und ein Teilgrundstück links davon erwerben. Konkret geht es um 6000 Quadratmeter zu einem Preis von 28,50 Euro pro Quadratmeter; macht 171.000 Euro, die nicht mehr verhandelbar seien.

Dann kann Klika die "Bruchbude" links neben dem Bahnhof abreißen lassen und die Eingangssituation in die Stadt an dieser exponierten Stelle positiv gestalten. Er machte im Ausschuss klar, dass man mit dem Kauf den Bahnhof am Hals habe und ihn dann auch herrichten müsse, weil er so nicht bleiben könne.

Gerüchten, die Stadt kaufe den Bahnhof für den Eisenbahnverein, schob er einen Riegel vor. Es gebe zwar eine Menge Möglichkeiten, aber über eine Nutzung sei noch gar nicht diskutiert worden.

Nicht dabei bei dem Kauf ist das rechte Teilgrundstück mit der "längeren Bruchbude", wie es Klika formuliert. Die rechte Seite sei für den jetzt abgesprungenen Investor das eigentliche "Filetstück" gewesen.

Susanne Engelmann, Anton Sterr und Andreas Pawel zeigten sich, wie auch die anderen Gremiumsmitglieder, begeistert von dieser Entwicklung, der Preis sei in Ordnung. Pawel sprach von einem der historisch bedeutendsten Gebäude in der Stadt. Engelmann meinte noch, man soll sich Zeit mit der Entscheidung nehmen, was aus dem alten Bahnhof wird. "Das könnte unser Aushängeschild werden." So beschloss der Ausschuss die Empfehlung an den Stadtrat, dass die Stadtbau GmbH das Areal von der Aurelis kaufen soll. Die Stadt legt in die Kapitalrücklage der Stadtbau 190000 Euro ein. Hermann Karosser Stadtbauchef erklärt auf Nachfrage, dass der Mehrbetrag die Nebenkosten decken soll, etwa für die Grundbucheintragung und den Notar. Möglicherweise erhöht sich der Betrag noch einmal, denn das Grundstück, so Karosser zwei Tage nach der Ausschuss-Sitzung, ist noch größer, als zuerst bekannt war.

Die Gelder stammen aus der Einsparung der Tiefbaumaßnahme in der Braunauer Straße. Das Geld ist im Haushalt vorgesehen, die Maßnahme wurde aber nicht durchgeführt.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser