Statt 80 werden sie dann erst 20

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Da fehlt ein entscheidender Tag im Kalender: Angelika Schaller hat am 29. Februar Geburtstag. Weil kein Schaltjahr ist, feiert sie am 1. März. Allerdings hängt es von der Geburtsstunde ab, wann man während eines gewöhnlichen Kalenderjahres Geburtstag hat. Wer kurz nach Mitternacht zur Welt kam, ist ein reines Februarkind und darf immer am 28. Februar feiern. Wer hingegen kurz vor Mitternacht geboren ist, muss mit dem 1. März vorliebnehmen.

Waldkraiburg (WN) - Wer am 29. Februar geboren ist, sucht heuer seinen Geburtstag im Kalender umsonst. Trotzdem feiern werden Angelika Schaller und Sebastian Rzepka und zwar am 1. März. Vorfeiern bringt ja bekanntlich Unglück.

Insgesamt 13 Waldkraiburger sind am 29. Februar geboren. Sie feiern in diesem Jahr quasi "Nichtgeburtstag", wie es der verrückte Hutmacher aus "Alice im Wunderland" formulieren würde. Nur alle vier Jahre gibt es den 29. Februar im Kalender. Dieser Schalttag ist dann der 60. Tag im Gregorianischen Kalender.

Ohne Schaltjahre würden sich die Jahreszeiten im Kalender immer weiter verschieben, da sich der Frühlingsanfang alle 365,24 Tage wiederholt. Mit dem Schaltjahr wird also der Kalender mit dem Sonnenkalender gleichgeschaltet, damit nicht irgendwann der Frühling im Dezember beginnt.

Zum 24. Geburtstag eine Schultüte

Wer also an diesem Schalttag geboren ist, feiert seinen Geburtstag entweder am 28. Februar oder am 1. März. So wie Angelika Schaller und Sebastian Rzepka, denen am kommenden Montag gratuliert wird.

Schaller wird 42 Jahre alt, in Schaltjahren gerechnet also 10,5. "Schon als Kind hatte ich kein Problem damit, dass es diesen Tag nur alle vier Jahre gibt", berichtet die Mutter zweier Kinder. Zum 24. Geburtstag, äh Pardon, zum sechsten, bekam sie von der Verwandtschaft eine Schultüte geschenkt. Ob man als Schaltjahrkind langsamer altert? Daran glaubt sie nicht, schmunzelt aber, weil sie mit ihrem gevierteilten Alter gerne kokettiert, wenn andere wegen des eigenen Alters jammern. Und seit Kindesbeinen an sei sie jedes Jahr beschenkt worden, nicht nur alle vier Jahre. "Die Geschenke sind aber nebensächlich, ich freue mich vielmehr auf das gesellige Beisammensein", so das "Nichtgeburtstagskind". Am Montag kommen Freunde und Verwandte zum Gratulieren, am Freitag kocht die Kassiererin für sie.

Hat sich daran gewöhnt, nur alle vier Jahre am richtigen Tag feiern zu können: Sebastian Rzepka.

Auch Sebastian hat sich den 1. März ausgesucht. Der junge Mann wird 14. "Es ist schon doof, wenn man nicht am richtigen Tag feiern kann", sagt der Hauptschüler, der das als Kind gar nicht verstehen konnte, warum es den 29. Februar nicht öfter gibt. "Ich zähle aber trotzdem ganz normal alle Jahre, sonst wär ich ja erst knapp drei Jahre alt", lacht er. Erst 2012 kann er wieder regulär feiern, der 18. fällt dem Kalender nach wieder aus. Sebastian hat aber trotzdem vor, richtig groß die Volljährigkeit zu feiern. Vorteile habe dieses Geburtsdatum keine, außer dass man auf dem Papier nur langsam alt werde. "Wenn ich einmal 80 bin, bin ich nach Schaltjahren erst 20", rechnet er augenzwinkernd vor.

kla (Waldkraiburger Nachrichten)

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