Startschuss für Kindersportschule

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Schnupperstunde der Kindersportschule: Die Kinder in der evangelischen Kindertagesstätte Käthe Luther hatten gestern großen Spaß bei den Bewegungsspielen mit Sportlehrer Konrad Richter. Der 29-Jährige organisiert das KISS-Projekt, für das er zusammen mit VfL-Vorsitzender Annemarie Deschler (Bild unten) die Werbetrommel rührt.

Waldkraiburg - In wenigen Tagen fällt der Startschuss für die "Kindersportschule" (KISS) des VfL Waldkraiburg.

Das Projekt bietet Kindern in den sieben Waldkraiburger Kinderbetreuungseinrichtungen die Möglichkeit einer breiten, sportartübergreifenden und kindgerechten motorischen Grundlagenausbildung.

Donnerstag vormittag. "KISS"-Schnupperstunde im Turnraum der evangelischen Käthe-Luther-Kindertagesstätte. "Ich bin der Koni, und wir machen jetzt eine lustige Sportschule miteinander", stellt sich Konrad Richter den elf Kindern vor, die sich in einer Reihe formiert haben und gleich in zwei Gruppen aufgeteilt werden: Löwen und Tiger, die nicht nur laut brüllen können, sondern abwechselnd auf Kommando laufen, krabbeln und klatschen. Und so viel Spaß daran haben, dass die Löwen auch auf das Kommando "Kaninchen" loslaufen.

Viele Kinder, die sich gerne bewegen und Spaß am Sport haben, trifft Konrad Richter in diesen Tagen häufig in den Schnupperstunden, die er in den Kinderbetreuungseinrichtungen anbietet. Der 29-jährige Diplom-Sportwissenschaftler, der die Kindersportschule des VfL Waldkraiburg organisiert und die Sportstunden leitet, weiß aber nur zu gut, wie wichtig die frühzeitige Hinführung von Kindern zur Bewegung ist. Es gibt große Defizite, Haltungsschäden und andere gesundheitliche Schäden. "Wir wollen die Kinder wegbringen vom Computer und hin zu Bewegungsräumen", sagt er. Die Kindersportschule will die motorischen Fähigkeiten verbessern, die Intelligenz der Kinder fördern und das soziale Miteinander. Auch um Kompetenzen wie Respekt oder Höflichkeit geht es deshalb in der KISS. Und im Vordergrund steht dabei der Spaßfaktor, bei Lauf- und Tummelspielen, Gleichgewichts- und Rhythmusübungen, Haltungs- und Wahrnehmungsschulung, verstecktem Ausdauer- und Bewegungstraining. Auf längere Sicht seien auch Ballgewöhnungsübungen und "ein bisserl Akrobatik" vorgesehen, erzählt Richter.

"Wer da nicht mitmacht, ist selbst schuld", sagt der Diplom-Sportwissenschaftler, der in seinem Studium neben der Praxis vor allem auch im sportmedizinischen und -pädagogischen Bereich Schwerpunkte hatte. Richter, der bereits als Sportlehrer an einem Gymnasium sowie in einer Sport- und Kampfkunstschule für Kinder arbeitete, kennt auch das kindgerechte und Sportarten übergreifend KISS-Konzept des Bayerischen Landessportverbandes aus eigener Praxis. Beim TSV-Gilching-Agelsried sowie bei Wacker Burghausen, bayernweit einer der ersten der heute etwa 30 KISS-Projekte, hat er unterrichtet.

Aus Burghausen hat auch VfL-Vorsitzende Annemarie Deschler einen ausgesprochen guten Eindruck von diesem Projekt mitgenommen, auf das sich der Verein seit mehr als einem halben Jahr vorbereitet.

"Das große Problem waren die Finanzen", sagt Deschler. Mit der Anschubfinanzierung von 3000 Euro durch den BLSV ist diese Sportschule nicht zu machen, schon gar nicht für einen Teilnehmerbeitrag von zehn Euro für Kinder bis vier Jahre und von 17 Euro für Kinder ab fünf Jahren. Mittlerweile steht die Finanzierung für drei Jahre. Möglich wurde dies durch die Unterstützung von Sponsoren. Deschler hebt dabei das "einmalige Engagement von Fritz Schmidt" hervor. Der Unternehmer, Gesellschafter der Kraiburg-Holding, der dem Sport und als ehemaliger Vorsitzender vor allem auch dem VfL seit seiner Jugend verbunden ist, stellte dafür private Mittel sowie Unterstützung der Holding zur Verfügung. Die KISS-Geschäftsstelle ist im Gummiwerk Kraiburg, die gesamte Büroausstattung stellt das Unternehmen. Die drei weiteren Säulen der Finanzierung sind die ESB Südbayern, die Firma Haldenwanger und die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse.

Die Resonanz auf KISS ist groß. Eltern von 130 Kindern im Kindergartenalter haben bereits ihr Interesse angemeldet. Allein in den Kindertagesstätten Maria Schutz mit Föhrenwinkel und dem Kindertageszentrum der Peters-Stiftung gibt es bereits 40 feste Anmeldungen. Wohl in allen Einrichtungen werden ab 23. Januar vorwiegend nachmittags KISS-Stunden angeboten.

Schon jetzt gibt es Anfragen, wie es nach der Kindergartenzeit in der Grundschule weitergeht. Die Zielgruppe der KISS-Ausbildung reicht bis zum zehnten Lebensjahr. In einem nächsten Schritt, voraussichtlich ab Herbst 2012, soll das Projekt auf die Grundschulen ausgeweitet werden. Dafür braucht Konrad Richter fachkundige Unterstützung. Sobald wie möglich wird deshalb eine Fachkraft auf 400 Euro-Basis, beziehungsweise ein FSJ'ler (Freiwilliges Soziales Jahr) oder BFD'ler (Bundesfreiwilligendienst) gesucht. hg

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