Stadtwerke haben Konzession für Stadtbus

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Das ist sicher: Bis 2015 fährt der Stadtbus unter der Flagge der Stadtwerke. Kurzfristig werden sich deshalb aber Hoffnungen auf Verbesserungen, etwa den Anschluss weiterer Ortsteile, nicht erfüllen können.

Waldkraiburg - Bis 2015 haben die Stadtwerke nun die Konzession für den Stadtbus. Über viele Jahre hatten sie mit der Firma Brodschelm um die Konzession gestritten - auch vor Gericht.

Mit der Rechtssicherheit werden sich Hoffnungen vieler Bürger auf eine Ausweitung des Angebots kurzfristig aber wohl nicht erfüllen. "Die Genehmigung ist da. Ein langjähriger Rechtsstreit ist gewonnen", sagte Bürgermeister Siegfried Klika kürzlich beim Behindertengespräch der Stadt. Über viele Jahre hatten die Stadtwerke mit der Firma Brodschelm um die Konzession gestritten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Stadtwerke die Genehmigung haben, sei der "Halbstunden-Takt", so der Bürgermeister. An diesem Takt wird sich aus diesem Grund bis 2015 nichts ändern können, glaubt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl.

Es gehe darum, langfristig an Verbesserungen zu arbeiten, so Weigl. Der Halbstunden-Takt sei "keine heilige Kuh, wenn es gelingt, mehr Bereiche anzuschließen und das Verkehrsangebot auf diese Weise zu verbessern". Als entscheidende Themen nennt er die Anbindung der Waldkraiburger Ortsteile im Inntal einschließlich des Schülerverkehrs, der bisher gesondert vergeben wurde, und die bessere Anbindung Waldkraiburgs an den Bahnhof in Ampfing und damit an München.

Dabei sind jeweils auch bestehende Konzessionen betroffen. Wie schwierig es ist, Veränderungen zu erreichen, zeigte sich bei der Vergabe der Linie Kraiburg-Waldkraiburg-Ampfing, bei der die Stadtwerke als ein Mitbeweber nicht zum Zuge kamen.

Ziel der Stadtwerke ist es, Stadtbus und überregionale Linien besser zu vernetzen. Weigl: "Durch Waldkraiburg fahren schon jetzt x-Linien. Aber die Umsteigebeziehungen stimmen nicht." Diese Linien und der Stadtbus müssten sowohl zeitlich wie von Haltepunkten her aufeinander abgestimmt werden.

Der Wunsch von Bürgern, den Halbstundentakt zu erhalten und zugleich das Netz auszuweiten, scheint nicht realistisch. Mit zwei Linien ist das nicht möglich. "Und jeder weitere Bus kostet einen sechsstelligen Betrag", so Weigl. Dabei fährt der Stadtbus seit Jahren hohe Defizite ein. 217.000 Euro waren es 2009. Auf diesem Niveau liegen nach Auskunft der Stadtwerke auch die voran gegangenen Jahre.

Keinerlei Hoffnungen macht der Stadtwerke-Chef, den Betrieb auf Sonntag oder Abend und Nacht auszuweiten. Einer Verdichtung erteilt er aus finanziellen Gründen eine Absage. Die Fahrgastzahlen stagnieren auf niedrigem Niveau. Etwas weniger als 37.000 Fahrkarten wurden 2009 verkauft. Dazu Weigl: "Ich habe in Waldkraiburg außer Schulbussen noch keinen vollen Bus fahren sehen. Der Stadtbus verträgt noch jede Menge Fahrgäste."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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