Im Stadtrat ist noch Diskussionsbedarf

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Waldkraiburg - Mit der Bayerischen Ehrenamtskarte will der Freistaat ein Zeichen der Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements setzen. Waldkraiburg diskutiert noch darüber!

Während sich Gemeinden wie Aschau bereits gegen eine Beteiligung ausgesprochen haben, andere wie Kraiburg mitmachen wollen, wird in Waldkraiburg noch diskutiert. Zunächst müssten offene Fragen vor allem nach den finanziellen Konsequenzen geklärt werden, sagt der Bürgermeister.

Viele Landkreise haben sich bereits für die Beteiligung an der Initiative des Bayerischen Sozialministeriums entschieden. Im Landkreis Mühldorf ist dieser Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, läuft derzeit eine Befragung bei allen Städten, Märkten und Gemeinden, ob Interesse an der Einführung der Ehrenamtskarte besteht. Sobald alle Rückmeldungen vorliegen, werde über das weitere Vorgehen im Kreistag, voraussichtlich in der nächsten Sitzung im April, entschieden.

Ohne Wenn und Aber für die Einführung der Ehrenamtskarte spricht sich Dietmar Heller aus. Er kennt die Ehrenamtskarte aus anderen Bundesländern wie Hessen. Dort mache man sehr gute Erfahrungen, sagt der Sportreferent. "Die Kosten für die Karte machen in jedem Fall viel weniger aus als das, was Ehrenamtliche für die Stadt leisten", ist er überzeugt.

Und was sagen Ehrenamtliche selbst zu der Ehrenamtskarte? "Ich wäre sehr dafür, weil es ein Anreiz sein könnte, um neue Ehrenamtliche für die Vereine oder unsere Freiwilligenbörse zu gewinnen", meint etwa Erika Fischer, die Vorsitzende des Seniorenbeirats in Waldkraiburg. Sie verstehe aber auch, dass die Stadt noch offene Fragen prüfen möchte.

Cornelia Schimek, seit 37 Jahren Übungsleiterin in der Leichtathletik-Abteilung des VfL Waldkraiburg, ist zwar weniger optimistisch, dass sich aufgrund der Ehrenamtskarte neue, junge Leute für ehrenamtliche Aufgaben gewinnen lassen. Schimek ist sich aber sicher: "Diejenigen, die schon was tun, würden sich über diese Anerkennung sicherlich sehr freuen."

"Generell eine positive Sache", sagt auch Renate Otterbach, Geschäftsführerin des VfL und seit vielen Jahren engagiertes Mitglied der Jugendleitung der Fußballabteilung. Sie fürchtet allerdings den bürokratischen Aufwand. Schließlich müsse der Anspruch auf eine Ehrenamtskarte belegt werden. In einer großen Abteilung wie bei den Fußballern mit 15 Mannschaften und je zwei Übungsleitern könnte das ein Problem werden.

Natürlich sehe man auch im Stadtrat in der Ehrenamtskarte eine gute Möglichkeit, ehrenamtliche Tätigkeit zu honorieren, betont Bürgermeister Siegfried Klika. Vor einer Entscheidung habe die Stadt aber eine Umfrage bei allen Vereinen gestartet, um zu ermitteln, wie groß der Personenkreis in Waldkraiburg ist, der Anspruch auf die Karte geltend machen könnte. Um die offenen Fragen zu klären, war die Entscheidung, die bereits in der Februarsitzung des Stadtrates getroffen werden sollte, noch einmal von der Tagesordnung abgesetzt worden.

Nach vorläufigen Schätzungen könnten 700 bis 1000 Ehrenamtliche in Waldkraiburg Anrecht auf die Karte haben. Zwar gibt es keine Vorgaben, welche Vergünstigungen und Nachlässe beteiligte Kommunen über die Ehrenamtskarte einräumen müssen. Gemeinden mit einer überschaubaren Zahl von öffentlichen Einrichtungen tun sich bei der Entscheidung aber leichter als Waldkraiburg mit seinen vielen öffentlichen Einrichtungen. Da können Nachlässe und Vergünstigungen ins Geld gehen. Denn natürlich gebe es gewisse Erwartungen bei den Betroffenen, so Klika. "Wir müssen die Auswirkungen auf den Haushalt kennen."

Viele der in Frage kommenden Einrichtungen, wie Waldbad oder Eissporthalle, gehören zudem zu städtischen GmbHs. Da seien auch rechtliche Fragen, etwa im Hinblick auf eine verdeckte Gewinnauschüttung zu klären. In einer relativ angespannten Haushaltssituation könne es nicht sein, dass die Nachlässe unmittelbar den städtischen Etat belasten, so der Bürgermeister.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © pa

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