Stadt macht Weiterbetrieb möglich

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Neben den Schulen profitiert auch die VfL Schwimmabteilung vom Erhalt des Bades. Ohne das Petersbad müssten die Piranhas (hier Franziska Kobus beim Training mit dem Nachwuchs) mindestens im Winter ihren Betrieb einstellen. Die Abteilung bietet dort auch kostenlose Grundkurse für Erst- und Zweitklässler an. Seit 2007 haben nach Angaben des Vereins rund 300 Kinder diesen Kurs gemacht.

Waldkraiburg - Schulen und Vereine werden auch im kommenden Herbst und Winter die Möglichkeit haben, das Peters-Hallenbad zum Schwimmen zu nutzen.

Dafür schafft die Stadt die Voraussetzungen. Wie im Vorjahr übernimmt sie einen erheblichen Teil des Betriebsdefizits und erhöht ihre Förderung sogar um 4000 Euro.

Einstimmig hat der Ferienausschuss des Stadtrates beschlossen, einen großen Teil des Betriebsdefizits abzudecken und den Stadtwerken einen Zuschuss für den Betrieb des Hallenbades in der kommenden Wintersaison zu gewähren. Weil der VfL Waldkraiburg, der zuletzt 10.000 Euro beisteuerte, nur noch 6000 Euro aufbringen kann, erhöht die Stadt ihre Förderung um 4000 Euro auf 30.000 Euro. Ein Drittel dieser Summe übernimmt wie im Vorjahr der Landkreis, weil das Bad für den Sportunterricht von Gymnasium, Realschule und Förderschule genutzt wird.

Wie schon im Vorjahr soll die Stadtwerke GmbH die Betriebsführung des Bades übernehmen und dazu einen Pachtvertrag mit der Peters-Bildungsgruppe schließen. Bereits ab Oktober soll das Bad den Betrieb aufnehmen.

Die Stadt müsse wohl "in diesen saueren Apfel beißen", meinte Bürgermeister Siegfried Klika angesichts der angespannten Haushaltssituation. Andernfalls droht die Schließung des Bades. Peters sehe sich weiterhin außerstande, das Hallenbad zu betreiben, berichtete Klika über ein Gespräch mit Geschäftsführer Franz Hacker. Im Rahmen der beruflichen Weiterbildung werde das Therapiebad nicht mehr gebraucht.

Von einer Schließung wären neben den Schulen auch die erfolgreiche VfL-Schwimmabteilung "Piranhas", die Reha-Sportler und andere Vereine betroffen.

Eine Schwimmsparte könne heute ohne Winterbetrieb nicht existieren, so Annemarie Deschler, VfL-Vorsitzende und Stadträtin. Vor allem biete die Stadt mit dem Erhalt des Hallenbades den vielen Schülern "ein Stück Lebensqualität".

In diesem Sinn äußerten sich auch andere Stadträte, wobei nicht nur Anton Sterr betonte, dass die Regelung kein Selbstläufer werden dürfe und jedes Jahr neu geprüft werden müsse.

Wie der Bürgermeister mitteilte, hat Peters in Aussicht gestellt, ein Drittel des Defizits zu tragen, da auch Umschüler und Mitarbeiter das Bad nutzen. Zudem hofft man bei der Stadt, auch eine Beteiligung von Waldkraiburger Unternehmen zu erreichen, die das Bad für den Betriebssport nutzen könnten. Einzelne Firmen haben diese Möglichkeit in der Vergangenheit bereits wahrgenommen.

Der Bürgermeister deutete zudem an, dass es notwendig werden könnte, einen Teil des Defizits im Hallenbad über eine Reduzierung der Öffnungszeiten des Waldbades zu kompensieren.

Wenn die Bevölkerung schon einen Beitrag für den Erhalt des Peters-Bades leiste, fragte Gerd Ruchlinski an, ob es nicht möglich sei, das Hallenbad auch der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Dazu Annemarie Deschler: Dieses Angebot habe man vor zwei Jahren gemacht und das Bad am Sonntagvormittag für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Resonanz war nach ihren Worten aber äußerst gering. Das Problem sei die Aufsicht, so der Bürgermeister.

Eine Lösung der Hallenbad-Frage durch den Bau eines Thermalbades, auf das viele im Zusammenhang mit der Geothermie hoffen, ist kurzfristig sicherlich nicht möglich. "Da reden wir über eine Investitionssumme von 50 Millionen Euro aufwärts", so der Bürgermeister, der zugleich erklärte, die Stadtwerke arbeiten an einem provisorischen Übergangsangebot. In nächster Zukunft erwartet Klika das Ergebnis einer Analyse der Wasserqualität.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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