Die spektakulärsten Bewegungen

Eine begeisterte Fan-Gemeinde im Haus der Kultur bei der "Roots Ultimate Dance Competition".

Waldkraiburg - Was tun Hip-Hop-Fans, statt zu klatschen? Sie heben den rechten Arm, schlenkern mit dem Handgelenk und rufen entweder ein langgezogenes "Oh" oder "Ah".

Nachdem diese Frage geklärt, die Bewegung eingeübt und die letzten Tänzer angekommen waren, konnte das "Roots Battle" am vergangenen Samstag Haus der Kultur mit Verspätung beginnen.

Die "Roots Ultimate Dance Competition", wie die Veranstaltung vollständig heißt, ist inzwischen ein international anerkannter Hip-Hop-Tanzwettbewerb. Bereits zum zweiten Mal fand der süddeutsche Vorentscheid in Waldkraiburg statt, organisiert von der "Coffeebreakz Crew" aus Altötting und der Jungendreferentin Inge Schnabl, in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament. Davor hatte schon dreimal der Breakdance-Wettkampf "Obsession Urban" stattgefunden.

"Vor fünf Jahren hat mich ein damaliges Mitglied des Jugendparlaments darauf angesprochen, einen Hip-Hop-Wettbewerb zu veranstalten", sagt Schnabl.

Inzwischen ist dieser ein regelmäßiges Ereignis, für das auch der große Saal im Haus der Kultur etwas umgebaut wird: Statt auf Stühlen saß das bunt gemischte Publikum auf dem Boden oder stand um die Tanzfläche herum. Von Kindergartenkindern über Erwachsene bis hin zu einigen Senioren waren alle Altersgruppen vertreten, sogar ganze Schulklassen waren gekommen.

"Dieses Jahr sind mehr Zuschauer aus der Region da", sagt Christopher Martin vom JuPa. "Ich glaube, dass sich viele Leute aus Waldkraiburg für Hip-Hop begeistern können. Aber natürlich sind auch viele Freunde der Tänzer mitgekommen."

Und bestimmt auch einige Eltern, denn eine Altersgrenze oder sonstige Voraussetzungen für die Anmeldung gibt es nicht. Die meisten der Teilnehmer tanzen jedoch in ihrer Freizeit in sogenannten "Crews".

In vier Stilrichtungen, "Popping", "Locking", "Hip-Hop" und "B-Boying" (Breakdance) traten dieses Jahr insgesamt 41 Tänzer aus Deutschland, Österreich und Frankreich gegeneinander an, 27 davon in der Kategorie Breakdance. Außerdem nahmen drei Showdance-Gruppen teil. Es wurde "Freestyle" getanzt, das heißt die Tänzer bewegten sich ohne vorherige Choreographie zur Musik dreier DJs, darunter DJ NRgizer von den "Coffeebreakz". Da die Tänzer in etwa zwei Minuten Jury und Publikum vom eigenen Können überzeugen mussten, waren die Auftritte recht spektakulär anzusehen.

Die Jury setzte sich aus vier erfahrenen und bekannten Tänzern der Szene zusammen, von denen sich jeder auf einen anderen Stil spezialisiert hatte. Bei der Bewertung der Auftritte hatte der jeweilige "Experte" dann zwei Stimmen.

Vor allem für Laien war interessant, dass "PopNgee" (Popping, Deutschland), "MorganLock" (Locking, Frankreich), "Miniboj" (Breakdance, Slowakei) und "Tricky" (Hip-Hop, Österreich) vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs professionell die unterschiedlichen Stile vortanzten.

In vier Vorentscheiden wurden für jede Kategorie die besten acht Tänzer bestimmt, die dann in den Finaldurchgängen im K.O.-System gegeneinander antraten. Für die mehr als 400 Zuschauer war sowohl tänzerisch also auch akrobatisch viel geboten, denn manche Tänzer wirbelten mit einem sehr hohen Tempo über die Tanzfläche.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht standen die Sieger fest: "Tibo" aus Nürnberg im Locking, "Poppin' Snack" aus Stuttgart im Popping, "Son Ryan" aus Ingolstadt im Breakdance, "Farrah" aus Salzburg im Hip-Hop und die "Potpourri Crew", ebenfalls aus Salzburg, im Showdance. Sie sind direkt für den internationalen Wettbewerb am 16. Juni in Wernau qualifiziert. Mitveranstalter Gregor Belczyk von den "Coffeebreakz", die einen großen Teil der Veranstaltung organisiert hatten, war zufrieden: "Es war wirklich super, vor allem zum Ende hin sehr spannend. Zwar waren es ein bisschen weniger Teilnehmer als letztes Jahr, dafür aber sehr viele Zuschauer."

sib/Waldkraiburger Nachrichten

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