Sparen: Straßenlaternen werden abgeschaltet

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Ab 1. August werden in der Marktgemeinde Kraiburg alle knapp 580 Straßenleuchten in der Zeit zwischen 1 und 5 Uhr abgeschaltet, um Strom und Geld zu sparen. Zunächst soll diese Regelung versuchsweise für drei Monate gelten.

Kraiburg - Der Markt macht sich auf einen neuen Weg zur Energie- und Kosteneinsparung: Ab 1. August wird die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, zunächst für die Dauer von drei Monaten.

So hat es jetzt der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.

Von Gemeinderat Josef Mitterreiter war die Initiative ausgegangen. Er hatte in einem Antrag auf die guten Erfahrungen im Markt Tüßling verwiesen. Dort habe es zwar anfangs Diskussionen gegeben, sagte Zweiter Bürgermeister Dr. Herbert Heiml nach einem Gespräch mit der dortigen Verwaltung. Mittlerweile sei das Abschalten der Straßenbeleuchtung in der Nacht in Tüßling aber "gut akzeptiert".

Ganz oder gar nicht

Nach seinen Recherchen bringt das Abschalten aller knapp 580 Laternen in Kraiburg bei Gesamtausgaben für die Straßenbeleuchtung in Höhe von 39.000 Euro eine Kostenersparnis von rund 15.000 Euro brutto im Jahr. Der Zeitraum von 1 bis 5 Uhr sei zumutbar, so Heiml. Wenn sich die Gemeinde für das Abschalten entscheide, "dann ganz, sonst gibt es wieder Diskussionen".

Klar gegen die Maßnahme sprach sich Lorenz Wastlhuber aus. Nicht die Einsparungen sind für den Gemeinderat entscheidend, sondern allein das Thema Sicherheit.

Auch Gerhard Preintner und einige andere Gemeinderäte wie Anette Lemann meldeten Bedenken an. Preintner möchte die Straßenbeleuchtung in der Hauptstraße, wo mehr Leute unterwegs sind, und an neuralgischen Punkten lieber behalten, zum Beispiel am Jugendzentrum, wo allerdings, wie er selbst anfügte, schon länger nichts mehr passiert ist. Der Gemeinderat hätte gerne mit einem Vertreter der Eon geprüft, welche Möglichkeiten der Teilabschaltung es gibt.

Die Mehrheit hielt das nicht für nötig und wollte die Entscheidung nicht weiter aufschieben, Dritter Bürgermeister Werner Schreiber etwa, der sich klar für eine Versuchsphase aussprach. Auf Sparvorschläge der Eon könne man lange warten. Auch einem Vorschlag des Gemeinderatskollegen Anton Voglmaier, Dimmer einzubauen, erteilte er wegen der hohen Investitionskosten eine Absage.

Zum Thema Sicherheit meinte Erich Unterforsthuber, Gemeinderat und Polizeibeamter: "Wo abgeschaltet wird, passiert nicht mehr. Auch die andere Seite braucht Licht." Und Josef Mitterreiter ergänzte: Auch in Tüßling sei die Kriminalitätsrate nicht gestiegen.

Bei einer Gegenstimme von Lorenz Wastlhuber einigte sich das Gremium auf eine Versuchsphase von drei Monaten, um Erfahrungswerte für eine endgültige Entscheidung zu haben.

Mehrheit für die "Sieben-Tage-Woche"

Diskutiert wurde auch darüber, am Freitag und Samstag die Beleuchtung brennen zu lassen, weil am Wochenende, zum Beispiel im Fasching, die Leute länger unterwegs sind. Vorstellen könnten sich das mehrere Gemeinderäte. Bei drei Gegenstimmen sprach sich die Mehrheit dann allerdings gegen diese Einschränkung aus. Klar "für die Sieben-Tage-Woche" ist Hermann Lichtenwimmer, um das Sparpotenzial ganz auszuschöpfen. Auch Erich Unterforsthuber glaubt nicht, dass die Wochenend-Beleuchtung etwa im Blick auf die Gastronomie nötig ist. "Um 1 findest Du in Kraiburg doch niemanden mehr auf der Straße."

Am 1. August beginnt die Probephase. Am 2. August ist die nächste Gemeinderatssitzung. Da könne man sich doch nach der Sitzung gleich mal gemeinsam einige Stellen anschauen, regte Werner Schreiber an.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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